In Münchwilen lebt die Beizenfasnacht wieder auf

Seit vergangenem Wochenende läuft im Hinterthurgau wieder die berühmt-berüchtigte Beizenfasnacht. Nachdem es in den vergangenen Jahren stets weniger dekorierte Beizen gab, stellen sich nun Restaurants, wie etwa das «Lime» in Münchwilen, dem Abwärtstrend entgegen.

Christoph Heer
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(B)Engeli Flavia beim Anstossen mit Servierengel Denise im Fasnachtszelt des «Lime» in Münchwilen.

(B)Engeli Flavia beim Anstossen mit Servierengel Denise im Fasnachtszelt des «Lime» in Münchwilen.

(Bild: Christoph Heer)

Da gibt es augenscheinlich alles, was es für gemütliche Fasnachtsstunden unter Gleichgesinnten braucht. Im Münchwiler Restaurant Lime ist über das vergangene Wochenende – wie andernorts auch – die Fasnacht eröffnet worden. Aber nicht wie üblich im Restaurant selber, sondern im dahinter aufgestellten Festzelt.

Platz für gut 60 Personen bietet das Zelt und besticht beim Betreten durch die auffallende Beleuchtung, die Dekoration und die hübsche Bardame. Noch am Freitagabend befestigte Serviertochter Denise die letzten Dekorationsgegenstände, wobei hier schnell klar wird, mit was für einem Motto in den kommenden Wochen die Fasnächtler begrüsst werden.

Ganz in weiss gekleidet, steht an diesem Abend Engel Denise hinter dem Tresen. Sie serviert durstlöschende Getränke, wie etwa den «Himmel-Drink» und lacht mit den Gästen um die Wette. Wo ein Engel sich bewegt, hat sich oft auch ein Teufel auf die Lauer gelegt. Am Tisch sitzt Flavia aus Münchwilen, ganz in rot gekleidet, mit Hörnern, kleinen Flügeln und geniesst ihr Eve.

«Ich bin weniger als Teufel, sondern vielmehr als Engeli mit einem B vornedran hier»

sagt die Besucherin. Dieses Fasnachtszelt gefalle ihr sehr gut. «Die Musik, die nette Bedienung, hier stimmt’s einfach.» Sie sei ein Fan von Guggenmusik, dahingehend erklärt der Wirt des «Lime», dass sicher die eine oder andere Guggenmusik im Zelt vorbeischauen wird.

Vor fünf Monaten das «Lime» übernommen

Es ist Urs Wegmann mit seiner Schwester Manuela Ehrensperger, der das «Lime» seit rund fünf Monaten betreibt und so wieder für ein weiteres Angebot, in der hiesigen Gastroszene sorgt. (B)Engeli Flavia weiss, dass die Mutter der beiden immer wieder im Restaurant mithilft, «dieses Trio ist unschlagbar», sagt sie.

Bekannt sind mittlerweile die abwechslungsreichen und frisch zubereiteten kulinarischen Angebote. Jetzt, während der Fasnacht, gibt es natürlich auch die zuverlässigen «Hong-KongWürstli» und «Bock-Würstli». «Zu empfehlen sind aber auch die ‹Knopf-Würstli›, die muss man probiert haben», sagt Servierengel Denise.

Unterdessen füllt sich das Fasnachtszelt langsam. Drei Männer nehmen einen ersten Augenschein vom neuen Angebot, während sich genannte Flavia sichtlich wohlfühlt und mit Freunden ins Gespräch kommt.

DJ Mike mit Wirt Urs Wegmann und Beleuchtungschef Sandro.

DJ Mike mit Wirt Urs Wegmann und Beleuchtungschef Sandro.

(Bild: Christoph Heer)

Dafür, dass Augen und Ohren auch verwöhnt werden, waren am vergangenen Freitagabend DJ Mike und Beleuchtungschef Sandro besorgt. Fasnachtsstimmung pur, in einem tollen Ambiente, mit Personal, das sich Mühe gibt. Zwar gibt es hier keinen «Kafi am Pischterand», wie es Vreni Schneider einst besang, dafür aber «Kafi-Himmel» und «Kafi-Hölle» – im Übrigen, alles ohne Konsumationszuschlag.