Interview
«Der Branche eine helfende Hand bieten»: Die Frauenfelder Weihnachtswochen waren für viele Schausteller eine der einzigen Zusagen dieses Jahr

Als Alternative zum grössten Weihnachtsmarkt der Ostschweiz führte das Organisationskomitee unter der Leitung von Simon Biegger zwei Weihnachtswochen durch, wo jeweils 18 Schausteller ihre Produkte in der Frauenfelder Innenstadt verkaufen konnten.

Sophie Ade
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Der Präsident des Organisationskomitees des Weihnachtsmarkts Frauenfeld, Simon Biegger, in der Frauenfelder Altstadt.

Der Präsident des Organisationskomitees des Weihnachtsmarkts Frauenfeld, Simon Biegger, in der Frauenfelder Altstadt.

(Bild: PD)

Stiessen die Weihnachtswochen auf positive Resonanz?

Simon Biegger: Ja, durchaus. Die Schausteller zeigten sich alle sehr dankbar für die Gelegenheit, in einem Jahr voller Absagen doch noch bei den Weihnachtswochen mitzuwirken. Auch die Konsumenten konnten etwas Weihnachtsmarktstimmung empfangen und freuten sich darüber, dass es noch etwas gab, was stattfand. Zuletzt konnten die kleinen Markthäuschen die Innenstadt mit festlichem Ambiente bereichern, woran viele sich erfreuten.

Fanden viele Besucher den Weg in die Innenstadt?

Natürlich waren wir weit entfernt von den üblichen 35'000 Besuchern, doch das war auch nicht unser Ziel nach dem abgesagten Weihnachtsmarkt. Für die Schausteller war es natürlich zäher als sonst, denn sie hatten nun längere Öffnungszeiten.

Ein Blick auf die Markthütten vor der katholischen Kirche in Frauenfeld.

Ein Blick auf die Markthütten vor der katholischen Kirche in Frauenfeld.

(Bild: René Stebler)

Hat es grössere Menschenansammlungen gegeben?

Nein. Dadurch, dass der Markt sich über zwei Wochen erstreckte und die Besucher sich so auch verteilen konnten, befanden wir uns zu jeder Zeit auf der sicheren Seite und konnten die Vorschriften einhalten.

Wie konnten Sie die kostenlose Miete für die Stände ermöglichen?

In diesem ausserordentlichen Jahr wollten wir der Branche, die sich vor Absagen kaum retten konnte, eine helfende Hand bieten und beschlossen daher, das Zurückgelegte der vergangenen Jahre in kostenlose Standgebühren zu investieren. Doch wie in jedem Jahr hat uns auch die Stadt kräftig unter die Arme gegriffen und baute beispielsweise die Markthäuser auf und wieder ab.

Auch in der Mittelgasse verkauften Schausteller ihre Produkte.

Auch in der Mittelgasse verkauften Schausteller ihre Produkte.

(Bild: René Stebler)

Was fehlte Ihnen am meisten bei dieser Alternative?

Fehlen ist hier das falsche Wort, denn für mich und das Organisationskomitee war das ganze Projekt ein Gewinn. Sicherlich sind die Weihnachtswochen nicht vergleichbar mit dem Weihnachtsmarkt, jedoch haben wir aus der schwierigen Ausgangslage das Positive herausgenommen und versucht, etwas daraus zu machen.