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Serie

In der Badi Frauenfeld: «Die schwierigen Gäste sind wie das Salz in der Suppe»

Sommerserie: Wir besuchen Bademeister im Bezirk Frauenfeld und schauen ihnen über die Schulter. In der Badi Frauenfeld hat Michael Frauenknecht den Überblick. Seit acht Jahren ist er freundlich, aber konsequent.
Rahel Haag
Bademeister Michael Frauenknecht will mit einer Schwimmleine eine Bahn im Schwimmerbecken abtrennen. (Bild: Reto Martin)

Bademeister Michael Frauenknecht will mit einer Schwimmleine eine Bahn im Schwimmerbecken abtrennen. (Bild: Reto Martin)

Schon in der Eingangshalle ist das Kindergeschrei zu hören. Es herrscht ordentlich Betrieb in der Badi Frauenfeld. «Rund 2500 Badegäste sind es heute», schätzt Bademeister Michael Frauenknecht. An diesem heissen Tag sehnen sich viele nach einer Abkühlung. «Heute zeigte das Thermometer um 17 Uhr 37 Grad an.»

Frauenknecht macht die Hitze nichts aus.

«Wenn man die nicht verträgt, ist Bademeister der falsche Beruf.»

Seit acht Jahren arbeitet der 58-Jährige bereits in der Badi Frauenfeld. Zufall sei es gewesen. «Ich war kurzfristig arbeitslos, und die Stelle war ausgeschrieben», sagt der gelernte Zimmermann. Er habe das Rettungsschwimmer-Brevet nachgeholt und sei fest angestellt worden.

Alarm beim Kinderplanschbecken

In seiner ersten Saison sei er deutlich angespannter gewesen, sagt Frauenknecht. Unterdessen habe er ein Auge für Gefahren. Er lässt den Blick über das Schwimmerbecken streifen. In diesem Moment meldet sich das Funkgerät in seiner Hosentasche. Ein kurzer Blick, dann sagt er: «Alarm» und läuft los Richtung Kinderplanschbecken. Dort wartet bereits sein Kollege und winkt ab. Fehlalarm. «Das kommt häufiger vor», sagt Frauenknecht. Gerade im Bereich des Kinderplanschbeckens.

«Die Eltern passen kurz nicht auf und schon hat ein Kind den Alarm ausgelöst.»

Rennen müsse er jedes Mal. «Als Bademeister muss man fit sein», sagt er. Im Ernstfall müsste er zuerst schnellstmöglich am Unfallort sein und dann noch genügend «Schnuf» haben, um die verunfallte Person zwanzig Minuten zu reanimieren. In seiner Zeit als Bademeister sei es einmal zu einem lebensbedrohlichen Zwischenfall gekommen. «Ein Mann erlitt einen Herzstillstand», sagt er, «doch ein Kollege konnte ihn zurückholen.»

Die Eckdaten der Badi Frauenfeld

Öffnungszeiten: Die Badi Frauenfeld ist von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 20.30 Uhr geöffnet, montags beginnt der Betrieb erst um 9, freitags dafür bereits um 6 Uhr. Am Wochenende ist die Badi bis 19 Uhr geöffnet. Samstags beginnt der Betrieb um 8 und sonntags um 9 Uhr.

Eintritt: Für Kinder und Jugendliche von 4 bis 17 Jahre kostet der Eintritt 4 Franken. Erwachsene bezahlen 7 Franken.

Anfahrt: Vom Bahnhof Frauenfeld der Rheinstrasse Richtung Hauptpost folgen. Beim Post-Kreisel geradeaus fahren, am Holdertor rechts abbiegen und der St. Gallerstrasse folgen. Am Lichtsignal rechts auf die Schlossmühlestrasse abbiegen und vor der Brücke links abbiegen. Der Parkplatz ist an die Badi angeschlossen. Die Badi ist auch problemlos zu Fuss oder mit dem ÖV erreichbar.

Besonderes: Die Badi Frauenfeld verfügt über eine grosse Liege- und Spielwiese. Hier findet jeder ein Plätzchen. Darüber hinaus gibt es mehrere Grillstellen. Das Holz wird den Gästen zur Verfügung gestellt. (rha)

In der Badi haben jeweils zwei Bademeister gleichzeitig Aufsicht. Einer steht oben beim Schwimmer-, der andere unten beim Erlebnisbecken. Alle dreissig Minuten wird gewechselt.

«Der Sinn dahinter ist, dass wir konzentriert bleiben.»

Unten angekommen, wird Frauenknecht von einem Mädchen angesprochen: «Sie, können Sie den Buben sagen, dass sie mir nicht immer mit der Wasserpistole ins Gesicht schiessen sollen?» Frauenknecht nickt. «Es sind die beiden in den grünen Badehosen, oder?» Das Mädchen nickt. «Danke», ruft sie im Davonlaufen.

Gross und Klein sucht Abkühlung im Erlebnisbecken. (Bild: Reto Martin)

Gross und Klein sucht Abkühlung im Erlebnisbecken. (Bild: Reto Martin)

Unterdessen habe er einen Blick für Gäste, die sich nicht immer an die Regeln halten. Doch er möge alle Badegäste. «Die Schwierigen sind wie das Salz in der Suppe», sagt er und lächelt. Im Umgang mit ihnen sei es wichtig, freundlich und konsequent zu sein. «Das habe ich schnell gelernt.» Sei man zu nachgiebig, wachse einem die Sache schnell über den Kopf.

Mit einer Dose Bier im Sprudelbad

An drei Tagen pro Jahr sei er ein wenig toleranter. Während des Open Airs Frauenfeld. Da komme es schon einmal vor, dass sich die Hip-Hop-Fans mit einer Dose Bier ins Sprudelbad setzten. Das könne er ihnen knapp durchgehen lassen, eine schmelzende Glace aber nicht.

Die Badegäste entspannen im Sprudelbad - ohne Bierdose. (Bild: Reto Martin)

Die Badegäste entspannen im Sprudelbad - ohne Bierdose. (Bild: Reto Martin)

«Einer hat sich mal so gefreut, dass er im Becken die Badehose auszog.»

Frauenknecht schmunzelt. «Das geht natürlich nicht.»

Privat geht der Bademeister nicht in die Badi – auch auswärts nicht. «Ich bin kein Badefan.» In seiner Freizeit gehe er lieber joggen oder Velo fahren, «auch um fit zu bleiben», sagt Frauenknecht. Nach Feierabend lasse er den Abend am liebsten gemütlich mit Freunden ausklingen. «Ich bleibe höchstens in der Badi, wenn meine Freunde schon hier sind.» Das komme aber selten vor.

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