Interview
«Für viele ist es ein Lichtblick»: Die Leiterin des Jungen Theater Thurgau Petra Cambrosio erzählt, warum die Bühne im Eisenwerk trotz Pandemie nicht leer bleibt

Geschrumpfte Gruppengrössen und Abstandsregeln sind für das Junge Theater Thurgau kein Grund, ihre Kurse auf Eis zu legen. Im Gegenteil: Unter der Leitung von Petra Cambrosio ist nun ein neuer Kurs ausgeschrieben.

Sophie Ade
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Ein Eindruck aus dem Mitmachtheater im Eisenwerk.

Ein Eindruck aus dem Mitmachtheater im Eisenwerk.

Bild: PD

Bleiben die Theaterräume im Eisenwerk aktuell leer?

Petra Cambrosio: Nein, zum Glück nicht ganz. Denn die Kurse können weitergeführt werden. Zwar ist die Teilnehmeranzahl innerhalb der Kurse geschrumpft, aber es ist doch noch einiges machbar. Aktuell läuft die Anmeldung für die Theater-Werkstatt für Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren auf unserer Website.

Was bietet dieser neue Kurs?

Petra CambrosioLeiterin des Jungen Theater Thurgau

Petra Cambrosio
Leiterin des Jungen Theater Thurgau

Bild: Donato Caspari

Innerhalb von fünf Monaten erleben die Teilnehmer, wie man durch Improvisation zu einem Stück kommt. Die Kinder dürfen sich ein Thema aussuchen, wählen eine Figur und so entsteht aus ihren Ideen eine Geschichte, welche dann am Ende des Kurses aufgeführt wird.

Also ist Corona für Sie kein Grund zurückzuschrauben?

Jein. Es ist zwar nicht immer ganz einfach, die Motivation und Zuversicht beizubehalten, aber es bleibt einem ja nichts anders übrig, als irgendwie weiterzumachen. Deswegen haben wir auch nicht mit der Ausschreibung des Angebots gewartet, sondern zeigen damit, dass es weitergeht.

«Zudem merke ich, wie sehr die Kinder und Jugendlichen die Theaterstunden hier schätzen, was mich wiederum sehr motiviert.»

Wie drückt sich das aus?

Ich sehe wie sehr sie es freut, dass es trotz allem noch etwas in ihrer Freizeit gibt, was erlaubt ist und was so geblieben ist wie immer. Für viele ist das ein Lichtblick, wenn sie weiterhin einmal in der Woche etwas machen dürfen, was sie gerne tun.

Leidet die Qualität des Theaterspielens unter der aktuellen Situation?

Nicht unbedingt. Wir müssen einfach neue Wege gehen. Was zum Beispiel körperliche Interaktion betrifft, dürfen wir diese aktuell nur andeuten. Zusätzlich sind allzu grosse Gruppen nicht mehr erlaubt. Bei den bis 16-Jährigen ist das nicht weiter schlimm, da wir bis zu zehn Personen sein dürfen und dies momentan genau passt. Schwieriger gestaltet es sich bei den Erwachsenen, wo nur noch Gruppen von fünf Personen möglich sind. Glücklicherweise ist dies im Improvisationskurs nicht so relevant, da wir an keinen bestehenden Szenen arbeiten.

Was ist derzeit bei Ihnen in Planung?

Aktuell arbeiten wir an einer neuen Jugendproduktion. Da wir das Skript selbst schreiben, ist bis zu den Aufführungen, die Ende April beginnen, noch viel zu tun. Auch wenn noch nicht feststeht, ob wir das so durchziehen können, wie wir es gerne würden, hoffen wir einfach das Beste.

«Wir sind dran, versuchen positiv zu bleiben und leben die Freude am Theater – gemeinsam.»

Hinweis: Informationen und Anmeldung unter www.eisenwerk.ch/kultur/angebot/theater