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In Bussnang kommen 36 Prozent der Steuern von Firmen

Die Thurgauer Gemeinden sind sehr unterschiedlich betroffen von der Senkung der Firmensteuern, über die am Wochenende abgestimmt wird. Der Anteil an den gesamten Steuereinnahmen reicht von 2 bis 36 Prozent.
Thomas Wunderlin
Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang. (Bild: Reto Martin)

Ruedi Zbinden, Gemeindepräsident von Bussnang. (Bild: Reto Martin)

Von den Ufern der Thur über die Rebberge des Iselisbergs bis ins idyllische Seebachtal erstreckt sich das Gebiet der Gemeinde Uesslingen-Buch. 57 landwirtschaftliche Betriebe und 40 Gewerbebetriebe sind hier angesiedelt. Grössere Dienstleistungs- oder Industrieunternehmen fehlen. Dementsprechend gering sind die Steuerzahlungen juristischer Personen.

Mit 2,1 Prozent ist ihr Anteil am Staatssteuerertrag 2018 der tiefste aller 80 Thurgauer Gemeinden. Uesslingen-Buch wird deshalb nicht viel merken von der Senkung der Firmensteuern, die durch den eidgenössischen Urnengang (Staf-Vorlage) vom Wochenende eingeleitet wird.

Das andere Extrem stellt ebenfalls eine ländliche Gemeinde dar: Bussnang. Auch hier beackern Bauern ihre Felder und treiben Kühe auf die Weide. Daneben liefern jedoch die Letrona AG, die Esge AG und vor allem die Stadler Rail ordentlich Steuern ab.

Bussnang: Der grösste Steuerzahler ist aus der Luft erkennbar. (Bild: Mario Testa)

Bussnang: Der grösste Steuerzahler ist aus der Luft erkennbar. (Bild: Mario Testa)

36,7 Prozent der Bussnanger Steuereinnahmen stammen von juristischen Personen. In der Rechnung 2018 betragen die Allgemeinen Gemeindesteuern 2,9 Millionen Franken; davon stammen 1,05 Millionen Franken von juristischen Personen

«Finanzstarke Städte und Gemeinden werden trotz der kompensierenden Wirkung des Finanzausgleichs von den Einnahmenausfällen besonders betroffen sein», schrieb der Verband Thurgauer Gemeinden (VTG) im Hinblick auf die anstehende Steuerreform.

Verluste von über drei Steuerprozent

Eine Reduktion der Gewinnsteuern von 4 auf 2,5 Prozent, wie sie der Regierungsrat vorschlägt, bedeutet theoretisch eine faktische Reduktion um 37,5 Prozent. Wie viel eine Gemeinde dadurch einbüsst, hängt vom Beitrag der juristischen Personen an die gesamten Steuereinnahmen ab.

Uesslingen-Buch: Die Gemeinde am Iselisberg wird nicht viel von der Senkung der Gewinnsteuern merken. (Bild: Andrea Stalder)

Uesslingen-Buch: Die Gemeinde am Iselisberg wird nicht viel von der Senkung der Gewinnsteuern merken. (Bild: Andrea Stalder)

Der Gemeindeverband rechnet bei einzelnen Gemeinden mit Ausfällen von über drei Steuerprozenten. Einen solchen Verlust könne «kaum eine Gemeinde ohne Steuerfusserhöhungen verkraften». Der VTG fordert deshalb bei der Umsetzung ins kantonale Recht besonders Rücksicht auf Härtefälle zu nehmen; ausserdem soll die Senkung über zwei Jahre erstreckt werden.

Ruedi Zbinden, Bussnanger Gemeindepräsident und Präsident der SVP Thurgau, unterstützt die Staf: «Wir müssen unseren Firmen schauen, bevor sie auf die Idee kommen zu gehen.» Zbinden lässt es offen, wie viel seine Gemeinde verliert, wenn der Gewinnsteuersatz wie vom Regierungsrat geplant gesenkt wird. Er ist aber überzeugt davon, dass die Reduktion verkraftbar ist. Das sei schon bei der früheren Senkung von 6 auf 4 Prozent so gewesen.

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