In Schlatt schlagen die Baubewilligungen auf

Die Berchtoldsgemeinde in Schlatt sagt Ja zu zwei Krediten, dem Budget und dem revidierten Gebührenreglement.

Thomas Güntert
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Bei der Abstimmung über den Voranschlag 2020 herrschte in Schlatt Einstimmigkeit.

Bei der Abstimmung über den Voranschlag 2020 herrschte in Schlatt Einstimmigkeit.

(Bild: Thomas Güntert)

Zwei Kreditanträge standen am Anfang der traditionellen Berchtoldsgemeinde in Schlatt. Gemeindepräsidentin Marianna Frei durfte am Donnerstag 132 Stimmberechtigte zur Versammlung begrüssen. Im Zusammenhang mit der Schaffung der neuen Stelle eines Gemeindearbeiters – die Nico Berther aus Uesslingen am 1. März besetzen wird – beantragte der Gemeinderat einen Kredit über 220'000 Franken für einen Umbau der ehemaligen Kläranlage Paradies zum Werkhof.

Seit dem Anschluss an die ARA Röti in Neuhausen am Rheinfall wird die eingezäunte Anlage aus dem Jahr 1982 nur noch als Pumpstation genutzt. Nun sollen das Vorklärbecken aufgefüllt und Faulturm sowie Tropfkörper abgebrochen werden. Für den Rückbau werden 32'000 Franken benötigt, die allerdings über die Abwasserbeseitigung abgerechnet werden.

Im bestehenden Gebäude wird eine Werkstatt eingerichtet, das Labor zu Aufenthaltsraum und Büro umgebaut, die sanitären Anlagen werden erneuert. Im Aussenbereich wird für 65'000 Franken eine Holzremise gebaut.

Das nicht mehr genutzte Gebäude der ARA baut die Gemeinde Schlatt nun in einen Werkhof um.

Das nicht mehr genutzte Gebäude der ARA baut die Gemeinde Schlatt nun in einen Werkhof um.

(Bild: Thomas Güntert)

Wasserversorgung in Notlagen wird ausgebaut

Die Gemeindeversammlung genehmigte auch einen Kredit über 130'000 Franken für die Notwasserversorgung mit der Gemeinde Diessenhofen. Die Wasserwerke Diessenhofen planen das Reservoir Diebsbrunnen-Buechberg zu sanieren, mit zusätzlichem Trinkwasser zu versorgen und die Wasserversorgung bis zur Gemeindegrenze oberhalb des Kundelfingerhofs auszubauen. Die Gemeinde Schlatt kann das Wasser von der Grenze bis zur Rofäckerstrasse pumpen und von dort über das Netz dem Hochbehälter Kohlfirst zuführen.


Steuerfuss bleibt bei 50 Prozent

Das Budget 2020 der politischen Gemeinde Schlatt weist bei einem unveränderten Steuerfuss von 50 Prozent und einem Ertrag von rund 5,15 Millionen Franken ein Defizit von knapp 20'000 Franken aus. Die Ausgaben der Investitionsrechnung belaufen sich auf rund 350'000 Franken. Abzüglich der Einnahmen von Wasser, Abwasser und Strom verbleiben für die Gemeinde noch Nettoinvestitionen von rund 240'000 Franken. (gün)

Bei einer Gegenstimme sagten die Schlatter auch deutlich Ja zum neuen Beitrags- und Gebührenreglement der Werke und des Bauamts. Der Baureferent Hans Möckli bemerkte, dass die Baubewilligungsgebühren aufgrund des tiefen Deckungsgrads und der Komplexität der Gesuche künftig etwas höher ausfallen werden.

Nicht nur Freude an den Abwassergebühren

«Der Kanton wollte für das ganze Grundstück die Abwassergebühren verlangen, das wollen wir in Schlatt aber nicht», erläuterte der Werkreferent Heinz Mathys und bemerkte, dass für nicht in die Kanalisation geleitetes Regenwasser keine Gebühren erhoben werden. Bauer Ueli Amann kritisierte, dass er für Wasser, das über seinen Hofplatz in die Strasse läuft, bezahlen muss. «Ich kann nichts dafür, dass ihr die Strasse versiegelt habt», sagte Ammann.

5G-Antenne wirft Fragen auf

Vroni Herrmann erkundigte sich, um welche Antennen es sich handelt, welche die Swisscom in Schlatt auf 5G umrüsten will, und vermisste Informationen. «Dazu hat die Gemeinde gar nichts zu sagen», sagte die Gemeindepräsidentin und fügte an, dass es für die Umrüstung keine baulichen Massnahmen braucht. «Das ist unbefriedigend», erwiderte Herrmann.