Infrastruktur
Gesamtschau statt «Pflästerlipolitik»: Diessenhofen gibt Vorprojekt für Sanierung der Rhybadi aus den 1940ern in Auftrag

Die Rhybadi Rodenbrunnen in Diessenhofen soll ganzheitlich saniert werden. Dafür hat die Stadt jetzt in ein Vorprojekt investiert, das aufzeigen soll, wie die Badi dereinst erneuert werden soll.

Thomas Brack
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Die Badi Rodenbrunnen liegt direkt am Rhein.

Die Badi Rodenbrunnen liegt direkt am Rhein.

Bild: Thomas Brack

Einsam und winterlich still steht sie da, die beliebte Rhybadi in Diessenhofen. «Immer wieder zeigen sich Probleme in der Infrastruktur», sagt Stadtpräsident Markus Birk. Das verwundert nicht, denn die Badi hat schon etliche Jahre auf dem Buckel. Sie wurde Ende der 1940er-Jahre eröffnet und ist im Bäderführer des Schweizer Heimatschutzes als eines der schönsten Bäder der Schweiz aufgeführt.

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Bild: PD

Auch im vergangenen Sommer musste das Babybecken bei der Kinderanlage geschlossen bleiben. Offenbar verlangt der Kanton einen Anschluss an die Kinderbadeanlage wegen der erforderlichen Chlorierung des Wassers. Es ist nun seit zwei Jahren geschlossen.

Mehraufwand wegen kantonaler Auflage

Seinerzeit hat sich der mittlerweile verstorbene alt Stadtrat Fredy Lier für die weitere Benutzung des Rheinwassers in der Kinderbadeanlage starkgemacht, und die Gemeinde hat dem Antrag des Abwasserreinigungs-Spezialisten zugestimmt. Schliesslich hat das Rheinwasser nahezu Trinkwasserqualität und bis dato ist noch keine Erkrankung eines dort badenden Kindes bekannt geworden.

Unzählige Diessenhofer Kinder und Jugendliche haben dort schwimmen gelernt. Doch nun verlangt der Kanton Chlor im Badewasser. Freilich darf chloriertes Badewasser nicht ohne vorherige Klärung in den Rhein gelassen werden. Da nun erheblich strengere Vorschriften eingehalten werden müssen, ist mit einem erheblichen Mehraufwand zu rechnen.

Die derzeit verwaiste Kinderanlage.

Die derzeit verwaiste Kinderanlage.

Bild: Thomas Brack

Statt die nächsten Defekte einfach abzuwarten und sie erst dann zu beheben, plant der Diessenhofer Stadtrat nun statt einer Plästerlipolitik eine Gesamtschau und vergibt ein Vorprojekt für die Sanierung der Badeanlage Rhybadi Rodenbrunnen an die Firma Hunziker Betatech AG in der Höhe von knapp 50'000 Franken.

Technik, Garderoben und Gastro

Das Vorgehen erfolgt in drei Schritten. Zunächst soll die Infrastruktur des Freibades mit dem Wasserlauf und der damit verbundenen Technik begutachtet, in einem weiteren Schritt die Garderoben, Duschen und Treppen unter die Lupe genommen werden. Schliesslich gilt es auch, den Gastrobereich zu erneuern und die Abläufe dort zu optimieren.

Die Gesamtschau soll zu einer Priorisierung der Arbeiten im Lauf der kommenden Jahre führen. Etwa nach dem ersten oder zweiten Quartal 2022 werden die ersten Resultate der Studie vorliegen. Dieses Vorprojekt soll den exakten Fahrplan der Sanierung liefern.

Innerhalb des normalen Budgetprozesses wird dann die Bevölkerung hinsichtlich der anstehenden Investitionen und über die in den nächsten Jahren anfallenden Arbeiten auf dem Gelände informiert. An den nächsten Gemeindeversammlungen werden die Bürgerinnen und Bürger über die Erkenntnisse der Studie ins Bild gesetzt.

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