In Gachnang drängt die Zeit

Die Veranstalter des Motocross-Grand-Prix of Switzerland haben ein Baugesuch gestellt, das nun im Gemeindezentrum Gachnang öffentlich aufliegt. Geplant ist, dass der Parcours während drei Jahren stehen bleibt.

Rahel Haag
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Noch ist offen, ob der Motocross-Grand-Prix of Switzerland auch 2019 auf der Anlage «Schweizer Zucker» stattfinden wird. (Bild: Donato Caspari, 19. August 2018)

Noch ist offen, ob der Motocross-Grand-Prix of Switzerland auch 2019 auf der Anlage «Schweizer Zucker» stattfinden wird. (Bild: Donato Caspari, 19. August 2018)

Vor einem Monat ging der Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil zum dritten Mal über die Bühne. 30000 Besucher hatten damals den weltbesten Motocross-Fahrern zugejubelt. Damit die Veranstaltung auch in Zukunft stattfinden kann, mussten die Veranstalter ein Baugesuch einreichen. Dieses liegt seit vergangenem Freitag im Gachnanger Gemeindezentrum öffentlich auf.

Dem Gesuch ist zu entnehmen, dass der Parcours neu während drei Jahren stehen bleiben soll. Dabei handelt es sich um insgesamt elf Sprünge. 2021 würden sie vollständig zurückgebaut. Weitere Teile der Infrastruktur wie Zuschauertribünen, VIP-Zelt und Restaurant würden dagegen jeweils nach der Veranstaltung wieder verschwinden.

Grasende Kühe geniessen eine bessere Aussicht

Zu einem früheren Zeitpunkt sei geplant gewesen, dass auch die Tribünen während der drei Jahre stehen bleiben sollen. «Das kam für uns aber nicht in Frage», sagt Gemeindepräsident Matthias Müller. Auch eine Umzonung der Parzelle von der Landwirtschafts- in eine sogenannte Sportzone lehnte die Gemeinde ab, weil der betroffene Bauer das Gelände auch in Zukunft als Weideland nutzen wolle. «Zudem befürchteten wir, dass nach einer Umzonung ein Gesuch für eine Trainingspiste gestellt worden wäre.» Das sei für die Gemeinde aber keine Option. Das Gelände liege «zu nah am Dorf».

Gegen das Vorhaben, die Hindernisse während der drei Jahre stehen zu lassen, will sich die Gemeinde dagegen nicht wehren. Die sogenannten Sprünge sind maximal zweieinhalb Meter hoch. «Für die Kühe, die dort weiden, ist das kein Problem. Sie geniessen eine bessere Aussicht», sagt Müller. Zudem sei es sinnvoller, den Parcours zu belassen, statt mit Lastwagen aufzufahren und ihn zurückzubauen.

Die Veranstalter kostete der Auf- und Rückbau des Parcours jeweils rund 250000 Franken. Diese Kosten machten einen Grossteil des Verlustes aus. «Bleibt der Parcours stehen, bedeutet das für uns eine entscheidende finanzielle Entlastung», sagt OK-Präsident Willy Läderach, «und auch aus ökologischer Sicht ist es sinnvoller.» Obwohl die Veranstaltung dieses Jahr ein Erfolg war, haben die Veranstalter wieder rote Zahlen geschrieben. Wie hoch der Verlust ausfällt, kann Läderach aber noch nicht sagen.

(Bild: Donato Caspari)
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Nebst dem finanziellen, steigt auch der zeitliche Druck. Der Weltmotorradverband FIM sowie der Vermarkter Youthstream möchten den Vertrag um weitere drei Jahre, also bis 2021, verlängern. Bis Ende September hätte er unterschrieben werden sollen. Das nötige Baugesuch liegt allerdings noch bis Anfang Oktober auf. «Verband und Vermarkter haben uns eine Fristverlängerung bis Ende November gewährt», sagt Läderach. Sollten Einsprachen gegen das Baugesuch eingehen, werde es kritisch. «Wir hoffen, dass es klappt.» Der Kanton, welcher für Bauten ausserhalb Bauzonen zuständig ist, wird abschliessend einen Entscheid bezüglich des Baugesuchs fällen.

«Man kann nicht alles verbieten»

Matthias Müller – der früher selber zwar nicht Motocross, dafür aber Töff fuhr – fände es schade, wenn die Veranstaltung nicht mehr stattfinden könnte. Er sei jeweils als Besucher auf dem Gelände gewesen. «Die Infrastruktur ist hervorragend, und es gab nie Probleme beispielsweise mit Abfällen oder Beschädigungen», sagt er. Man müsse einen Kompromiss finden, damit es für alle stimme, aber ein Wochenende im Jahr müsse ein solcher Anlass möglich sein. «Man kann nicht alles verbieten.»