Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

In Frauenfeld wird repariert, bis der Lötkolben qualmt

Im Quartiertreff Talbach in Frauenfeld fand am Samstag das elfte Repair-Café statt. Zahlreiche Helfer hauchten defekten Gegenständen wieder Leben ein.
Andreas Taverner
Das Anlöten von zwei feinen Kabeln erfordert im Repair-Café mehrere ruhige Hände. (Bild: Andreas Taverner)

Das Anlöten von zwei feinen Kabeln erfordert im Repair-Café mehrere ruhige Hände. (Bild: Andreas Taverner)

Trotz Ferienende und einer Baustelle direkt vor der Tür, konnten sich die Veranstalter des elften Repair-Cafés beim Quartiertreff Talbach nicht über zu wenig Publikum beklagen. Mehrere Tischreihen, unterteilt in zu reparierende Dinge, die aus Stoff oder Holz bestehen und daneben elektronische Geräte: Alles steht fein säuberlich bereit.

Und die Helfer versuchen, defekten Geräten wie Wecker, Föhn, Lampe oder Laptop wieder Leben einzuhauchen. Erstmals hilft auch Felix Jost, Informatiker ETH, mit. Er sagt:

«Ich werde versuchen, defekte Laptops von ihren Softwareproblemen wie Viren, defekten Treibern und Ähnlichem zu befreien.»

Felix Jost, Informatiker ETH, versucht ein Softwareproblem, das ein Spiel verursacht hat, zu lösen. (Bild: Andreas Taverner)

Felix Jost, Informatiker ETH, versucht ein Softwareproblem, das ein Spiel verursacht hat, zu lösen. (Bild: Andreas Taverner)

Immer wieder ist auf den Reparaturdatenblättern dasselbe zu lesen: Geht nicht, läuft nicht. Dies ist jedoch für die eingespielten Mannschaften keine Schwierigkeit. Nachdem das Problem so exakt wie möglich diagnostiziert wurde, wird nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. So versucht Thomas Zurbrügg mit fast unendlicher Geduld ein Geräusch eines rund 30-jährigen Föhns zu beheben.

Als der übliche Sekundenkleber nicht die gewünschte Wirkung zeigt, wird erstmalig ein UV Kleber eingesetzt. Ohne Erfolg. Schliesslich bleibt dem Kunden nur die Gewissheit, dass alles versucht wurde, um das Problem zu beheben. «So kann ich den Föhn nun mit gutem Gewissen entsorgen», sagt der Kunde.

Manches muss zu Hause fertig geflickt werden

Viele der Helfer sind vom Fach. Zum Beispiel Ludwig Krähenmann. Er, der sich selbst als «Chlüteri» bezeichnet, ist gelernter Schreiner. Sollte er heute etwas nicht flicken können, weil der Holzleim länger zum Trocknen braucht, wird er wie schon in der Vergangenheit, das gute Stück mit nach Hause nehmen und dem Kunden telefonisch mitteilen, wann der geflickte Gegenstand bei ihm abholbereit ist.

Oder Franz Prassl. Seit er 1958 das Handwerk des Buchbinders erlernt hat, flickt er mit Leib und Seele Bücher aller Art. «Am Schluss muss es wieder funktionieren», meint er, und zeigt auf eine Bibel. Diese hat wertvolle Buchdeckel, die nicht beschädigt werden dürfen. Der rüstige Rentner erklärt:

«Viel Geduld, noch mehr Wissen und eine genaue, saubere Arbeitsweise sind Voraussetzung, damit die Reparatur gelingt.»

Franz Prassl kommt nebst seiner Geduld auch seine langjährige Berufserfahrung als Buchbinder beim Flicken diverser Bücher zugute. (Bild: Andreas Taverner)

Franz Prassl kommt nebst seiner Geduld auch seine langjährige Berufserfahrung als Buchbinder beim Flicken diverser Bücher zugute. (Bild: Andreas Taverner)

In der Zwischenzeit hat sich Albertine Benz einem Stofftier, dem der Kopf abgefallen ist und dessen Musikdose kaum noch funktioniert, angenommen. Geschickte Hände, beim Nähen und die Unterstützung ihrer Kollegin, die extra nach Hause gegangen ist, um speziellen Faden zu besorgen, hauchen dem rund 50 Jahre alten Plüschtier wieder Leben ein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.