Inklusive Durchbruch der historischen Stadtmauer als «Knackpunkt»: Steckborner Stadtrat lässt Bevölkerung beim Schützengraben mitreden

Das Projekt Schützengraben in der historischen Altstadt von Steckborn nimmt langsam aber sicher Konturen an. Jetzt gibt der Stadtrat der Bevölkerung ein offenes Ohr.

Samuel Koch
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Die Visualisierung zeigt die geplante Überbauung des Siegerprojekts Continuitas.

Die Visualisierung zeigt die geplante Überbauung des Siegerprojekts Continuitas.

Bild: PD/Architekturbüro Baumschlager Eberle

Der Fortschritt in der jüngsten Stadtentwicklung in Steckborn trägt einen neuen Namen. Nach einem Konzeptwettbewerb für das Areal Schützenwiese am östlichen Rand der historischen Altstadt hat sich das Projekt Continuitas des St.Galler Architekturbüros Baumschlager Eberle als Sieger herauskristallisiert. Auf der letzten grünen Wiese in der Altstadt hat die BFW Liegenschaften AG als Privateigentümerin zusammen mit der Stadt einen Gestaltungsplan entwickelt, den Letztere nun genehmigt und dem Departement für Bau und Umwelt zur Vorprüfung geschickt hat.

Parallel zum Gestaltungsplan für die rund 2000 Quadratmeter grosse Fläche zwischen Schützengrabenstrasse und Augustinergasse beginnt jetzt eine öffentliche Vernehmlassung, wie die Stadt mitteilt. Stadtpräsident Roman Pulfer sagt:

Roman Pulfer, Stadtpräsident von Steckborn.

Roman Pulfer, Stadtpräsident von Steckborn.

Bild: Andrea Stalder
«Bei dieser Parzelle handelt es sich um eine sensible Umgebung, die bisher noch nie überbaut war.»

Deshalb sei es ihm besonders wichtig, dass sich Anwohner und Anstösser zu diesem neuen Baustein in der Altstadt bereits jetzt äussern könnten.

Durchbruch der Stadtmauer als Knackpunkt

Auf der privaten Parzelle Schützengraben ist der Bau von drei Gebäuden mit 20 Wohnungen sowie einer Tiefgarage geplant. Pikant: Der Verkehr soll via den südlichen Bereich des Werkhofareals erfolgen, womit für die Garagenzufahrt sowie jene zum Werkhof ein Durchbruch durch die unter Schutz stehende Stadtmauer erfolgen muss. Pulfer sagt:

«Das ist ein Knackpunkt, wozu sich jetzt die Bevölkerung äussern können soll.»

«In der unter Schutz stehenden Stadtmauer darf gemäss der Vorgabe der kantonalen Denkmalpflege für die Erschliessung des Areals nur eine Öffnung vorhanden sein», steht im zweiteiligen Gestaltungsplan, der aus einem Konzeptwettbewerb hervorgegangen ist. Die Öffnung der Stadtmauer soll nach Süden zur heutigen Trafostation verschoben werden, die wiederum verlegt werden muss. Sobald die neue Öffnung befahrbar ist, soll die bestehende mit der Ausnahme einer Durchgangstür für den Fussverkehr wieder verschlossen werden, heisst es den jetzigen Plänen weiter.

Vernehmlassung dauert bis Ende November

Zweiteilig ist der Gestaltungsplan Schützengraben wegen des Werkhofs direkt nebenan, für den die Stadt im gleichen Atemzug wie für die Entwicklung der grünen Wiese alle Möglichkeiten offenlassen will. Pulfer sagt:

«Derzeit gibt es keine Pläne, kein Ziel und keine Absichtserklärungen.»

Jedenfalls ist im Gestaltungsplan enthalten, dass im weiteren Perimeter optional fünf weitere Gebäude entstehen könnten, «die sich aus verschiedenartigen Typologien zusammensetzen und zirka 30 Wohnungen beinhalten». Für den Stadtrat ist klar, dass das Stimmvolk bei konkreten Plänen zum Werkhof zu entscheiden hätte. «Wir wollen transparent über die Entwicklung kommunizieren», sagt Pulfer.

Jetzt darf aber zuerst die Bevölkerung mitreden. Schriftliche Stellungnahmen zum Gestaltungsplan Schützengraben nimmt die Bauverwaltung bis 30. November entgegen.

Alle Infos und Unterlagen gibt’s unter www.steckborn.ch