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Inoffizielle Abmachung hat nicht funktioniert

Das Thurgauer Amt für Berufsberatung und Berufsbildung rät zur Vorsicht bei verführten Lehrvertragsabschlüssen. Es gibt einen Zusammenhang mit einer Zunahme von Lehrabbrüchen.
Larissa Flammer
Jugendliche an der Berufsmesse Thurgau 2017. (Bild: Mareycke Frehner)

Jugendliche an der Berufsmesse Thurgau 2017. (Bild: Mareycke Frehner)

«Ein verfrühter Lehrvertragsabschluss ist keine Garantie für einen erfolgreichen Lehrbeginn.» Unter diesem Titel hat Franz Knupp, Ausbildungsberater und Leiter der Abteilung Betriebliche Bildung beim Thurgauer Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, vor ein paar Jahren Empfehlungen zur Lehrstellenvergabe verfasst. Diese sollen Schülern und ihren Eltern, Lehrern und Ausbildnern helfen, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lehrzeit zu schaffen.

Überhastet abgeschlossene Lehrverträge führen zunehmend zu Lehrvertragsauflösungen während und nach der Probezeit. Auch häufen sich Hinweise auf eine falsche Berufswahl und Lehrabbrüche wegen Überforderung.

Vorstoss im Nationalrat wollte frühen Vertragsabschluss verhindern

Ende der 1990er-Jahre lancierte die Schweizer Berufsbildung in Deutschschweizer Kantonen die Aktion «Fairplay 01.11». Dabei wurden die Betriebe aufgefordert, Lehrverträge erst ab dem 1.November des Vorjahres abzuschliessen, um den Jugendlichen eine Berufs- und Lehrstellensuche mit weniger Zeitdruck zu ermöglichen.

Diese Aktion ist allerdings seit längerer Zeit wieder in Vergessenheit geraten, wie auch das Thurgauer Amt für Berufsbildung und Berufsberatung feststellen musste.

Politiker auf nationaler Ebene haben auch schon versucht, der frühen Lehrstellenvergabe einen Riegel vorzuschieben. Daniel Jositsch, Präsident des Kaufmännischen Verbands Schweiz und damaliger Zürcher SP-Nationalrat, reichte 2012 einen Vorstoss ein. Der Bundesrat sollte prüfen, wie gewährleistet werden könne, dass Lehrverträge frühestens ein halbes Jahr vor Lehrbeginn abgeschlossen werden dürfen.

Staat kann Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht steuern

Ein Argument aus der Antwort der Bundesrates lautete: «Zusätzliche staatliche Regulierungen für die Lehrbetriebe schaffen administrative Hürden und beeinflussen die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe negativ.» Das Postulat wurde abgelehnt.

Da Lehrverträge im Obligationenrecht geregelt sind, ist der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses staatlich nicht steuer- oder überprüfbar. Im Thurgau erinnert Franz Knupp in seinem Empfehlungsschreiben die Beteiligten daran, «sinnvollerweise den Lehrvertrag wie früher erst ab November zu erstellen und gemeinsam zu unterzeichnen».

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