In Frauenfeld ist jeder ein König

Am Dreikönigs-Apéro von Katholisch Frauenfeld gab es 400 Portionen zu kosten. Die neue Vorsteherschaft hiess die Kirchbürger willkommen, für die Abtretenden war es ein Abschied.

Hugo Berger
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Die Portionen des Dreikönigskuchens vor der Kirche fanden schnell Abnehmer. (Bild: Hugo Berger)

Die Portionen des Dreikönigskuchens vor der Kirche fanden schnell Abnehmer. (Bild: Hugo Berger)

Um halb zwölf Uhr beginnen vor der Stadtkirche St. Nikolaus die Vorbereitungen für den Dreikönigs-Apéro. Beck Godi Truniger hat einen Dreikönigskuchen gebacken, der aus 400 Stücken besteht. «Es ist vielleicht der grösste Dreikönigskuchen, den es in Frauenfeld gibt», sagte Denise Meier von der Kirchgemeinde Frauenfeld.

Da es leicht zu regnen beginnt, muss der Kuchen mit Regenschirmen geschützt werden. Die Helferinnen und Helfer geben sich alle Mühe, den Dreikönigskuchen schön zu präsentieren. Bunt bemalte Kronen, die Denise Meier gebastelt hat, zieren den Tisch. Auch Glühwein und Punsch werden für die Kirchgänger bereitgestellt. Mit einem warmen Getränk in den Händen wird auf die Gäste gewartet.

Der Gottesdienst dauert etwas länger

«Heute dauert der Gottesdienst etwas länger», meint ein Helfer. Ein Paar, das vorbeispaziert, nimmt das Angebot gerne an, ein Stück zu kosten. «Der schmeckt ausgezeichnet», so ihr Kommentar. Dann treten die ersten Gottesdienstbesucher ins Freie, und bald füllt sich der Platz rund um den Tisch.

«Ich habe heute Morgen zu Hause schon ein Stück gegessen, aber dieser Dreikönigskuchen schmeckt mir noch besser»,

meint ein Besucher. Das Besondere am grössten Frauenfelder Dreikönigskuchen: Jedes Stück enthält einen König. «Unser Motto lautet: Jeder ist ein König», erklärt Denise Meier.

Mit dem Anlass wolle der Kirchenvorstand in seiner neuen Besetzung die Kirchbürger willkommen zu heissen. Zudem nutzten die abtretenden Vorstandsmitglieder die Gelegenheit, sich zu verabschieden. Er habe drei Wünsche, sagte der neue Präsident Thomas Harder. Der erste sei, dass der Anlass für eine Gemeinschaft stehe, die sich anbiete und offen sei.

Nicht aufdringlich, aber klar und ohne Scheu

Der Dreikönigskuchen mache jede und jeden zum König, er hoffe weiter, dass diese grosse Ehre mit Demut wahrgenommen werde. Sein dritter Wunsch sei, dass der Glaube nicht aufdringlich und plakativ, aber im rechten Moment, klar und ohne Scheu gelebt werde.

Eine, die sich aus der Kirchenvorsteherschaft verabschiedet, ist Danielle Limacher. Sie führte acht Jahre lang das Ressort Personal. Es sei eine intensive und arbeitsreiche Zeit gewesen, sagt sie und meint weiter: «Es ist der richtige Zeitpunkt, das Amt in neue Hände zu geben.»