Glosse

In Frauenfeld ist Neujahr am Dreikönigstag

Warum die Uhren in der Thurgauer Hauptstadt etwas anders ticken.

Stefan Hilzinger
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Stefan Hilzinger, Redaktor

Stefan Hilzinger, Redaktor

Das üppige Angebot in den Läden über die Festtage stellt zwar eine latente Gefahr für den Hosenbund dar. Die Auslagen von Coop, Migros und Co. bieten aber auch eine echte Orientierungshilfe im Alltag. Wie soll man vor lauter Erderwärmung noch wissen, ob aktuell grad Winter, Frühling oder bereits wieder Sommer ist? Eben: Solange es Christbaumschöggeli in den Läden hat, ist Winter. Sobald die Schoggihasen in den Gestellen stehen, ist Frühling, unabhängig davon, ob es draussen nun weiss oder grün ist. Die Jahreszeit dazwischen – die Narrenzeit – erkennt man an den Fasnachtschüechli oder an den Salzissen.

Doch ausgerechnet der Frauenfelder Stadtrat schafft es nun, Unordnung in diese Ordnung zu bringen. Er verschiebt das Neujahr (oder zumindest den Neujahrsempfang) auf den Dreikönigstag – eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Stadtparlament. Wohl darum, damit auch die Letzten bis dann ihren Rausch ausgeschlafen haben, und so den Worten des Stadtpräsidenten auch hübsch zuhören können.

So ganz konsequent frauenfelderisch ist diese Verschiebung aber nicht. Wenn schon, dann hätte das Neujahr auf den dritten Sonntag im Januar geschoben werden müssen, einen Tag vor den hiesigen Bechtelistag, der bekanntlich schön längst ausserhalb des normalen Kalenders liegt.