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In Frauenfeld gibt es heuer einen Strohwein

Freiwillige ernteten diese Woche das Traubengut des Rebbergs der Genossenschaft Guggenhürli in Frauenfeld. Der Jahrgang ist vielversprechend.
Stefan Hilzinger
Kristina Wyss und Urs Fankhauser von der Genossenschaft Guggenhürli lesen Trauben. (Bild: Stefan Hilzinger)

Kristina Wyss und Urs Fankhauser von der Genossenschaft Guggenhürli lesen Trauben. (Bild: Stefan Hilzinger)

Hochsommerlich heiss ist es, als eine grosse Schar Freiwilliger sich am Donnerstagnachmittag daran macht, den Rebberg an der Hanglage zum Mühletöbeli zu wümmen. Denn die Genossenschaft Guggenhürli kümmert sich nicht nur um die einstige Sommerresidenz von Minister Johann Konrad Kern im Langdorf, sondern auch um den Weinberg dazu.

Es eilt, weil sonst die Fäulnis droht

Selbst Emil Schneiter kommt gehörig ins Schwitzen. Der Winzer aus Neunforn betreut die 750 Rebstöcke seit 30 Jahren im Auftrag der Genossenschaft. Der heurige Wümmet ist hier der letzte für ihn. Nächstes Jahr übernimmt Markus Frei aus Uesslingen. Den Helferinnen und Helfern um Guggenhürli-Präsident Urs Fankhauser bleibt ein halber Tag, um mit der Arbeit im steilen Gelände fertig zu werden. «Die Trauben sind so reif, beim nächsten Regen würden sie der Fäule anheimfallen», befürchtet er.

Zwei Durchgänge sind notwendig. Im ersten legen die Erntehelfer die schönsten Trauben in grüne Plastikkistchen. «Das gibt unseren Strohwein», sagt Fankhauser. Die Traubenbeeren werden in den Kistchen nachgetrocknet. Der Zuckergehalt in den Beeren steigt. Das ergibt einen schwereren Wein mit mehr Süsse und mehr Prozenten, der sich lange lagern lässt. Traditionell wurden die Beeren dazu auf Stroh ausgelegt, daher der Name. Strohweine kennt man auch andernorts. Der berühmteste Vertreter ist wohl der Amarone aus dem Valpolicello.

Rund 1000 Flaschen jährlich

Aus den Trauben des zweiten Durchgangs entsteht dann der gewöhnliche Guggenhürlemer, ein klassischer Müller-Thurgau. Die weissen Beeren kommen dazu nicht in Kistchen, sondern in Standen, grosse, runde Behälter aus Aluminium, die am Fuss des Rebbergs bereitstehen. Das Erntegut gelangt dann umgehend in die Kelterei, wo es abgepresst wird. Dort entsteht aus dem Most unter der wachsamen Obhut des Kellermeisters über den Winter ein trinkbarer Weisswein .

Rund 1000 Flaschen Wein wirft der Rebberg der Genossenschaft Guggenhürli jährlich ab. Vom Diesjährigen gibt es weniger, da ein Strohwein rund doppelt soviel Traubengut benötigt wie ein gewöhnlicher Tischwein. «Strohwein machen wir nur in Jahren mit gutem und hohem Ertrag», sagt Frankhauser. Einen Teil der Flaschen sichern sich die Mitglieder, der Rest ist bei der Genossenschaft frei erhältlich.

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