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In Steckborn gibt's den etwas anderen Räbeliechtli-Umzug - unter Wasser

Am Donnerstagabend organisiert Sandra Büchi den zweiten Räbeliechtli-Tauchgang der Schweiz. Zwar steigen in Steckborn nur geübte Taucher ins Wasser. Interessierte können das Schauspiel aber auch vom Ufer aus verfolgen.
Samuel Koch
Zwei Taucher beleuchten mit ihren Lampen in dunkler Tiefe des Untersee ihre geschnitzten Rüben. (Bild: PD/Sandra Büchi)

Zwei Taucher beleuchten mit ihren Lampen in dunkler Tiefe des Untersee ihre geschnitzten Rüben. (Bild: PD/Sandra Büchi)

Frau Büchi, sind Taucher ein bisschen verrückt?

Nein, ich nicht mehr als andere Menschen.

Wie kommt man denn auf die Idee, einen Räbeliechtli-Tauchgang zu organisieren?

Ich bin in Frauenfeld aufgewachsen und weiss noch, wie ich früher im Kindergarten mit viel Elan am Räbeliechtli-Umzug teilgenommen habe. Noch wenn ich heute einen Umzug sehe, finde ich das schön. Seit 16 Jahren bin ich nun Tauchinstruktorin, darf unterdessen sogar Tauchlehrer ausbilden, bin wenn möglich unter Wasser und filme dort auch mit meiner Unterwasserkamera. Deshalb dachte ich mir, wieso nicht diese Schönheit der Rüben unter Wasser bringen? Nach dem erfolgreichen Vorjahr ist es übrigens schon der zweite.

Und wie funktioniert’s?

Nachdem wir uns Taucher treffen, gibt es ein kurzes Briefing, und wir bewundern und kommentieren unsere vorgängig geschnitzten Räben. Die rund ein Dutzend geübten Taucher kennen den Tauchplatz in Steckborn vor dem Seeschulhaus gut. In Gruppen tauchen wir dann mit der kompletten Ausrüstung für rund 45 Minuten ab und beleuchten mit Tauchlampen die Rüben. Nach dem Tauchgang wärmen wir uns bei einer warmen Suppe wieder auf.

Laien können also nicht mit auf Tauchstation?

Nein, Schnuppern in der Dunkelheit wäre für Neulinge definitiv zu gefährlich. Für neugierige Nicht-Taucher lässt sich aber der Räbeliechtli-Tauchgang auch vom Land aus verfolgen. Wenn wir im flachen Bereich auf gut fünf Metern Tiefe sind, sollte man die Lampen vom Ufer aus sehen.

Sandra Büchi, Tauchinstruktorin. (Bild: PD)

Sandra Büchi, Tauchinstruktorin. (Bild: PD)

Gibt es Unterschiede zum normalen Räbenschnitzen?

Nur, dass wir das grosse Loch für die Lampen unten in die Rübe schnitzen. Zudem kann man auf den Deckel mit den Schnüren verzichten.

Wie kann man sich als Laie einen Tauchgang bei Nacht vorstellen?

Ohne Beleuchtung wäre es zappenduster, dunkel wie in einer Kuh drin. Deshalb hat jeder zwei Lampen dabei, auch weil diejenige in der Räbe etwas weniger Licht gibt. Das löst nochmals besonderen Nervenkitzel, was zudem sehr mystisch aussieht. Zudem benötige ich Licht für meine geplanten Aufnahmen.

Beschreiben Sie den Unterschied an Emotionen zwischen einem gewöhnlichen Tauchgang am Tag und diesem bei Nacht.

Nachts ist die Blickrichtung stark von der Tauchlampe vorgegeben, man ist viel fokussierter unterwegs. Grad für Anfänger ist das ein sehr spezielles Gefühl, nicht viel zu sehen. Zudem sind viele nachtaktive Fische zu beobachten, die sich tagsüber verstecken. Wenn man Glück hat, sieht man zwischen den Fischreisen Aale oder Welse, die nach Beute jagen.

Ziehen die Lampen keine Fische an?

Fische nicht gross, aber unzählige kleine Krebse und Plankton schwirren um unsere beleuchteten Laternen herum.

Wie problematisch ist der derzeit tiefe Wasserstand?

Das ist nicht weiter schlimm, ausser dass wir deshalb etwas weiter draussen abtauchen oder andere Plätze suchen müssen.

Was gibt Ihnen persönlich das Tauchen?

Die Schwerelosigkeit ist wie ein Virus, das mich bei meinem ersten Tauchgang vor über 20 Jahren gepackt hat. Seither habe ich fast 1500 Tauchgänge gemacht. Vom Tauchgeschäft alleine kann ich jedoch hier in der Schweiz nicht leben, weshalb ich noch gewöhnlich arbeiten gehe.

Räbeliechtli-Tauchgang, Donnerstag, 15. November, 19 Uhr beim Hausriff Divecorner an der Seestrasse 124 in Steckborn.

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