Innere Verdichtung ist zweitrangig: Der Frauenfelder Stadtrat will für Schule und Sport zwei Parzellen umzonen

Beide Grundstücke im Oberwiesen liegen in der Wohnzone. Es gibt aber andere Pläne. Einerseits braucht die Primarschulgemeinde Reserveflächen für einen zukünftigen Ausbau. Andererseits will der Kanton zwei Turnhalle für die Berufsschule bauen.

Mathias Frei
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Die Visualisierung des Doppelsporthallen-Projekts, das auf der Parzelle 50248 entstehen soll.

Die Visualisierung des Doppelsporthallen-Projekts, das auf der Parzelle 50248 entstehen soll.

(Bild: PD)

50949 und 50248 stellen das Objekt der Begierde dar, zwei Parzellen im Oberwiesen im Geviert von Ahornweg, Kurzfeldstrasse, Maiholzstrasse und Oberwiesenstrasse. Im Sinne der beiden Eigentümerschaften beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat die Umzonung der beiden Parzellen in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die gesamte Fläche liegt bei knapp 16'000 Quadratmetern, für die in Zukunft eine Gestaltungsplanpflicht gelten soll.

Die grössere Parzelle ist im Besitz der Primarschulgemeinde. Aufgrund einer testamentarischen Verfügung konnte das Grundstück nach dem Ja der Schulbürger per Anfang 2020 erworben werden. Das Land grenzt direkt an die Schulanlage Oberwiesen und ist aktuell Wohnzone (für drei Vollgeschosse). So heisst es denn auch in der Botschaft:

«Um für die Schulanlage Oberwiesen genügend Reserveflächen zu schaffen, soll die bestehende Zone für öffentliche Bauten und Anlagen um die Liegenschaft Nummer 50949 erweitert werden.»

Für Berufsschule plant Kanton zwei Turnhallen

Das trapezförmige Stück Land daneben gehört seit 2015 dem Kanton Thurgau. Dieser beabsichtigt, hier zwei Einfachturnhallen für das Bildungszentrum für Technik (BZT) zu bauen. Die rund 1100 Berufsschüler mussten für den Schulsport bis anhin in die Militärsporthalle und in die Kantiturnhallen. Ende 2017 stand das Siegerprojekt «Doppeldecker» fest, Mitte Juni hat der Grosse Rat den Objektkredit über 13,65 Millionen Franken ohne Gegenstimme genehmigt. Dieser Beschluss untersteht der Volksabstimmung. Die besagte Parzelle 50248 ist aktuell auch Wohnzone, aber für zwei Vollgeschosse.

Aus Sicht der Siedlungsentwicklung spreche an dieser Lage nur wenig gegen die Vergrösserung der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Dies vor allem, weil der kommunale Richtplan Siedlung die an das Schulareal angrenzende Parzelle perspektivisch als Zone für öffentliche Bauten sieht. Im Gegensatz dazu würde der Richtplan auf dem anliegenden Land, wo die beiden Turnhalle gebaut werden sollen, innere Verdichtung der bestehenden Wohnzone vorsehen. Aber:

«Das ist für die übergeordnete Siedlungsentwicklung nicht zentral.»

Wichtiger erscheine, dass der Cluster mit der öffentlichen Nutzung zusammenhängend bleibe. Demgegenüber steht das Bedürfnis des BZT nach Sportinfrastruktur. Indirekt werde so der Bildungsstandort Frauenfeld gestärkt. Zudem entschärfen die beiden Turnhallen zumindest den allgemein bekannten und viel diskutierten Mangel an Sporthallenflächen am Abend für Frauenfelder Vereine. Um Lärmimmissionen im Quartier vorzubeugen, soll es aber keine grösseren Sportanlässe geben.

Visualisierung: Innenansicht einer der beiden Turnhallen.

Visualisierung: Innenansicht einer der beiden Turnhallen.

(Bild: PD)

Der Stadtrat schreibt weiter: «Die Interessenabwägung zwischen diesen Bedürfnissen zeigt, dass mit einer Umzonung in die Zone für öffentlichen Bauten und Anlagen für eine Erweiterung der Schulanlage sowie für schulische Sporthallen den verschiedenen Bedürfnissen am besten Rechnung getragen werden kann.»

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