Jahresrückblick 2019 Wirtschaft: Nüssli auf Turnaround-Kurs

Die Sanierungsbemühungen innerhalb der Nüssli-Gruppe wurden im vergangenen Jahr fortgesetzt.

Martin Sinzig
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Die Firma Nüssli am Hauptsitz in Hüttwilen.

Die Firma Nüssli am Hauptsitz in Hüttwilen.

Andrea Stalder

Mit temporären Stadien, aufsehenerregenden Pavillons und mobilen Bauten an Weltausstellungen oder sportlichen und kulturellen Grossereignissen war die Hüttwiler Nüssli AG weltweit präsent. Dann kam das erfolgreiche Unternehmen ins Schlingern. Schrumpfende Margen und der ausserordentliche Zahlungsausstand eines Kunden hatten das Unternehmen in Bedrängnis gebracht.

Seit Ende 2017 ist eine Sanierermannschaft unter Leitung von CEO Fred Gamper am Werk, die an das Potenzial des Unternehmens glaubt. Es brauchte harte Massnahmen und tiefe Einschnitte, aber auch zusätzliches Kapital, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Finanziell beteiligte sich die Helvetica Capital AG und Banken wie die CS, UBS und die TKB unterstützten das Unterfangen.

2020 will das Unternehmen wieder Gewinne einfahren

Nach einer Aktionärsversammlung von Anfang Juli in Hüttwilen vermeldete CEO Fred Gamper Fortschritte, dass zum Beispiel bis auf einen Rechtsfall die juristischen Auseinandersetzungen beigelegt werden konnten. Verwaltungsratspräsident Jonny Suter, CEO von Helvetica Capital, erklärte:

«Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Nüssli-Gruppe.» Gleichzeitig prognostizierte Suter dem Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft. Nüssli sei eine Firma, wie es sie auf der ganzen Welt vielleicht nur einmal gebe. Suter sagte:

«Ich bin mir sicher, dass wir dieses Jahr die roten Zahlen hinter uns lassen können und 2020 wieder einen Gewinn einfahren.»

Auch der CEO zeigte sich überzeugt, dass man mit der Neuorganisation, dem Zusammenschluss mit der vormals abgespalteten Adunic sowie dem neuen Verwaltungsrat den Turnaround so gut wie geschafft habe. An grossen und prestigeträchtigen Aufträgen sollte es 2019 nicht fehlen. Nach 1977 und 1999 durfte die Nüssli AG bereits zum dritten Mal an der Fête des Vignerons einen Beitrag leisten. Sie baute die spektakuläre Arena mit 20000 Sitzplätzen, die im Zentrum des Grossereignisses stand. Noch bedeutender war der Auftrag für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest vom August in Zug. Für diesen Anlass baute das Unternehmen die grösste temporäre Arena der Welt.

Auch international ist die Nüssli AG stark engagiert, so zum Beispiel an der bevorstehenden Weltausstellung von 2020 in Dubai. Neben dem luxemburgischen Pavillon setzt das Unternehmen unter anderem die Auftritte weiterer Expo-Teilnehmer wie Deutschland, Frankreich und Weissrussland um.

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