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In Gachnang neigt sich die Ära Herrmann dem Ende zu

Erstmals seit 1984 bestimmt die Evangelische Kirchgemeinde Gachnang wieder eine Pfarrwahlkommission, denn Pfarrer Christian Herrmann geht nach 35 Jahren in Pension.
Stefan Hilzinger
Die Pfarrwahlkommission mit Kirchenpräsident Alfred Hunziker (links) sucht nun zwei Pfarrerinnen oder Pfarrer für Gachnang. (Bild: Reto Martin)

Die Pfarrwahlkommission mit Kirchenpräsident Alfred Hunziker (links) sucht nun zwei Pfarrerinnen oder Pfarrer für Gachnang. (Bild: Reto Martin)

Darum kommt er nun nicht herum: «Ich ha jetz denn au so n’es Telefon, wo n’ich no nie gha ha», sagte Pfarrer Christian Herrmann und meinte sein Diensthandy. Noch vor den Sommerferien ziehen er und seine Frau Kerstin aus dem Gachnanger Pfarrhaus an der Strehlgasse aus – nach 34 Jahren. Im Amt bleibt der dienstälteste Seelsorger im Kanton bis November 2020. Damit er am neuen Wohnort in Oberhörstetten auch gut erreichbar bleibt, musste ein Handy her.

Veränderungen bieten Stoff für Diskussionen

An der Kirchgemeindeversammlung am Freitagabend stellten 51 Kirchbürger (von 2299) die Weichen für eine Nachfolge Herrmanns. Sie wählten eine 14-köpfige Pfarrwahlkommission, bewilligten für die Übergangszeit eine 50-Prozent-Pfarrstelle und gaben grünes Licht für die Innenrenovation des Pfarrhauses.

All das bot reichlich Stoff für Diskussionen und Fragen an die Kirchenvorsteherschaft, denn das Ende der Ära Herrmann bringt manche Veränderung mit sich. So wird es künftig zwei Pfarrämter geben, mit möglichst zwei vollamtlichen Pfarrerinnen oder Pfarrern. Kirchbürger meinten, man soll die Stellen mit 80 bis 100 Prozent ausschreiben. Der Antrag war ohne Erfolg. Eine Kirchbürgerin sagte.

«Das würde insbesondere Frauen ermutigen, sich zu bewerben»,

Zweite Stelle für vorerst zehn Jahre gesichert

Evangelisch Gachnang hat mit 13 Prozent einen der tiefsten Kirchensteuerfüsse im Kanton. Vorerst wird dies so bleiben, wie Kirchenpfleger Ernst Gerber erklärt. Allerdings braucht die Kirche nun zwei Fonds schrittweise auf, um die zweite Pfarrstelle für vorerst rund zehn Jahre mitzufinanzieren. Entgegen den vergangenen hundert Jahren, wo lediglich drei Pfarrherren amteten, hat sich der Planungshorizont realistischerweise verkürzt. Kirchenpfleger Gerber sagt:

«Der Steuerfuss wird aber zum Thema werden.»

Rechnung und Budget samt künftiger Verwendung der Fonds segneten die Kirchbürger einstimmig ab. Ein Ja gab es auch zum Kredit über 440000 Franken für die Innensanierung des Pfarrhauses. Nebst kosmetischen Arbeiten geht es vor allem darum, die Wärme- und Schallisolation des Baus zu verbessern. Dank genügend flüssiger Mittel kann die Kirche die Arbeiten selber bezahlen und sogleich abschreiben.

Vorsteherschaft mit wenig Enthusiasmus für Solarenergie

Schliesslich stellte die Behörde den Antrag, sich mit 22000 Franken am Projekt Gachnanger Solarstrom zu beteiligen. Es gab zwar ein klares Ja, allerdings ohne Ja-Stimmen aus der Vorsteherschaft. Mancher Stimmbürger hatte sich hier mehr Engagement der Behörde gewünscht. «Es ist nicht unsere Kernaufgabe, Strom zu produzieren», sagte Kirchenpräsident Alfred Hunziker.

Aufgeteilt in Gachnang-Ost und Gachnang-Ost

Rund 2800 «Seelen», so drückt es Pfarrer Christian Herrmann aus, gehören zur Evangelischen Kirchgemeinde Gachnang. Sie weist einige Besonderheiten auf: So gehört die einstige Gemeinde Bertschikon (heute zu Wiesendangen) im Kanton Zürich seit je her zu Evangelisch Gachnang. Gleiches gilt für Gerlikon und die Quartiere Zelgi und Schönenhof, die seit gut zwanzig Jahren Teil von Frauenfeld sind.

Bisher meisterte Christian Herrmann die Betreuung der «Seelen» als einziger Pfarrer, unterstützt von vielen Freiwilligen und seit einiger Zeit auch von Pfarrer Hendrik de Haas aus Hüttlingen für den Konfirmandenunterricht sowie von Vikarin Sabine Schüz, die in der Übergangsphase nun für ein Jahr in einem 50-Prozent-Pensum als Pfarrerin angestellt werden soll.

Künftig gibt es zwei geografisch gegliederte Pfarrämter:
- Gachnang-West, das von Stegen und Bertschikon über Islikon bis nach Strass reicht.
- Gachnang-Ost, das sich von Gachnang über Gerlikon und Oberwil bis Niederwil zieht. (hil)

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