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Ittingen pflegt Köhlertradition seit 15 Jahren

Jedes Jahr wird im Ittinger Wald nach alter Tradition ein Kohlenmeiler aufgebaut. Für Köhlerin Doris Wicki hat nun für rund zehn Tage ein 24-Stunden-Betrieb begonnen.
Christine Luley
Mitarbeiter der Kartause bringen der Köhlerin Doris Wicki glühende Kohle zum Anfachen des Meilers. (Bild: Christine Luley)

Mitarbeiter der Kartause bringen der Köhlerin Doris Wicki glühende Kohle zum Anfachen des Meilers. (Bild: Christine Luley)

Procurator Heinz Scheidegger begrüsste die zahlreichen Gäste und gedachte an den im Februar verstorbenen Beat Ermatinger. Der Kunstschaffende aus Kaltenbach hatte die Nachfolge von Kurt Wild angetreten und während vier Jahren die Köhlertradition in der Kartause weitergeführt. Glücklicherweise konnte dieses Jahr Doris Wicki den Aufbau des Meilers übernehmen. Die Entlebucherin entstammt einer Köhler-Familie und hat das Handwerk vom Vater und von den Brüdern gelernt. Sie wird in der ganzen Schweiz von verschiedenen Organisatoren für Projekte als Gastköhlerin engagiert.

Als Unterstützung brachte sie André Schraner mit. Der ehemalige Revierförster aus dem oberen Fricktal kam wohl während seiner Abschiedsfeier auf den Geschmack, als die Köhlerin auf dem Mettauerberg einen Kohlenmeiler entzündete.

Aufbauarbeiten dauerten zwei Wochen

Gemeinsam mit Mitarbeitern der Heim- und Werkbetriebe hat Wicki 25 Ster Buchenholz zu einem Meiler aufgeschichtet und ihn mit einem luftdichten, aber wasserdampfdurchlässigen Mantel aus «Löschi», einer Mischung aus feinem Holzkohlenabfall und Erde ausgekleidet. Ein begehbares Holzgerüst dient als Meilersicherung. Nach zwei Wochen harter Aufbauarbeit ist das Anfahren des Meilers ein verdienter Höhepunkt. Rund 200 Personen zeigen am Dienstag ihr Interesse an dieser alten Tradition.

Der grosse Moment für die Team-Mitarbeiter Michael Hagen, Roman Rusch und Valentin Stöckle ist da. Sie füllen die vorbereitete Glut aus dem Fass in ihre Metalleimer, steigen auf die Spitze des Meilers und leeren den Inhalt ihrer Kübel in den Füllischacht. Doris Wicki wirft noch eine Schaufel Glut hinunter und ruft: «Gut Brand». Das Publikum erwidert den Gruss drei Mal. Die Jagdhornbläsergruppe Hochwacht umrahmt die Zeremonie mit waidmännischen Klängen. Eine Festwirtschaft mit hausgemachten Würsten, gegrillt auf Ittinger Holzkohle vom Vorjahr, sorgt für das leibliche Wohl.

Meiler wird rund um die Uhr gehütet

Für Doris Wicki beginnt eine anspruchsvolle Zeit. Jetzt kommt es auf ihr Gespür an, und das hat sie dank ihrer langjährigen Erfahrung. Die kommenden zehn bis zwölf Tage wohnt sie in einem Wohnwagen im Wald, hütet den Meiler rund um die Uhr und sorgt dafür, dass er nicht abbrennt sondern verschwelt. Mit Zuglöchern steuert sie den Prozess, damit der Meiler gleichmässig von oben nach unten durchglühen kann.

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