Infrastrukturbeschaffung
Wie man sich im Alterszentrum Park in Frauenfeld bettet, so liegt man auch wieder vorschriftsgemäss

Das Alterszentrum der Stadt Frauenfeld hat die Beschaffung von 30 neuen Pflegebetten in Auftrag gegeben. Die heutigen Liegen müssen mittelfristig ersetzt werden, weil sie nicht mehr der heutigen Norm entsprechen. Das kostet gut 168'000 Franken.

Mathias Frei
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Ein Pflegebett des Typs Fortuna Plus Modell 5922 der Firma Embru Werke AG aus Rüti/ZH.

Ein Pflegebett des Typs Fortuna Plus Modell 5922 der Firma Embru Werke AG aus Rüti/ZH.

Bild: PD

Aktuell stehen im Alterszentrum Park (AZP) 165 Pflegebetten im Einsatz. Der Stadtrat hat nun die Beschaffung von 30 neuen Betten des Typs Fortuna Plus Modell 5922 der Firma Embru Werke AG aus Rüti/ZH beschlossen. Die entsprechende Offerte liegt bei einem Betrag von 168'195.10 Franken. Insgesamt müssen 91 Betten angeschafft werden. Diese erste Tranche von 30 Pflegebetten läuft zulasten der Erfolgsrechnung des AZP. In den Stadtratsmitteilungen heisst es:

«Auch wenn das AZP vorerst nur Offerten für 30 Betten eingeholt hat, wird mit dem Entscheid die Beschaffung der weiteren 61 Pflegebetten beim gleichen Lieferanten faktisch bestimmt.»

Nach dem Grundsatz der Einheit der Materie sei somit von Ausgaben von rund 570'000 Franken für 91 Betten auszugehen.

Haupteingang des Alterszentrums Park.

Haupteingang des Alterszentrums Park.

Bild: Andrea Stalder

Das AZP führt keine Investitionsrechnung. Die Finanzkompetenzen für (budgetierte) betriebsnotwendige Ausgaben im Betrag von über 300'000 Franken sei nach Ansicht des AZP nicht klar geregelt. Unbestritten sei, dass für grössere Bauverhoben eine Botschaft an den Gemeinderat erstellt wird. «Betriebsnotwendige Ausgaben sind gemäss Rechtsprechung gebundene Ausgaben.» Gebundene Ausgaben erforderten keinen Kredit.

Jetzt pressiert es ein wenig

Bernhard Liepelt, Zentrumsleiter AZP.

Bernhard Liepelt, Zentrumsleiter AZP.

Andrea Stalder

Seit 2010 wurden jedes Jahr sukzessive Betten ausgetauscht, bisher insgesamt 52, welche die neue, seit 2010 Norm erfüllen. 91 Pflegebetten erfüllen die gültige Medizinalprodukteverordnung nicht mehr. Diese bisherige Vorgehensweise des rollenden Ersatzes sei wegen des Zustandes der alten Betten sowie der zu erfüllenden Anforderungen bezüglich Sicherheit nicht mehr vertretbar.

«Bis 2022 sollen daher in drei Tranchen die restlichen 91 Betten ersetzt werden.»

Die aktuell im Einsatz befindlichen Betten werden mit einer 220/230-Volt-Steuerung und einem nicht wasserdichten Handschalter betrieben. Ebenso entsprechen die Seitengitter nicht den gültigen Vorgaben. «Dies birgt entsprechende Risiken.»

Alte Betten für Hilfsorganisationen

Zur Evaluation der anzuschaffenden Betten wurde die Kerngruppe «Test-Pflegebett» gebildet, bestehend aus Fachpersonen von Pflegebasis, Pflegentwicklung und Hotellerie. Betten von drei Schweizer Firmen kamen zum Probeeinsatz. Die alten Pflegebetten des AZP werden wie bereits früher kostenlos an Hilfsorganisationen, mit denen man schon länger zusammenarbeite, weitergegeben.