In fünf Minuten zur grossen Liebe: In Frauenfeld findet erstmals ein Speed-Dating statt, und es geht nur ums Reden

Zumindest im offiziellen Rahmen berührt man sich noch nicht. Das erste Speed-Dating in Frauenfeld geht diesen Freitag in der Gwölb-Bar über die Bühne.

Mathias Frei
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Eine junge Frau bei einem Speed-Dating.

Eine junge Frau bei einem Speed-Dating.

(Bild: Nana do Carmo)

Angemeldet hatte sich Stana Strophalski bereits. «Aber dann habe ich gemerkt, dass es sich um ein Sensual-Speed-Dating handelt. Da redet man nicht miteinander, sondern berührt sich.» Das war für die Frauenfelderin, die auch als Singer/Songwriterin auf der Bühne steht, dann doch «too much» – und sie machte einen Rückzieher. Bei Frauenfelds erstem Speed-Dating, das Strophalski diesen Freitag mit einer Freundin in der Gwölb-Bar veranstaltet, geht es wirklich nur ums Reden. Und wenn Sympathie vorhanden ist, kann man danach an der Karaoke-Party ein Duett singen.

«Wir haben auch Liebeslieder im Angebot.»

Das sagt Giusi Immordino, seit 15 Jahren Gwölb-Wirt und früher Betreiber der Videothek Ramo. Die etwas versteckt liegende Bar (Zugang über den Casino-Hinterhof von der Kasernenstrasse her) ist bekannt als Dartlokal und für die regelmässigen Karaoke-Partys am Freitagabend.

Spielen Amor: Speed-Dating-Mitveranstalterin Stanushka Strophalski und Gwölb-Bar-Wirt Giusi Immordino.

Spielen Amor: Speed-Dating-Mitveranstalterin Stanushka Strophalski und Gwölb-Bar-Wirt Giusi Immordino.

(Bild: Mathias Frei)

Nun gibt es für Singles gewissermassen ein Vorspiel vor dem Karaoke. «Wir sprechen Männer und Frauen zwischen 25 und 45 an», sagt Strophalski. Wer dabei sein will, meldet sich bei ihr an. So weiss sie auch, wer am Freitagabend am langen Tisch nach fünf bis maximal sieben Minuten den Platz wechseln und einer neuen Person des anderen Geschlechts gegenübersitzen wird. Die Teilnehmer an diesem Gratis-Speed-Dating kämen aus Frauenfeld und Winterthur. «Ein Konstanzer ist dabei, und ein Teilnehmer ist 49 Jahre alt.» Aktuell hat Strophalski 20 Anmeldungen.

«Es dürfen noch mehr werden, gerne auch mehr Frauen.»

Strophalski lebt in einer Beziehung und ist am Freitag für die Moderation besorgt. Ihr Beweggrund für das Speed-Dating ist unmissverständlich: «Ich bin eine Gegnerin von Tinder. Wir sollten uns wieder vermehrt persönlich begegnen.» Bei einem Face-to-Face-Speed-Dating könne man nicht einfach nach links wischen, wenn kein Interesse besteht, sondern müsse sich mit dem Gegenüber auseinandersetzen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen Nummern. Nach den kurzen Gesprächen trägt man auf einer Karte ein, ob es gepasst hat oder nicht. Die Auswertung, wer mit wem mag und mit wem nicht, erfolgt direkt nach dem Speed-Dating. Spätestens dann ist Social-Distancing Corona zum Trotz passé – und der grossen Liebe steht nichts mehr im Weg.

Fr, 13.März, Karaoke-Speed-Dating-Party, 20 Uhr, Gwölb-Bar. Anmeldungen an: facebook.com/stana.strophal

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Dieter Langhart