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In diesem besonderen Industriebetrieb in Frauenfeld sollen Arbeitslose ihre Chance packen

Im neuen Industriebetrieb Werk 57 werden Arbeitslose auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Anstatt nur beschäftigt, werden sie dort geschult und arbeiten an Aufträgen – zum Beispiel von Stadler Rail.
Larissa Flammer
Zwei Frauen sitzen im Fachbereich Elektro des Werk 57 an praktischen Übungen im Löten. (Bild: Reto Martin)

Zwei Frauen sitzen im Fachbereich Elektro des Werk 57 an praktischen Übungen im Löten. (Bild: Reto Martin)

Zwei Frauen sitzen im Industriebetrieb Werk 57 an einer Lötübung. Sie fertigen aus Drähten ein Gitter. Wenn sie die Aufgabe meistern, wenden sie sich dem nächsten von sechs immer schwieriger werdenden Modulen zu.

Das Werk 57 an der Laubgasse in Frauenfeld ist ein Betrieb der besonderen Art: eine Dienstleistung der Stiftung Zukunft Thurgau. Die Organisation unterstützt Menschen bei der Stellensuche.

Eines ihrer Programme ist der Einsatz im neuen Industriebetrieb, der im Januar eröffnet wurde. «Die bisherigen Standorte in Kreuzlingen, Sirnach und Frauenfeld wurden aufgehoben und hier konzentriert», sagt Geschäftsführer Fabio Müller.

Wichtig ist Kombination aus Theorie und Arbeitsaufträgen

Bereichsleiterin im Werk 57 ist Arbeitsagogin Ladina Rageth. Sie betont:

«Bei uns geht es um Qualifizierung. Wir kommen weg von der simplen Beschäftigung von Arbeitslosen.»

Mit Qualifizierung sind der Erwerb und die Verbesserung der beruflichen Qualifikation gemeint. Die Frauen mit den Lötübungen zum Beispiel werden mit kurzen Theorieblöcken und den praktischen Übungen geschult, für abgeschlossene Module gibt es eine Kursbestätigung.

Fabio Müller, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Fabio Müller, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Neben Löten sind in den drei Fachbereichen Elektro, Metall und Dienstleistung mehrere andere Tätigkeiten möglich, Montage oder Logistik beispielsweise.

«Im Zentrum steht der Job», betont der Geschäftsführer. Schnellstmöglich sollen die Teilnehmer den Sprung in den Arbeitsmarkt schaffen. Müller sagt:

«Wunder können wir in den drei bis sechs Monaten, welche die Teilnehmer bei uns verbringen, natürlich keine bewirken.»

Aber sie sollen es mit dieser Hilfe einfacher haben, eine Chance zu packen.

Seit der Eröffnung finden mehr Arbeitslose eine Stelle

Die Arbeitslosen werden vom RAV an die Stiftung Zukunft Thurgau verwiesen und schreiben weiterhin Bewerbungen. Im Werk 57 werden sie von vier Coaches beim Verfassen unterstützt. Die Fachpersonen schulen die Teilnehmer auch in der Auftrittskompetenz, üben mit ihnen Vorstellungsgespräche und leisten Netzwerkarbeit.

Ladina Rageth, Bereichsleiterin Werk 57. (Bild: Reto Martin)

Ladina Rageth, Bereichsleiterin Werk 57. (Bild: Reto Martin)

Um die Chancen der Arbeitssuchenden zu erhöhen, ist es laut Müller zudem wichtig, dass die Angebote der Stiftung möglichst wirtschaftsnah sind. Im Werk 57 werden daher Aufträge aus dem ersten Arbeitsmarkt erledigt. Unter anderem werden Zug-Komponenten für Stadler Rail zusammengebaut.

Um solche Aufträge zu erhalten, muss die Stiftung ein gutes Netzwerk zu Thurgauer Firmen pflegen. «Optimal ist es, wenn diese auch Teilnehmer von uns anstellen», sagt Ladina Rageth. Die Stiftung sucht zurzeit neue Auftraggeber für Arbeiten.

Schon jetzt kann der Geschäftsführer sagen:

«Das neue Konzept ist erfolgversprechend.»

Die gut 70 Plätze des Betriebs waren schnell besetzt und die Integrationsquote in den Arbeitsmarkt ist seit der Eröffnung deutlich gestiegen. Etwa 40 bis 45 Prozent der Teilnehmer finden einen Job. Eine grosse Rolle spielt die Motivation. Rageth berichtet: «Die Teilnehmer sind mit Freude an der Arbeit.»

Blick in den Fachbereich Metall, wo Aufträge von Stadler Rail erledigt werden. (Bild: Reto Martin)

Blick in den Fachbereich Metall, wo Aufträge von Stadler Rail erledigt werden. (Bild: Reto Martin)

Mit der Eröffnung des neuen Industriebetriebs und einem neuen kommunikativen Auftritt will sich die Stiftung Zukunft Thurgau bekannter machen – bei den Unternehmen aber auch bei der Bevölkerung. Für die Nachbarn in Frauenfeld gab es sogar einen Apéro, um ihnen das Werk 57 zu zeigen.

Noch bleibt aber viel zu tun. Bei der Stiftung ist die Freude gross, dass die Reorganisation in relativ kurzer Zeit zu schaffen war. Müller sagt: «Es liegt aber noch ein intensives halbes Jahr vor uns, bis wir alle Ziele erfüllt haben.»

Hinweis: www.stiftung-zukunft.ch

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