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In der Frauenfelder Innenstadt purzeln die Preise

Was früher Ausverkauf hiess, nennt sich heute Sale. Viele Geschäfte in der Frauenfelder Innenstadt werben mit reduzierten Preisen und wollen Platz für die Produkte der neuen Saison schaffen.
Christine Luley
Elisabeth Steiner mit Ausverkauf-Angeboten in ihrem Haushaltwarengeschäft. (Bilder: Christine Luley)

Elisabeth Steiner mit Ausverkauf-Angeboten in ihrem Haushaltwarengeschäft. (Bilder: Christine Luley)

Schlendert man durch Frauenfelds Innenstadt, sieht man viel rot. Aber niemand muss die Wände hochgehen. Die Redensart «rot sehen» bezieht sich angeblich auf den Stierkampf. Sogenannte Sale-Schilder laden Schnäppchenjäger ein. Kostet eine Jacke statt 199 nur noch 79 Franken, muss der Kauf weniger lang überlegt werden. Und ausserdem: «Man gönnt sich ja sonst nichts».

«Der Ausverkauf ist zeitlich nicht mehr, wie er mal war», stellt Anna Biondi, die Filialleiterin von Gerry Weber, fest. Denn bis 1995 sei die Ausverkaufszeit in der Schweiz in einer halbjährlichen Abfolge gesetzlich geregelt und mit Gebühren belegt gewesen. Eine jüngere Frau betritt das Modegeschäft, sieht sich reduzierte Kurzarmkleider an. Leicht, und unkompliziert soll das «Ferienröckli» sein. Endlich ist ja mal wieder Sommer. Die Kundin kann sich nicht so schnell entscheiden. Sie schaut einer Dame zu, die eine Tunika aus Leinen auf den Ladentisch legt. «Haben Sie das Teil auch in meiner Grösse», will sie von der Modeberaterin wissen und zieht zufrieden mit beiden Kleidungsstücken von dannen. «Heute kauft die Kundin, wenn sie sich angesprochen fühlt», sagt Biondi.

Rabatte in verschiedensten Fachgeschäften

Das bestätigt auch Elisabeth Steiner vom gleichnamigen Haushaltfachgeschäft. Eine Passantin fragt nach der Filztasche im Schaufenster mit der Aufschrift «Weltenbummler». «Das wäre ein originelles Geschenk», lässt sie den Blick über die gediegen dekorierten Verkaufsgestelle schweifen und kauft die Spruchtafel «Keine Liebe ist aufrichtiger als die Liebe zum Essen» gleich dazu.

Auch Frauenfelder Velogeschäfte bieten Rabatte an. Sie wollen ihre Lager für 2019-er Modelle räumen. Fredi Knobel vom Bike Shop zeigt ein eGiro Cresta. «Ein Thurgauer Produkt aus Sirnach, mit 9-Gang-Shimano-Schaltung und Bosch-Motor». Für den Kauf eines Elektrovelos sollte man sich gut beraten lassen und Zeit nehmen. Eine Probefahrt hilft bei der Entscheidung.

Fredi Knobel vom Bike Shop auf dem eGiro Cresta.

Fredi Knobel vom Bike Shop auf dem eGiro Cresta.

Diskret bis marktschreierisch

Das Schuhhaus Tiefenbacher hat viele Modelle aus der Frühjahrs- und Sommerkollektion reduziert. Eine Kundin schwankt zwischen einer goldfarbenen, einer blauen Sandalette aus Nubukleder, und einem Komfort-Modell mit niedrigem Absatz. Was der Zusatz «vegetabil» beim Innenleder bedeutet, will sie von Iris Camenzind wissen. «Das bezieht sich auf die Gerbart, es wird chromfrei gegerbtes Leder verwendet», erklärt die Filialleiterin und weist darauf hin, dass pflanzlich gegerbtes Leder atmungsaktiv ist und die Feuchtigkeit im Schuh gut aufnimmt.

«Letzte Tage» steht bei einem Herrenausstatter im Schaufenster. Klingt fast nach Tragödie, bezieht sich aber offensichtlich nicht auf diejenigen der Menschheit. Bezeichnungen wie «Pre-Sale» oder «Mid Season» locken das ganze Jahr mit Rabatten: Marktschreierisch die einen, etwas diskreter, mit «Sale Inside», die anderen. Auch Französisch-Sprechende verstehen die Message, ihnen ist klar, dass es da drinnen nicht «schmutzig» zu- und hergeht.

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