Jahresrückblick 2019 Region Weinfelden: Schule Wigoltingen beherrscht die Schlagzeilen

Sieben auf einen Streich: An der Oberstufe der Volksschule Wigoltingen führen persönliche Differenzen zum Eklat. Weinfelden-Redaktorin Sabrina Bächi lässt die Ereignisse Revue passieren.

Sabrina Bächi
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An der Sekundarschule Wigoltingen kündeten sieben von zwölf Lehrpersonen auf Ende des Schuljahres.

An der Sekundarschule Wigoltingen kündeten sieben von zwölf Lehrpersonen auf Ende des Schuljahres.

(Bild: Sabrina Bächi)

Ende April kam der Paukenschlag: Sieben der zwölf Wigoltinger Sekundarlehrpersonen kündeten. Fünf von sechs Klassenlehrer gingen weg. Ein Schritt, der sich bereits im Vorfeld abzeichnete. Im Januar sagten die beiden neuen Schulleiter schon, dass sie die Unterrichtsformen in der Oberstufe ändern wollen. Vor allem auch wegen der zu kleinen Schülerzahlen.

Dann kamen Meldungen von Lehrern, welche die Kündigung von Schulleiter Mirko Spada forderten. Die Kommunikation schien schwierig, die Situation angespannt. Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen stellt in einer Medienmitteilung klar: Wer nicht im Boot sitzen will und die Neuerungen mitträgt, der soll künden. Das haben die Lehrer ernst genommen und ihre Konsequenzen gezogen.

Kanton lancierte Untersuchung

Die Schüler waren schockiert und traurig über den Abgang so vieler Lehrer. Viele Eltern fassungslos. Sie wollten wissen, was so schief gelaufen ist. Mit Forderungen traten einige an den Kanton heran. Der Trubel um die Schule wurde so gross, dass der Kanton eingriff und eine Untersuchung lancierte. Eltern, Lehrer und die Schulführung konnten Stellung nehmen.

Anfang Juli erschien der Bericht vom Departement für Erziehung und Kultur. Darin heisst es, Änderungen seien in Wigoltingen nötig, das Tempo war jedoch zu hoch und die Lehrer fühlten sich nicht genügend in die Entscheidungsprozesse integriert. Auch die Kommunikation wird kritisch betrachtet.

Einige Eltern formieren sich in einer IG

Derweil haben sich auch Eltern zu einer IG zusammengeschlossen und gegen die Schulbehörde opponiert. Vor allem das angedachte neue Schulkonzept gibt zu Reden. An der Schulgemeindeversammlung im Juni dauern die Diskussionen bis um elf Uhr, wirklich glücklich scheint nach der langen und nervenaufreibenden Versammlung niemand zu sein.

Im November kritisieren dann einige Stimmbürger das Budget. Die Investitionsrechnung fehlt und auch sonst werden höhere Ausgaben besonders kritisch beäugt. Schliesslich sprechen sie die Stimmbürger gegen das Budget aus.

Die Volksschulgemeinde Wigoltingen startet ins neue Jahr entsprechend mit einem Auftrag an die Behörde, ein neues Budget zu erstellen. Ob damit die Gemüter besänftigt sind, wird sich im kommenden Jahr zeigen.

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