Interview
«Wir sind erschrocken und wollen helfen»: Ehepaar aus Wängi greift Frauenfelder Reiseunternehmer Roman Scheiwiller unter die Arme, der unter Pandemie leidet

Der Zeitungsartikel über die prekäre Situation von Roman Scheiwiller hat Gerda und Reinhard Horn aus Wängi getroffen. Sie haben den Frauenfelder Carreiseunternehmer vor Jahren bei einer Reise als fröhliche und aufgestellte Person kennen gelernt. Jetzt sei er ein Schatten seiner selbst, weshalb das Ehepaar ihn unterstützen will. Gerda Horn erzählt, was genau sie vorhat.

Samuel Koch
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Gerda und Reinhard Horn.

Gerda und Reinhard Horn.

Bild: PD

Frau Horn, Sie machen sich Sorgen. Warum?

Gerda Horn: Wir sind erschrocken über die Situation von Roman Scheiwiller, der sich im Artikel in der «Thurgauer Zeitung» über seinen derzeitigen Gesundheitszustand geäussert hat. Es ist tragisch, dass er sich nicht einmal eine Brille leisten kann, welche zur Ausübung seines Berufes als Chauffeur wichtig ist. Und im persönlichen Gespräch haben wir erfahren, dass er auf Lebensmittel von der Familie und von Freunden angewiesen ist. Das ist extrem und darf nicht sein.

Deshalb wollen Sie ihn unterstützen. Wie?

Wir sammeln Geld, damit er aus dieser misslichen Lage wieder herauskommen kann. Als Mensch hat er sich verändert. Wir haben Roman Scheiwiller als fröhlichen, aufgestellten Chauffeur auf einer Vereinsreise im September 2017 nach Belgien kennen gelernt. Heute ist er ruhig und zurückgezogen. Das hat uns betroffen gemacht. Und ich denke, so geht es vielen anderen auch.

Setzen Sie sich schon immer für Ihre Nächsten ein?

Mein Mann Reinhard und ich sammeln während der Adventszeit schon seit Jahren Geschenke für die Frauenfelder Gassenküche. Bei unseren Auftritten mit den Drehorgeln sammeln wir Geld für gute Zwecke. Nun möchten wir Roman Scheiwiller unterstützen, der wegen der Coronapandemie sehr grosse finanzielle Einbussen erlitten hat und deshalb auch seinen Kindern den Job kündigen musste. Und jetzt kann er sich nicht einmal mehr Lebensmittel leisten und wegen der Geldsorgen nicht mehr richtig schlafen. Das geht zu weit!

Wie lässt sich ihm ausser spenden sonst noch helfen?

Wichtig sind genügend Buchungen für Tages- und Ferienreisen, damit er Umsatz erzielen kann. Die Absage des Spengler Cups Davos zum Beispiel bedeutet Rückzahlungen der gebuchten Reisekosten, was zu weiteren finanziellen Problemen führt. Am Samstag, 15. Januar, organisiert Scheiwiller im Gemeindesaal in Felben-Wellhausen eine Präsentation seiner verschiedenen Reisen. (sko)

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