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In Frauenfeld würfelt Stadtpräsident Anders Stokholm und verliert sich aktiv

Um mehr über die Frauenfelder Innenentwicklung in den Quartieren zu erfahren, hat die Stadt zu einem anschaulichen Spaziergang eingeladen.
Samuel Koch
Stadtentwicklerin Sabina Ruff und Stadtpräsident Anders Stokholm lesen die nächste Aufgabe vom Würfel aus Karton ab.Bild: Reto Martin

Stadtentwicklerin Sabina Ruff und Stadtpräsident Anders Stokholm lesen die nächste Aufgabe vom Würfel aus Karton ab.Bild: Reto Martin

Trocken und theoretisch. So wirkt das Thema Stadtentwicklung als Ganzes. Hingegen lebhaft und greifbar machen will die Stadt ihre Innenentwicklung gegenüber der Bevölkerung. «Partizipation ist in aller Munde», sagt Sabine Ruff am Mittwochvormittag bei einem Spaziergang mit Stadtpräsident Anders Stokholm durch die Frauenfelder Innenstadt. Dazu hat die Bereichsleiterin für soziokulturelle und sozialraumorientierte Stadtentwicklung einen Würfel aus Karton mitgenommen, «um sich damit in der Stadt aktiv zu verlieren».

Denn in den vergangenen Zukunftswerkstätten und den Stadtlabors «Café des Visions» sei oft die Frage aufgekommen, wie Stadtentwicklung genau funktioniere.

«Bei der sozialräumlichen Entwicklung geht es um nicht abzugrenzende Räume, in denen sich die Menschen bewegen.»

Beim Spaziergang im Stadtzentrum fokussieren Ruff und Stokholm darauf, Menschen in die Wahrnehmung des unmittelbaren Raums mitzunehmen. Stokholm würfelt. «Welches ist das Haus mit den wenigsten Etagen?», fragt er. Die Blicke beim Meitlibrunnen in der Altstadt schweifen umher. Die Lösung ist rasch gefunden. Viel entscheidender aber ist das aktive Beobachten der Umgebung.

Ausschau halten nach Katzenleitern

Nach weiterem Würfeln soll der Weg dorthin führen, wo es in der Altstadt am ruhigsten ist. «Wer hat den schönsten Balkon?» oder «Zähle alle Briefkästen in dieser Strasse!» lauten die nächsten Aufgaben. Über den Bankplatz, Mittelgasse, Rathausplatz geht es weiter in Richtung Thundorferstrasse. «Berühren Sie drei unterschiedliche Fassadenarten», sagt Ruff. Gesagt, getan.

An der nächsten Ecke ist Kreativität gefordert, als sich die Teilnehmenden eine Geschichte zu einem Haus ausdenken sollen. Dann braucht es hingegen wieder detektivisches Gespür. Wer findet die nächste Katzenleiter? – «Das dürfte schwierig werden mitten im Zentrum», meint Anders Stokholm. Hinter der alten Huberei macht Sabina Ruff eine aus.

Das Würfelspiel lässt sich mit dem französischen Begriff «dériver» (auf Deutsch: umherschweifen) zusammenfassen. «Man sieht die Quartiere mit anderen Augen», meint Stokholm, der sich mit dem Stadtrat als Legislaturziel auf die Fahne geschrieben hat, ein Gesamtbild zur Stadtentwicklung zu schaffen.

«Aber wir wollen auch in die Quartiere hineinzoomen.»

Entwicklung finde zunächst in den Quartieren statt, «aber es braucht auch einen roten Faden». Stokholm zählt etwa den bereits realisierten Masterplan im Langdorf auf. Es gehe um Selbstorganisation, ergänzt Ruff. «Mit unserer Unterstützung können die Bewohner ihre Stadt so gestalten, wie sie es wollen.»

Anliegen aus Quartieren fliessen in Stadtplanung ein

Als Beispiel nennt Ruff den aus Ideen und Wünschen der Bevölkerung entstandene Stadtplan, der in überdimensionaler Grösse im Lichthof des Rathauses steht. Ruff meint:

«Wir wollen die Bevölkerung nicht nur fragen, sondern ihre Anliegen jetzt auch in die Stadtplanung einfliessen lassen.»

Der Frauenfelder Stadtplan mit den eingezeichneten Ideen und Wünschen. (Bild: PD)

Der Frauenfelder Stadtplan mit den eingezeichneten Ideen und Wünschen. (Bild: PD)

Als nächster Anlass organisiert die Stadt am Donnerstag, 24.Oktober, um 17 Uhr das «Nachtlabor» im Coworking-Space an der Bahnhofstrasse 56. «Wir wollen weiter Ideen schmieden und Projekte entwickeln», steht auf dem Flyer. Am Samstag, 26.Oktober, informiert sie um 10 Uhr in der Militärsporthalle an der Waffenplatzstrasse 3 zudem über die Entwicklung des Murgbogens.

Wer sich nicht bis dann gedulden kann, meldet sich direkt bei Sabina Ruff. Sie informiert, wie sich jeder mit einem Würfel aktiv in der Stadt verlieren kann.

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