In Homburg steigen Schülerzahlen und Steuern gleichzeitig

Die Primarschulgemeinde Homburg freut sich über viel Zuwachs an Kindern. Dafür droht eine deutliche Steuererhöhung.

Margrith Pfister-Kübler
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Dutzende Schulbürgerinnen und Schulbürger informieren sich in der Turnhalle Hörhausen aus erster Hand.

Dutzende Schulbürgerinnen und Schulbürger informieren sich in der Turnhalle Hörhausen aus erster Hand.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Grossaufmarsch trotz Corona-Virus. Trotz den strengeren Auflagen beim Einlass zog der Infoanlass der Primarschulgemeinde Homburg am Montagabend viele Interessierte in die Turnhalle in Hörhausen. «Ich habe mit zehn Leuten gerechnet, offensichtlich ist die Angst vor Corona hier nicht so gross», sagte Schulpräsident Daniel Bühr. Denn die eigentliche Gemeindeversammlung findet erst am 25. März um 20 Uhr statt.

Rekordverdächtige Anzahl Kindergartenkinder

Daniel Bühr, Präsident Primarschulgemeinde Homburg.

Daniel Bühr, Präsident Primarschulgemeinde Homburg.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Es ist ein Luxusproblem mit so vielen Kindern. Innert zehn Jahren haben wir über 40 Prozent mehr», sagte Bühr und zeigte sich glücklich über diese Entwicklung. Sie beweise, dass Homburg mit ihren Dorfteilen bei jungen Familien ein äusserst beliebter Wohnort ist. Bühr blendete zurück, was in den letzten Jahren an Schulräumen gebaut wurde.

«Mit dem Wissen der steigenden Schülerzahlen wurde das Schulhaus und somit zusätzlicher Platz für die Beschulung gebaut.»

Vizepräsident Bruno Meister zeigte anhand der Statistik das Wachstum der Schülerzahlen seit elf Jahren auf. Wegen geburtenstarker Jahrgänge wird die Schülerzahl über 170 ansteigen (Basis Schuljahr 13/14). Für das Schuljahr 20/21 sind rekordhohe 28 Kindergartenkinder angemeldet. Für die drei Folgejahre wird mit 18 bis 25 Kindern gerechnet.

«Die Zahl wird sich gesamthaft bei 160 einpendeln. Wir sind in einer rollenden Planung und wollen die Infrastruktur optimal ausnutzen.»

Trotz des enormen Zuwachses wird versucht, weiterhin kleine Klassen zu führen. Flächenmässig ist Homburg eine grosse Gemeinde mit je einem Schulhaus in Hörhausen und Unterhörstetten. «Und immer noch ohne Veloweg», klagte Behördenmitglied Edi Frei.

Deshalb würden die Schulwege und Schülertransporte nach einer generalstabsmässigen Planung rufen. Ebenso die Beschulung des Kindergartens durch Schulleiterin Esther Hiller und der Wechsel auf das Zwei-Jahrgangs-Klassensystem bis zur Hauswarte-Organisation, präsentiert durch Thomas Häni.

Anpassung an den Fahrplan des Postautos geplant

Geplant sind auch neue Haltestellen, denn der Bus muss in vier Schlaufen fahren. Angedacht sind neue Halte im Tägermoos, Bulgen, Salen und Reutenen. Nebst dem Schulbus will auch die Anpassung an den Fahrplan des Postautos geplant sein. Zeitgerechter Transport macht den Einsatz eines zweiten Schulbusses nötig. Im Juni werden die definitiven Fahrpläne vorliegen. «Uns ist wichtig, dass die Kinder einen langen Mittag mit mindestens 45 Minuten Aufenthalt haben, damit sie zu Hause essen können und Seelenpflege bekommen», sagte Schulleiterin Hiller. Die Kapazitäten des Mittagstisches müsse mit der politischen Gemeinde angeschaut werden. «Wir legen grössten Wert auf eine sehr gute Schulkultur», sagte Bühr.

Alles prima? – Nicht ganz, denn das starke Wachstum an Schülerzahlen hat finanzielle Folgen. Dazu entfällt die jährliche kantonale Besoldungspauschale von zirka 55'000 Franken (zirka zwei Steuerprozente). Dazu kommen laufende Kosten für die neue Schulklasse von 2,5 Prozentpunkten sowie Mehrkosten für den Schülertransport. Im Budget 2020 wird deshalb mit zirka 6,5 Steuerprozenten mehr gerechnet (inklusive einmalige Ausgaben). Und weil sie nicht wie bisher vom neuen Beitragsgesetz aufgefangen werden, ist eine Steuerfusserhöhung wohl unumgänglich – von derzeit 64 auf 74 Prozentpunkte.