Immer rund ums Auto: Fredi Hugelshofer im Interview

Heute feiert Fredi Hugelshofer seinen 80. Geburtstag. Schon in seinen Jugendjahren drehte sich alles um Lastwagen und Autos. Er mag Westernpferde, weil sie nicht nervig sind, und trainiert seinen Rücken mit einem Nagelbrett.

Interview: Christian Ruh
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Fredi Hugelshofer mit seiner Hündin Kylie und seinem Aston Martin auf der Höhe beim Iselisberg. (Bild: Andrea Stalder)

Fredi Hugelshofer mit seiner Hündin Kylie und seinem Aston Martin auf der Höhe beim Iselisberg. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat Sie die letzte Woche besonders beschäftigt?

Gedanken über mein Alter, über die Gesundheit. Ich bin immer noch sehr an unserem Unternehmen interessiert, und versuche nicht ganz passiv zu werden, sondern mitzudenken.

Warum wollen Sie unbedingt in Weingarten wohnen?

Wir haben dort extra ein Anwesen mit Pferdestall und Reitplatz gekauft, weil meine Tochter und meine Frau Western reiten.

Wenn Sie den Thurgau verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Ins Welschland, zum Beispiel nach Montreux. Wegen den Weinbergen und man ist in der Nähe von Frankreich und Italien. Aber ich neige schon zum Thurgau, hier gibt es ja auch unser «eigenes» Dorf, Hugelshofen.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Das Eichhölzli in Steckborn. Man hat dort einen schönen Blick über den See und die Dörfer. Ich geniesse diese Weite; ich bin nicht gerne eingeengt.

Was lieben Sie am Winter?

Ich mag den Winter nur, wenn es ein richtiger Winter ist. Es soll kalt sein und Schnee haben. Ich habe schöne Erinnerungen daran, wie ich als Kind mit meinem Vater ins Toggenburg gefahren bin. Damals war es noch ein richtiger Winter, wie in Minnesota, wo ich sechs Monate 15 bis 20 Grad unter null, aber immer mit Sonne erlebte.

Zur Person

Fredi Hugelshofer wurde am 16. Februar 1939 in Frauenfeld geboren. Er besuchte dort die Kantonsschule und machte eine Lehre als LKW-Mechaniker. Er absolvierte einen Studienaufenthalt in Trucking-Firmen in den USA. 1965 stieg er in das Familienunternehmen ein. Auch arbeitete er bei der versteckten Kamera mit Kurt Felix mit. Aus drei Ehen gingen fünf Kinder hervor. Seit 27 Jahren ist mit seiner Frau Carolin verheiratet. 2005 übergab Fredi Hugelshofer die operative Führung des Unternehmens an die heutige Geschäftsleitung, er blieb aber Verwaltungsratspräsident. (chr)

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Etwa mit 70 habe ich mich entschieden, meine Gesundheit mehr zu bewahren. Ich gehe regelmässig ins Fitnessstudio, gehe Gassi mit dem Hund, bei gutem Wetter nehme ich das Velo.

Haben Sie ein Morgen-Ritual?

Ich habe gerne ein wenig Stress, so kann ich nachher mehr Gas geben. Sobald ich am Morgen aufstehe, empfängt mich unser Hund freudig an der Tür des Schlafzimmers. Ausserdem trinke ich meinen Zitronensaft und trainiere meinen Rücken mit einer Art modernem Nagelbrett, dabei habe ich dann etwas Zeit zum Meditieren.

Können Sie kochen?

Ich koche sehr gerne. Eine meiner Spezialitäten ist Pouletgeschnetzeltes an Noilly Prat mit Rosmarinkartoffeln und griechischem Gemüsegratin, dem sogenannten Tourlou, welcher Ratatouille ähnelt.

Ihr Restaurant-Tipp lautet …

Eigentlich überall, wo noch mit Freude und Herzblut gekocht wird. Zum Beispiel das Restaurant Gambrinus in Weinfelden.

Ihre liebste Glace-Sorte?

Ich bin nicht so der Dessert-Typ. Lieber eine Käseplatte oder einen Espresso mit einem «Verteiler».

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Ohne Senf und ohne Brot. Dann kann man dafür eine zweite essen.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Die hausgemachten Zwiebel-Käse-Wähen von meiner Mutter. Die gab es damals immer am Freitag.

Was haben Sie zuletzt in Kon­stanz eingekauft?

Grundsätzlich kaufe ich in Konstanz nichts. Ich will die lokalen Geschäfte unterstützen.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Tile. Die findet meine Schlüssel, mein Portemonnaie und so weiter.

Warum ist Ihr Haustier so besonders?

Kylie, unser achtjähriges Springerspanielweibchen, ist eigentlich ein Jagdhund, aber ist ganz zufrieden wenn sie nicht jagen muss, oder selber gejagt wird. Und: sie liebt mich.

Haben Sie ein Lieblingstier und was bewundern Sie daran?

Westernpferde. Sie sind nicht so nervig. Wir haben vier, ich liebe sie alle und fühle mich in ihrer Nähe wohl, reite aber selber nicht mehr.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Brille, Sonnenbrille, Schlüssel, Portemonnaie und Handy. Manchmal nicht alles auf einmal, dafür habe ich ja dann die App.

Wonach schmeckt Glück?

Nach etwas bleifreiem Duft aus den vier Rohren eines Achtzylinder Cabriolets an einem Sommerabend.

Fredi Hugelshofer mit seinem US-Truck in der Allmend Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Fredi Hugelshofer mit seinem US-Truck in der Allmend Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Was liegt auf Ihrem Nachtisch?

Nasentropfen, das Buch «Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens», mein Wecker und die obligatorischen Pillen, die man in meinem Alter halt so nehmen muss.

Haben Sie ein Vorbild? Was bewundern Sie an ihm?

Am ehesten mein Vater. Er übernahm als einfacher junger Mann die kleine Fuhrhalterei seines Vaters, musste dann aber seine Weiterbildung wegen dem Krieg abbrechen. Er hat von der Picke auf alles selber angepackt, und er respektierte alle Menschen.

Was schätzen Sie an ihrer Partnerin besonders?

Sie ist sehr tolerant und hat viel Verständnis für mich als etwas speziellen Menschen. Sie hat Geduld mit mir, versteht meinen Humor und macht es gut mit den Kindern.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Als Buchhalter oder Steuerbeamter, da müssen immer alle Zahlen haargenau stimmen. Ich bin eine Nuss in Mathe und improvisiere lieber.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

Tun wir um Gottes willen etwas Mutiges!

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Ich selbst, bewaffnet mit einer gehörigen Prise Ironie.

Ihre Kinder machen Sie glücklich, wenn …

... sie so sind, wie man es sich einst vorgestellt hat. Wenn sie ähnlich ticken wie ich, sie ihren eigenen Weg gehen. Dann hat sich alles gelohnt.

Was würde Ihre Mutter über Sie sagen?

Wir waren sechs Kinder und mein Vater ist früh verstorben. Daher war sie sehr gefordert und hatte selten genug Zeit für alle. Ihrer Meinung nach war ich das schwarze Schaf.

Wenn Geld kein Problem wäre, welches Auto kaufen Sie sich?

Ich habe bereits einen Aston Martin und bin zufrieden mit den Autos, die ich schon habe.

Freunde kennen Sie als …

Fredi oder Alf, aber auf keinen Fall Alfred, das macht einen noch älter.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Schenke mir Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens.