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In Frauenfeld einen Abstecher nach Mexiko machen

Ab Donnerstag vergrössert Jonas Weber das städtische Essensangebot. Vor dem «Dreiegg» parkiert er seinen Bus, um dort vegane Tacos zu verkaufen.
Tizian Fürer
Jonas Weber in seinem Bus. (Bild: Reto Martin)

Jonas Weber in seinem Bus. (Bild: Reto Martin)

«Essen und Kultur sollen sich auf der Strasse treffen.» Im Falle von Jonas Weber handelt es sich beim Essen um Tacos, bei der Kultur ums «Dreiegg». «Das Leben findet draussen statt, auch im Ausgang. Nur gibt es draussen kein Essensangebot», sagt der 30-Jährige, der selbst zwei Jahre hinter der Bar des «Dreiegg» arbeitete.

Nun hat er sich mit Denise und Martin Eggmann, den Inhabern des «Dreiegg», geeinigt, vor dem Lokal seinen Bus zu parken, davor seine Markise aufzustellen und von da aus Tacos an die hungrigen Gäste und Passanten zu verkaufen. Freitag wie auch Samstag wirft er ab 18 Uhr den Grill an, um die mittelamerikanische Küche in Frauenfeld zu servieren.

Mittelamerikanisches Essen auf Frauenfelder Strassen

Auf die Idee des Taco-Verkaufs kam Weber nach einer Reise durch Guatemala, wo die Speise schon morgens auf den Strassen angeboten wird. In Frauenfeld gibt es nirgends die Möglichkeit, Tacos zu essen. Mit dem Ziel dies zu ändern, organisierte Weber im Alleingang die nötige Ausstattung.

«Sehr wichtig ist mir, dass die Zutaten, welche in die Tacos kommen, alle aus der Region stammen»

sagt Weber. Gemüse bezieht er deshalb von einem Bauer aus Hüttwilen. Nur die verschiedenen Kräuter kaufe er im Grosshandel, da es dafür bei den Bauern kein gutes Angebot gibt.

Auch bei den verschiedenen Saucen kümmert sich Weber selber um die Herstellung. Im Angebot sollen immer vier sein. Welche Saucen es aber genau sein werden, hängt von der Saison ab. Eine scharfe mexikanische Sauce mit Habaneros wie auch eine Sauerrahmsauce mit Kräutern seien aber stets dabei. Den Teig der Tacos bestellt Weber von «El Maiz», einem Geschäft in Zürich, das die meisten mexikanischen Restaurants in Zürich beliefert.

Das Wichtigste für Weber sei, dass sein Essen vegan und glutenfrei ist. «Jeder soll die Möglichkeit haben, meine Tacos zu kosten.» Der Preis für das Fast-Food-Gericht wird sechs Franken betragen. Damit kann Weber seine Kosten decken. «Zum einen muss ich nicht nur die Zutaten, sondern auch noch beispielsweise das Gas für den Grill, oder den Sprit für den Bus bezahlen.» Mit 100 verkauften Tacos pro Abend wäre Weber schon vollauf zufrieden. Doch weiss er auch um die Konkurrenz in Frauenfeld, glaube aber, auf der Strasse im Vorteil zu sein.

«Der momentane Trend ist schnell zubereitetes Essen, das gleichzeitig noch gesund ist.»

Anhand von Zürich könne man sehen, dass es momentan einen Boom von mittelamerikanischem Essen gibt. Dort finden schon bald die ersten Taco-Festivals statt. Die Zeit der Döner und Burger sei langsam vorbei.

Weber verzichtete auf grosse Werbeträger. Einen Flyer wie auch eine Facebook-Seite sind die einzigen Hinweise darauf, dass bald an der Metzgerstrasse Tacos verkauft werden. Er setzt vor allem auf Mund-zu-Mund-Propaganda. «Wenn es den Leuten schmeckt, werden Sie ihren Freunden davon erzählen und diese das nächste Mal mitbringen», sagt Weber. Erstmals eröffnen wird Weber den Stand am «20-Jährigen» des «Dreiegg», an dem er ausnahmsweise auch am Donnerstag verkaufen wird.

Das vielfältige Angebot der Stadt wächst

Die Inhaber vom «Dreiegg» sind gespannt auf die neue Imbissmöglichkeit vor ihrer Bar. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und können uns vorstellen, dass es auch den einen oder anderen zu einem Drink bei uns animieren könnte», sagt Denise Eggmann.

Mit dem Taco-Stand ist Weber nicht der einzige in Frauenfeld, der Essen auf der Strasse anbietet. Im Sommer findet man gegenüber am Schlossberg den Glacestand «Gelati di Sogno» oder im Burstelpark einen Bus, aus dem Crêpes verkauft werden. Auch Smoothies hat der Strassenverkauf von Frauenfeld gleich am Mädchenbrunnen im Angebot.

Auch Sabina Ruff, Bereichsleiterin für soziokulturelle und sozialraumorientierte Stadtentwicklung, freut sich über die Belebung der Stadt: «Wir begrüssen grundsätzlich Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner, die helfen, ihre Stadt lebenswert und lebendig zu gestalten.»

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