Impfung
Nach dem Berufsverband: Nun fordern auch Politiker im Thurgau frühere Impfungen für die Lehrer

Der Kanton Aargau impft über 50-jährige Lehrpersonen prioritär. Der Kanton Solothurn veranstaltet im Mai einen Impfsonntag für Pädagogen. Impfprivilegien für Lehrerinnen und Lehrer fordern nun auch die Thurgauer Kantonsräte Nicole Zeitner (GLP) und Urs Schrepfer (SVP).

Sebastian Keller
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Die meisten älteren Personen, die das wünschen, sind unterdessen gegen das Coronavirus geimpft.

Die meisten älteren Personen, die das wünschen, sind unterdessen gegen das Coronavirus geimpft.

Bild: Kenneth Nars / BLZ
Nicole Zeitner, GLP-Kantonsrätin aus Stettfurt.

Nicole Zeitner, GLP-Kantonsrätin aus Stettfurt.

Bild: Kevin Roth

Bildung Thurgau fordert, dass impfwillige Lehrerinnen und Lehrer noch vor den übrigen Erwachsenen geimpft werden sollen (Ausgabe vom 21. April). In die gleiche Kerbe schlagen nun Kantonsrätin Nicole Zeitner (GLP, Stettfurt) und Kantonsrat Urs Schrepfer (SVP, Busswil) im am Mittwoch eingereichten Vorstoss «Rascher Impfschutz für Lehrerinnen und Lehrer».

Urs Schrepfer, SVP-Kantonsrat aus Busswil.

Urs Schrepfer, SVP-Kantonsrat aus Busswil.

Bild: Donato Caspari

Darin erkundigen sie sich, ob der Regierungsrat Möglichkeiten sieht, Lehrpersonen auch im Thurgau frühzeitig impfen zu lassen – oder zumindest Lehrpersonen über 50 Jahre. Die Politikerin und der Politiker verweisen auf die Kantone Solothurn und Aargau, die Lehrern gewisse Impfprivilegien einräumen. Weiter fragen Zeitner und Schrepfer nach einem kantonalen Impftag für Lehrerinnen und Lehrern. Einen solchen plant Solothurn.

Das Ansteckungsrisiko

Als Begründung für ihre Forderung führen die Kantonsräte aus, dass die Lehrpersonen seit Monaten trotz erschwerter Umstände den Präsenzunterricht an Schulen gewährleisteten. In geschlossenen Räumen seien sie dem Ansteckungsrisiko ähnlich ausgesetzt wie Betreuerinnen und Betreuer in Heimen, die prioritär geimpft werden. Vor allem bei jüngeren Schülern könnten zudem die Abstände nicht immer eingehalten werden. Weiter verzichte man bei Kindern der Primarschule und des Kindergartens während des Unterrichts bewusst auf eine Maskentragpflicht. Der Bund sieht in seiner Impfstrategie weitere Bevorzugungen von Berufsgruppen nicht vor.