In Aadorf weckt ein ausgedienter VW-Käfer die Aufmerksamkeit

Nahe des Heidelbergkreisels rostet vor einer Carrosseriewerkstatt ein alter VW-Käfer Vor sich hin. Er fällt aber nicht nur wegen seines Zustandes auf, sondern auch wegen eines Symbols.

Kurt Lichtensteiger
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Der alte VW-Käfer sticht Passanten sofort ins Auge.

Der alte VW-Käfer sticht Passanten sofort ins Auge.

Bild: Maya Heizmann

Es ist nicht eine glänzende neue Karosse, welche Passanten einen Hinweis auf eine Carrosseriewerkstatt an der Aadorfer Industriestrasse neben dem Heidelbergkreisel geben soll. Ganz im Gegenteil: Ein alter, zerbeulter, rostiger VW-Käfer steht da auf dem Areal der Carrosserie Center Aadorf AG. Kaum anzunehmen, dass dieser ein Restaurationsobjekt darstellt und jemals wieder in Verkehr gesetzt wird. Vielmehr, dass es als Blickfang dient und seine Aufgabe als Werbegag zu erfüllen versucht.

Doch das Besondere ist damit noch nicht gesagt. Auf der Türe kann nämlich das Eiserne Kreuz einem aufmerksamen Betrachter auffallen. Ein befragter Mitarbeiter der Carrosseriewerkstätte sagt:

«Das Auto ist ein Hingucker und wird fast jeden Tag fotografiert.»

Und damit taucht auch schon die Frage zur Geschichte dieses sonderbaren Gefährts auf.

Laut Aussage des Unternehmens sei das Auto mit Jahrgang 1959 von der Partnerfirma Carrosserie & Autospritzwerk Maurer als Ausstellungsobjekt zur Verfügung gestellt worden. Der VW-Käferspezialist aus Winterthur verwende das Eiserne Kreuz seit langem als Logo. Eine tiefergreifende symbolische Bedeutung stehe wohl nicht dahinter. Weil der Oldtimer so oder so als Unikat gelte, erfülle er seinen Zweck als Blickfang.

Eine Restauration komme infolge des sehr schlechten Zustands nicht mehr in Frage und sei auch nicht lohnenswert, obschon die dafür notwendigen Ersatzteile noch vorhanden wären. Vielmehr war über das Wrack nicht heraus zu kitzeln. So rostet der Oldtimer nun weiter vor sich hin, bis der Zahn der Zeit sein Werk abgeschlossen hat.

Das Eiserne Kreuz

Das Eiserne Kreuz geht in seinem Ursprung auf das 19. Jahrhundert zurück. Um den Kampfgeist seines Volkes anzuspornen, stiftete der preussische König Friedreich Wilhelm III das Eiserne Kreuz seinen Truppen. Als Auszeichnung für Tapferkeit wurde das soldatische und militärische Symbol zum begehrenswerten Verdienstabzeichen. In den folgenden beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts wurde der deutsche Orden millionenfach verliehen und diente auch als klassisches Symbol des Nationalsozialismus. Als Ehrenzeichen fand es später auch Verwendung als Kettenanhänger bei Jugendlichen, als Band im Knopfloch, als Vorlage für Tätowierungen, auf Kriegsdenkmälern oder bei der deutschen Bundeswehr. (kli)