Intelligente Beleuchtung ist nichts für Thurgauer Kantonsstrassen

Eine durch Bewegungssensoren gesteuerte Beleuchtung würde auf vielbefahrenen Strassen wenig dazu beitragen, Energie zu sparen und weniger Insekten anzulocken.

Thomas Wunderlin
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Eine bewegungsgesteuerte Strassenlaterne in Amriswil.

Eine bewegungsgesteuerte Strassenlaterne in Amriswil.

Bild: Donato Caspari

Etliche Gemeinden im Kanton haben eine bewegungsabhängige Beleuchtung von Strassen und Wegen installiert. Dies ist unter anderem in Amriswil, Hauptwil-Gottshaus, Kreuzlingen, Wängi und Weinfelden der Fall. Dank sogenannter intelligenter Steuerungen leuchten die Lampen vorauseilend auf, wenn ein Sensor einen Passanten entdeckt.

Für Kantonsstrassen ist diese Technik jedoch nicht geeignet, wie der Regierungsrat in der Beantwortung einer Anfrage von GLP-Kantonsrat Lucas Orellano (Frauenfeld) schreibt. «Bei viel Verkehr bleibt es immer hell», erklärt Peter Zollinger, Spezialist des Tiefbauamts, auf Anfrage:

«Es dimmt gar nicht mehr.»
Peter Zollinger, Ressortleiter Verkehrs- und Elektrotechnik, Tiefbauamt Thurgau.

Peter Zollinger, Ressortleiter Verkehrs- und Elektrotechnik, Tiefbauamt Thurgau.

Bild: Peter Käser

Nach und nach abgelöst werden im Kanton Thurgau die veralteten Natriumdampflampen, die oranges Licht verbreiten. Ersetzt werden sie von LED-Leuchten, die weniger negative Auswirkungen auf die Natur und insbesondere die Insektenpopulation haben.

Neuere LED-Lampen haben wärmeres Licht

Dabei sind neuere LED-Leuchten mit einer Lichtfarbe von 3000 K laut Regierungsrat wesentlich besser als ältere LED-Leuchten mit 4000 K. Insekten werden durch das wärmere Licht weniger angezogen. Damit wird ein Faktor zumindest abgeschwächt, der möglicherweise zum Insektensterben beiträgt.

GLP-Kantonsrat Lucas Orellano.

GLP-Kantonsrat Lucas Orellano.

Bild: Donato Caspari

Kantonsrat Orellano hatte kritisiert, dass viele Strassenlampen unnötig Energie verbrauchen: «Dabei leuchten sie die meiste Zeit nur für die Insekten.» Gemäss Regierungsrat planen einzelne Gemeindewerke an viel befahrenen Strassen Steuerungen, die das Licht entsprechend dem zu erwartenden Verkehr steuern.

Das Bundesamt für Umwelt veröffentlicht dieses Jahr eine Vollzugshilfe zu den Lichtemissionen. Daran wird sich der Kanton Thurgau orientieren, wie der Regierungsrat weiter schreibt. Zwischen Kanton und Gemeinden sei die Zusammenarbeit in der Lichtfrage gut, weshalb der Regierungsrat derzeit keinen weiteren Handlungsbedarf sieht.

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