In Frauenfeld ist keiner zu klein, ein Feuerwehrmann zu sein

Im Einkaufszentrum Passage warb die Feuerwehr Frauenfeld am Wochenende um neue Mitglieder. 

Claudia Koch
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In der Frauenfelder «Passage» konnten sich auch die kleinen Besucher von Feuerwehrhauptmann Jörg Ehrensperger mit Schutzjacke und Helm ausrüsten lassen.

In der Frauenfelder «Passage» konnten sich auch die kleinen Besucher von Feuerwehrhauptmann Jörg Ehrensperger mit Schutzjacke und Helm ausrüsten lassen.

(Bild: Andrea Stalder)

Die Jacke reichte bis zum Fussboden, im Helm hätte der Kopf zweimal Platz gefunden und die Handschuhe bedeckten die ganzen Arme. Für den dreijährigen Damian Blaser ging ein Traum in Erfüllung: in die Kleidung eines Feuerwehrmanns schlüpfen! Möglich war dies am Freitag und Samstag im Einkaufszentrum Passage, wo die Feuerwehr Frauenfeld eine Standaktion durchführte, mit dem Ziel, Nachwuchs zu rekrutieren. Feuerwehrhauptmann Jörg Ehrensperger begründete:

«Die Mitgliedersituation ist noch nicht Besorgnis erregend, aber wir müssen frühzeitig aktiv werden.»

Wegzug, Arbeitswechsel oder fortgeschrittenes Alter seien die Hauptgründe für den Austritt. Deshalb setzte man sich zusammen, um Mittel und Wege zur Mitgliedergewinnung zu finden.

Der Slogan «Du mir wönd dich» soll Interesse wecken. Er stammt von Monia Pfenninger, die seit fünf Jahren als einzige Frau bei der Feuerwehr in verschiedenen Fachbereichen tätig ist. «Die Feuerwehr ist für mich wie eine zweite Familie und die Kameradschaft steht zuoberst», sagte die Primarlehrerin und drückte einer jungen Frau einen Flyer in die Hand.

Sechs Einschreibungen seit Einführung des Slogans

Jörg Ehrensperger zeigte sich überzeugt, dass solche Aktionen Wirkung zeigen: «Seit wir mit dem neuen Slogan werben, haben wir schon sechs neue Einschreibungen.» Deshalb sei es wichtig, sich immer wieder in der Öffentlichkeit zu präsentieren und für Fragen zur Verfügung zu stellen. Ehrensperger sagte:

«Wir wollen alle ansprechen, nicht nur jene, die dem erforderlichen Alter von 18 bis 40 Jahren entsprechen, sondern auch die Kinder.»

Denn die Kinder bedeuten auch bei der Feuerwehr die Zukunft. Deshalb gibt es die Jugendfeuerwehr, der Monia Pfenninger vorsteht, und bei der Kinder ab der fünften Klasse bis 18 Jahre dabei sein können. Ziel sei wiederum die Nachwuchsförderung, sagte Pfenninger. Während auf dieser Stufe Theorie gelernt und Verantwortungsbewusstsein gefördert wird, können jene ab 18 Jahren zu den Aktiven wechseln.

Blick auf die Standaktion der Frauenfelder Feuerwehr im Einkaufszentrum Passage.

Blick auf die Standaktion der Frauenfelder Feuerwehr im Einkaufszentrum Passage.

(Bild: Andrea Stalder)

Immer wieder blieben Interessierte, insbesondere ältere Personen, stehen, um von ihren Erlebnissen oder aktiven Einsätzen mit und bei der Feuerwehr zu erzählen. Das gehöre dazu, sagte Ehrensperger und wurde von Erwin Ruckstuhl aus Frauenfeld gefragt, ob er hier ein Absperrband der Feuerwehr abgeben könne. Wie sich herausstellte, ist seine Tochter in Winterthur bei der Feuerwehr und der Sohn arbeitet bei einer Firma, die Feuerwehrfahrzeuge produziert.

Ein Passant begutachtete das Innenleben eines Hydranten und wollte wissen, wie Feuerwehrleute instruiert werden. Ehrensperger, Anfang Jahr zum Hauptmann befördert, gab kompetent Auskunft. Antonia Ertelt aus Freidorf war laut Pfenninger die «grösste» Interessierte, welche die Feuerwehrbekleidung mit allem Drum und Dran anziehen wollte. Sie könnte sich vorstellen, bei der Feuerwehr aktiv mitzuwirken. Eine Hürde gäbe es noch zu überwinden: die Angst vor dem Feuer. Pfenninger empfahl ihr deshalb, an einem der nächsten Schnupperabende vorbeizuschauen.

Weitere Aktionen

Vom 17. bis und mit 22. Februar präsentiert sich die Feuerwehr Frauenfeld mit einem Stand auch im Einkaufszentrum Schlosspark: Zu Beginn der Woche mit einem Videofilm, am 21. und 22. Februar wiederum mit Feuerwehrleuten, die Auskunft geben. Ausserdem kann vor dem Schlosspark ein Tanklöschfahrzeug begutachtet werden. Weiter gibt es am 17. Februar, 17. März und 15. April jeweils von 18.30 bis 20.30 Uhr einen Schnupperabend, bei dem an vier Posten das Handwerk der Feuerwehr demonstriert wird. Am 9. Mai findet zum dritten Mal der beliebte Blaulichttag der Feuerwehr Frauenfeld, der Kantonspolizei Thurgau und des Rettungsdienstes statt. Am 12. Mai folgt ein offizieller Infoabend im Feuerwehrdepot. Weitere Informationen unter www.dumirwönddich.ch