In Steckborn strebt ein Quartett nach dem Zepter des Stadtpräsidiums

Vier Kandidaten bewerben sich fürs freiwerdende Stadtpräsidium von Steckborn. Sie äussern sich über die Attraktivität des Städtchens, über Pläne einer Tempo-40-Zone durch die Altstadt oder die kontrovers diskutierte Scheitingerwiese.

Samuel Koch
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Die Aussicht vom Eichhölzli herab auf das Städtchen am Untersee. (Bild: Andrea Stalder)

Die Aussicht vom Eichhölzli herab auf das Städtchen am Untersee. (Bild: Andrea Stalder)

Was zeichnet für Sie Steckborn sowie seine Bewohnerinnen und Bewohner aus?

Andreas Gäumann, SP, evangelischer Pfarrer, Jahrgang 1968. (Bilder: PD)

Andreas Gäumann, SP, evangelischer Pfarrer, Jahrgang 1968. (Bilder: PD)

Andreas Gäumann: Der am See gelegene Ort hat eine schöne Altstadt und ist ein regionales Zentrum mit einem breiten Angebot. Die Bewohner sind freundlich und offen. Für seine Grösse hat das Städtchen ein sehr reichhaltiges Kulturleben.

Markus Kuhn: Naherholungsgebiet mit See und Wald, gutes und vielfältiges Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, kulturelles Angebot, breite Palette an Vereinen, Offenheit der Bevölkerung, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftsgedanke.

Roman Pulfer: Nebst dem wunderschönen Ortsbild hebt sich Steckborn durch seine gute Infrastruktur und Erreichbarkeit von anderen Gemeinden ab. Die Steckborner habe ich als offene, bodenständige und lösungsorientierte Leute kennen gelernt.

Moritz Eggenberger: Steckborn ist Zentrum, mit allem, was Jung und Alt brauchen. Steckborn soll keine Schlafstadt sein. Gesunde Finanzen und starkes Gewerbe sind wichtig, Freizeit, Kultur, Umwelt ebenso. Mein Ziel lautet: zufriedene Bürger.

Was ist Ihre Meinung betreffend dem Politikum Scheitingerwiese?

Andreas Gäumann: Die Fronten sind verhärtet. Runde Tische führen aus Sackgassen heraus. Neue Ideen können Rendite, Landschaftsbild, Verdichtung und soziale Aspekte in Einklang bringen – auch bei der Bebauung der Scheitingerwiese.

Markus Kuhn, parteilos, Sekundarlehrer Feldbach, Jahrgang 1979. (Bild: Judith Meyer)

Markus Kuhn, parteilos, Sekundarlehrer Feldbach, Jahrgang 1979. (Bild: Judith Meyer)

Markus Kuhn: Ich bin für einen Kompromiss zwischen den von den IG-Scheitingen-Mitgliedern geforderten Einfamilienhäusern und dem verdichteten Wohnen: ein familienfreundliches Quartier mit Reiheneinfamilienhäusern.

Roman Pulfer: Der Schutz des Steckborner Ortsbildes ist ein berechtigtes Anliegen. Mir scheint, als habe die Stadt diesem Punkt bei der Scheitingerwiese unter anderem durch die Unterstellung unter die Gestaltungsplanpflicht Rechnung getragen und die Sache sorgfältig behandelt.

Moritz Eggenberger: In der Raumplanung will ich «gutes Bauen» fördern. Es braucht gestalterisch stimmige Visionen für die betroffenen Quartiere. Mehrheitsfähige Lösungen sollen in nützlicher Frist im wertschätzenden Dialog erarbeitet werden.

Welchen Standpunkt vertreten Sie bezüglich der vom Stadtrat geplanten Tempo-40-Zone auf der Seestrasse in der Altstadt?

Andreas Gäumann: Aus Sicherheitsgründen ist es gut, dass in der Altstadt auf der Seestrasse Tempo 40 eingeführt wird. Ausserdem finde ich es wichtig, dass die Stadt an schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer denkt.

Markus Kuhn: Tempo 40 ist ein wichtiger Schritt, die Sicherheit der Fussgänger und Velofahrer und die Einkaufsattraktivität im Städtchen zu stärken. Begleitmassnahmen auf der Morgenstrasse müssen meiner Ansicht gleichzeitig in Kraft treten.

Roman Pulfer, FDP, Rechtsanwalt, Jahrgang 1983.

Roman Pulfer, FDP, Rechtsanwalt, Jahrgang 1983.

Roman Pulfer: Den Versuch mit der punktuellen Reduktion auf Tempo 40 beurteile ich als positiv. Im Vergleich zu anderen Instrumenten ist das relativ einfach umzusetzen und könnte nebst einem Sicherheitsgewinn auch zu einer Aufwertung führen.

Moritz Eggenberger: Die Arbeitsstätten gilt es, mit optimalen Rahmenbedingungen und individuellen Lösungen zu unterstützen. Zentral sehe ich eine attraktive Altstadt, wo das Leben an der Seestrasse ist. Die Verwaltung soll allen Beteiligten dienen.

Wie wollen Sie das Unterseestädtchen noch attraktiver gestalten?

Andreas Gäumann: In Stichworten: weitblickende Finanzpolitik, Ortsplanung optimieren, Aufbau einer Kulturkommission, Realisierung des Sportplatzes, hausärztliche Versorgung übers Jahr 2025 hinaus sowie Aufwertung der Plätze und des Quais.

Markus Kuhn: Steckborn ist bereits attraktiv. Ich möchte das Abfallthema im Feldbach angehen, die Attraktivität des Waldes fördern sowie das Miteinander der Bevölkerung, Kulturelles und die Familien in Steckborn fördern und stärken.

Roman Pulfer: Mir scheint wichtig, dass die Stadt sich aktiv als regionales Zentrum am Untersee weiterentwickelt. Das Gewerbe braucht Raum, um Arbeitsplätze zu schaffen. Dialog und gesunde Finanzen sind weitere Pfeiler für den Erfolg.

Moritz Eggenberger, parteilos, Bauverwalter, Jahrgang 1987.

Moritz Eggenberger, parteilos, Bauverwalter, Jahrgang 1987.

Moritz Eggenberger: Dialog, Dienstleistung, zufriedene Bürger: Das sind meine wichtigsten Ziele. Den Charakter und die Stärken von Steckborn will ich erhalten, fördern sowie Chancen nutzen. Verändert werden soll nur, was zu Verbesserungen führt.

Was hebt Sie von Ihren Mitstreitern ab, und warum soll man genau Sie wählen?

Andreas Gäumann: Ich bin lebens- und berufserfahren. Als langjähriger Pfarrer und Spitex-Präsident habe ich Führungserfahrung. Studium und Management-Nachdiplom belegen meine breite Ausbildung. Mit Steckborn bin ich sehr vertraut.

Markus Kuhn: Nichts hebt mich ab von meinen Mitstreitern. Wenn die Bevölkerung jemanden wünscht, der Familien fördert, christliche Werte vertritt, der Öffentlichkeit dient und Kontakt auf gleicher Ebene sucht: Dann soll man mich wählen.

Roman Pulfer: Ich bringe eine für das Amt einschlägige Fachausbildung und Berufserfahrung mit. Ich schätze den Austausch, bin lösungsorientiert und scheue mich nicht vor Entscheidungen. Als Auswärtiger kann ich zudem unbelastet entscheiden.

Moritz Eggenberger: Ich bin in Steckborn aufgewachsen und verwurzelt. Mein Rucksack ist gefüllt mit Führungs- und Praxiserfahrung, mit breiter Ausbildung und Kompetenz. Steckborns Wohl, seine Einwohner und Anliegen: Das ist meine Herzenssache.

Wie gestalten Sie Ihre Freizeit, wenn Sie mal freie Minuten geniessen?

Andreas Gäumann: In meiner Freizeit pflege ich Freundschaften, fahre Velo und reise mit dem Zug oder mit dem Auto. Gerne gehe ich auch spazieren oder wandern. Ausserdem lese ich sehr gerne Tages- und Wochenzeitungen.

Markus Kuhn: Ich bin naturverbunden, mit dem Hund unterwegs und sportlich aktiv beim Joggen, Schwimmen und Velofahren oder beim Renovieren des eigenen Hauses. Ich suche den Kontakt mit Menschen am «Wuchemärt» oder beim «Phoenix».

Roman Pulfer: Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Freunden und Familie, mit Lesen oder beim Ski- oder Kajakfahren draussen an der Sonne. Ausserdem fotografiere ich gerne und möchte mir (wieder) einen Hund anschaffen.

Moritz Eggenberger: Mit meiner Frau und unseren Buben zu joggen, Velo fahren, turnen oder im See schwimmen – das sind Ausgleich und Kraftquelle zugleich. Alltag, Vereinsleben, Freundschaften und der Kontakt zu meiner Familie sind mir auch wichtig.

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