Italianità pur in der Kartause Ittingen

In der Kartause Ittingen in Warth standen Raphaela Gromes und Julian Riem auf der Bühne und gaben ein virtuoses Konzert.

Christof Lampart
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Raphaela Gromes und Julian Riem nehmen den Applaus des Ittinger Publikums entgegen. (Bild: Christof Lampart)

Raphaela Gromes und Julian Riem nehmen den Applaus des Ittinger Publikums entgegen. (Bild: Christof Lampart)

Das junge und preisgekrönte Duo wartete am Sonntagskonzert in der Kartause Ittingen mit einem Programm auf, das Seltenheitscharakter hat. Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) trugen ein italienisches Kammermusikprogramm vor, das sich weitestgehend aus originalen und bearbeiteten Werken des 19. Jahrhunderts zusammensetzte. Also Werke aus just jener Zeit, als in der kunstbeflissenen italienischen Öffentlichkeit die Oper alles, reines Instrumentalschaffen jedoch wenig galt.

Gromes und Riem machten sich also daran, die Horizonte des Publikums in Sachen Hörerlebnissen zu erweitern. Zum Auftakt brachten sie von Ferruccio Busoni die Serenata für Violoncello und Klavier dar. Schon hier überraschte das Duo mit seinem vorwärtsdrängenden, sich immer weiter steigernden Spiel. Gromes verlieh einem so zarten Teil wie dem «Andantino» eine virtuose Dynamik, wie man sie wohl selten bei diesem Werk hört.

Ein musikalisches «Sich-Hochschaukeln»

Warum der italienische Komponist Giuseppe Martucci zu Lebzeiten als «italienischer Brahms» galt, war vor allem an den gewichtigen Ecksätzen sehr gut zu hören. Und doch waren hier auch wunderschön herausgearbeitete Italianità-Elemente zu hören. So etwa das klagende Arioso im dritten Satz oder die zuweilen hemmungslos dahinfliessende Kantabilität.

Bestechend war das blinde Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Besonders das musikalische «Sich-Hochschaukeln» im ersten Satz vermochte die Zuhörer zu sofort fesseln. Die Virtuosität wurde in Bohuslav Martinus’ überaus schnellen «Variationen über ein Thema von Rossini» nochmals gesteigert, liessen doch die schnellen Werke allerlei Raum für die beiden Künstler, um sich gegenseitig in ein wahrhaft rauschhaftes Vergnügen zu spielen. Das Konzert endete schliesslich nach gut zwei Stunden mit einer Zugabe.