Informationsveranstaltung
Ein Pfyner Wärmeverbund ist möglich, aber es müssen sich genügend Liegenschaften anschliessen

Genügend Holz wäre vorhanden und die Investitionskosten würden 1,8 Millionen Franken betragen. Die Pfyner Bürgergemeinde präsentierte am Dienstagabend die Resultate einer Machbarkeitsstudie für einen Wärmering für Heisswasser und Heizwärme.

Manuela Olgiati
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An der Infoveranstaltung der Bürgergemeinde Pfyn in der Trotte. Vorne rechts eine Heizanlage.

An der Infoveranstaltung der Bürgergemeinde Pfyn in der Trotte. Vorne rechts eine Heizanlage.

Bild: Manuela Olgiati

In Pfyn gibt es Pläne für einen Holzwärmeverbund. Die Isoplus AG hat eine Machbarkeitsstudie erstellt. Am Dienstagabend stellte die Bürgergemeinde Pfyn in der Trotte die Resultate vor. Rund 30 Interessierte diskutierten mit.

Im Wärmeverbund wären bestehende, vorgängig fossil beheizte Gebäude integriert. Das würde bedeuten: neu bauen, erweitern oder auf Abwärmenutzung umbauen. Es gab einige Verständnisfragen. So erwähnte eine Frau, dass sie soeben eine neue Heizung installiert habe. Eines wird an diesem Abend offensichtlich: Ökologisch und ökonomisch sinnvoll soll das Resultat sein – und dazu für alle finanzierbar.

«Es hat genügend Holz im Pfyner Wald. Wir möchten die Wertschöpfung in der Region erhalten.»
Stefan Rechberger, Pfyner Bürgerpräsident.

Stefan Rechberger, Pfyner Bürgerpräsident.

Bild: Manuela Olgiati

Das sagte Stefan Rechberger, Präsident der Bürgergemeinde Pfyn. 180 Hektaren Wald besitzt die Bürgergemeinde. Die Standortfrage wäre, sollte ein solches Projekt entstehen, geklärt. Rechberger erwähnte die Umfrage im Umkreis der Poststrasse. 20 Liegenschaftenbesitzer haben Interesse bekundet, sich am Wärmeverbund zu beteiligen. Weitere 20 Liegenschaftenbesitzer sind mittel- und langfristig interessiert. Mit dem Neubau an der Steckbornstrasse 5 käme ein weiterer Interessent per 2022 hinzu.

Genossenschaft gründen und einheimisches Holz nutzen

Der wirtschaftliche Nutzen wäre gut, sagte Rechberger weiter. Zudem leiste man damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Die Idee ist, eine Genossenschaft zu gründen. Ähnliche Kooperationen gibt es bereits. Werner Dietiker, alt Gemeinderat von Felben-Wellhausen, sprach von den Erfahrungswerten seiner privaten Initiative für eine solche Anlage, die er vor zehn Jahren realisierte. 33 Bezüger werden mit Wärme und Heisswasser versorgt.

Die jährliche Holznutzung der Bürgergemeinde Pfyn beträgt 1500 Kubikmeter. Dies macht ein Volumen von 70 beladenen Lastwagen aus. Rund die Hälfte davon kann als Schnitzelholz genutzt werden. Die Bürgergemeinde beliefert bereits die Schule. Im Wärmeverbund müssten bis zu 1000 Schnitzel-Kubikmeter – dies entspricht 400 Kubikmeter – Holz eingerechnet werden.

Geschätzte Investitionskosten von 1,8 Millionen Franken

An der Infoveranstaltung der Bürgergemeinde Pfyn in der Trotte.

An der Infoveranstaltung der Bürgergemeinde Pfyn in der Trotte.

Bild: Manuela Olgiati

Sollte ein Wärmeverbund zu Stande kommen, sind mit Investitionen von 1,8 Millionen Franken zu rechnen. Isoplus-Geschäftsführer Urs Peter spricht bei der Regionalität davon, sich aus Abhängigkeiten vom Ausland zu lösen. Die Machbarkeitsstudie des Fernwärmespezialisten aus Islikon enthält viele Zahlen. Liegenschaftenbesitzer profitieren von Förderbeiträgen des Kantons. Der Energiepreis pro Kilowattstunde richtet sich gemäss Peter nach der Indexierung, derzeit liege der Preis bei 13,5 Rappen pro Kilowattstunde. Der Experte sagt:

«Ein Wärmeverbund kann nur entstehen, wenn sich genügend Teilnehmer beteiligen.»

Dann gehe es darum, in der weiteren Planung Wärmelieferverträge vorzubereiten. Derzeit erhalten die Pfynerinnen und Pfyner Infounterlagen. Eine Anmeldung für den Wärmeverbund müsste bis Mitte August erfolgen.