In Frauenfeld sind 117 Unterflurcontainer in Betrieb, ein Ende ist aber noch nicht in Sicht

Frauenfeld steht im fünften Jahr der Unterflurcontainer. Im Kampf gegen lose Kehrichtsäcke reichen die angepeilten 120 Standorte nicht.

Mathias Frei
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Ist in Sachen Entsorgung guter Dinge: Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofchef, am Unterflurcontainer-Standort Sonnenhofstrasse.

Ist in Sachen Entsorgung guter Dinge: Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofchef, am Unterflurcontainer-Standort Sonnenhofstrasse.

(Bild: Donato Caspari)

Keine Rückmeldungen sind gute Rückmeldungen. Das gilt bei der Umstellung auf Unterflurcontainer (UFC) für den Haushaltkehricht – und das ist in Frauenfeld der Fall.

«Wir bekommen höchst selten Reaktionen aus der Bevölkerung. Die Frauenfelderinnen und Frauenfelder schätzen offensichtlich die Vorteile des Abfallentsorgungskonzepts mit Unterflurcontainern.»

Das sagt Daniel Weishaupt. Er ist stellvertretender Werkhofchef, hat das Konzept im Jahr 2015 erarbeitet und setzt es seit 2016 um.

Leerung eines Unterflurcontainers an der Talackerstrasse in Frauenfeld.

Leerung eines Unterflurcontainers an der Talackerstrasse in Frauenfeld.

(Bild: Andrea Stalder)

Aktuell sind auf Stadtgebiet 117 UFC-Standorte in Betrieb, davon ein Dutzend mit Wertstoffsammlung (Glas, Blech). Diese und vergangene Woche hat Weishaupt wieder ein halbes Dutzend Baugesuche in die öffentliche Auflage geschickt: an der Maiholzstrasse, Broteggstrasse, St.Johannstrasse, Feldhofstrasse, Speicherstrasse und am Altweg.

«Unser erklärtes Ziel waren 100 Standorte bis Ende des Jahres 2020.»
An der Talackerstrasse in Frauenfeld wird ein Unterflurcontainer geleert.

An der Talackerstrasse in Frauenfeld wird ein Unterflurcontainer geleert.

(Bild: Andrea Stalder)

KVA Thurgau zahlt bis 2025 pro Standort 6000 Franken

Im Jahr 2015 genehmigte der Gemeinderat einen Nettokredit über 1,7 Millionen Franken für die flächendeckende Umstellung auf Unterflurcontainer. Frauenfeld gehörte zu den ersten Gemeinden im Thurgau. Ziel: keine losen und möglicherweise aufgerissenen Kehrichtsäcke mehr auf der Strasse.

«Eine saubere Lösung, nicht zuletzt, weil die Standorte regelmässig gereinigt werden.»

Daniel Weishaupt erklärt es so. Angedacht waren damals 120 Standorte. Dabei ging es um die Aufhebung bestehender Sack-Sammelpunkte. Man rechnete mit durchschnittlichen Kosten von 20'000 Franken pro Anlage. Davon übernimmt der Verband KVA Thurgau im Rahmen einer Anschubfinanzierung, die mittlerweile bis ins Jahr 2025 verlängert worden ist, einen Kostenanteil von 6000 Franken.

Blick in einen Unterflurcontainer mit Säcken der KVA Thurgau.

Blick in einen Unterflurcontainer mit Säcken der KVA Thurgau.

(Bild: Ralph Ribi)

«Die aktuell 117 Standorte haben die Stadt netto 1,2 Millionen Franken gekostet», sagt Weishaupt. Die Bruttokosten mit dem KVA-Beitrag liegen bei 1,7 Millionen. Man liegt also klar unter Budget. «Aber wir sind auch noch nicht flächendeckend.» Denn zusätzlich habe man bei diversen bestehenden Mehrfamilienhäusern 800-Liter-Container durch UFC ersetzen können. Bis spätestens Ende 2025, also im Rahmen der KVA-Anschubfinanzierung, wolle man nun in den Quartieren eine möglichst flächendeckende UFC-Abdeckung erreichen. Wie viele Anlagen dafür noch nötig sind, kann Weishaupt nicht konkret beziffern.

«Auf jeden Fall braucht es mehr als 120 Standorte, aber wir werden im Rahmen des gesprochenen Nettokredits bleiben.»

Ein einziger Standort durch Einsprache verhindert

Der Kehrichtsack der KVA Thurgau.

Der Kehrichtsack der KVA Thurgau.

(Bild: PD)

Weishaupt ist nach eigenen Angaben «Feuer und Flamme» für die Umstellung auf Unterflurcontainer. So ist es nicht verwunderlich, dass er bei der Standortwahl mit Bedacht vorgeht. «Wir konnten genau einen geplanten Standort wegen einer Einsprache nicht realisieren.» Weishaupt versucht, auf städtischem Grund zu bauen. Und jeder Einwohner soll im Schnitt nicht mehr als 250 Meter zum UFC gehen müssen. «Für die Planungen braucht es ein gutes Augenmass.» Die viel grössere Herausforderung sei das dichte Leitungsnetz im Boden. Und der Zugang zum Unterflurcontainer muss sicher sein, also möglichst vom Trottoir her. Weil Weishaupt versucht, Synergien bei Strassensanierungen zu nutzen, und bei neuen Überbauungen aktiv Bauherren angeht, liegen die Kosten pro Standort unter Budget.

Weil die Abdeckung mittlerweile gut ist, stellt auch der Abfalltourismus – und damit verbunden volle Container – aus den ersten Jahren kein Problem mehr dar, mit Ausnahme vielleicht der Weihnachtsfeiertage. Der Leerungsrhythmus habe sich gut eingependelt.

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