Infoveranstaltung
Tempo 30 in Fischinger Quartieren? «Ja, aber...»

Tempo 30 ist in der Gemeinde Fischingen schon länger ein Thema. Am Donnerstagabend lud der Gemeinderat zu einer Infoveranstaltung. Bereits im Winter will die Behörde der Gemeindeversammlung einen Kredit vorlegen.

Christoph Heer
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Die Pläne des Fischinger Gemeinderates lösen rege Diskussionen aus.

Die Pläne des Fischinger Gemeinderates lösen rege Diskussionen aus.

(Bild: Christoph Heer)

Die Einführung von Tempo-30-Zonen ist eine komplexe Sache. Für die Sicherheit aller, insbesondere für die kleinsten Verkehrsteilnehmer, sollte eigentlich alles dafür unternommen werden, jeden einzelnen Unfall, wenn irgendwie möglich, zu verhindern.

Am diesbezüglichen Infoabend der Gemeinde Fischingen stand dieser Aspekt nicht gerade im Zentrum, vielmehr störten sich zahlreiche Fischingerinnen und Fischinger an den damit verbundenen Verlangsamungsmassnahmen. Denn, so schreibt es das Gesetz vor, in 30er-Zonen müssen zwingend bauliche Massnahmen errichtet werden, damit die Motorfahrzeuge abbremsen müssen.

Verkehrsplaner Markus Schoch (Büro Widmer AG, Frauenfeld) und Gemeinderat Elmar Stillhart erläutern den rund 50 Interessierten ihre ersten Pläne zur Umsetzung des Konzepts Tempo-30-Zonen in Quartieren.

Verkehrsplaner Markus Schoch (Büro Widmer AG, Frauenfeld) und Gemeinderat Elmar Stillhart erläutern den rund 50 Interessierten ihre ersten Pläne zur Umsetzung des Konzepts Tempo-30-Zonen in Quartieren.

(Bild: Christoph Heer)

Dies können seitliche Fahrbahnverengungen sein oder sogenannte «Berliner Kissen». Zweitgenannte sind in der Gemeinde keine Unbekannte, so sind schon vor längerer Zeit auf der Ortsdurchfahrt Vogelsang zwei solche Erhöhungen erbaut worden. Gemeinderat Elmar Stillhart, Ressort Verkehr, weiss zudem, dass der Bau eines «Berliner Kissens» zwischen 5000 Franken und 6000 Franken kosten wird.

Nach den Messungen ist vor der Planung

An mehreren Orten wurden Tempomessungen vorgenommen. Schon vorher meldeten sich zahlreiche Einwohner bei der Behörde und machten darauf aufmerksam, dass sie das Bedürfnis nach einer 30er-Zone haben. In Zusammenarbeit mit Verkehrsplaner Markus Schoch erarbeitete der Gemeinderat ein Konzept – und zur Vorstellung ihrer Planungsarbeit strömten am Donnerstagabend rund 50 Interessierte in die Hörnlihalle.

Was schlussendlich daraus resultierte, waren emotionale Diskussionen, in welchen aber kaum das Wort «Sicherheit» fiel. Vielmehr stört es die Anwohner, welche an den geplanten Errichtungen von «Berliner Kissen» wohnen, dass die Lärmemission höher sein wird. So sagte eine Betroffene:

«Stellt euch die Traktorfahrer vor, wenn die mit leeren Anhängerzügen über diese Kissen brettern, dann wackelt mein Haus.»

«Ebenso schlimm sind die Lastwagen, auch diese nehmen, wie die Autofahrer, kaum Rücksicht auf uns», legte ein zweiter Votant nach.

Nun denn, dieses Konzept steckt wahrhaftig noch in den Kinderschuhen, lobenswert ist sicherlich das Vorgehen der Behörde, denn mit solchen Informationsveranstaltungen werden die Meinungen der Steuerzahler abgeholt. Es aber schlussendlich allen recht zu machen, wird kaum möglich sein. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Geplant ist, an der Gemeindeversammlung im Herbst einen Kredit in der Höhe von rund 90'000 Franken sprechen zu können, damit Tempo 30 in Quartieren errichtet werden kann. Anregungen, Inputs, Ideen und Vorschläge nimmt der Gemeinderat bis dahin natürlich noch entgegen.