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Thurgauer Autofahrer fahren durch 110 Kreisel

Kreisel verbessern die Sicherheit und verflüssigen den Verkehr. Bei manchen der 110 Kreisel im Thurgau fährt kaum jemand durch. Der erste entstand 1990 in Bürglen. Einige würde man heute anders bauen.
Thomas Wunderlin
Jan Ullrich kam zu früh: Seit dem Bau des Kreisels kommt es nicht mehr zu Unfällen an der Kreuzung der Mattwiler- mit der Illighauserstrasse in Birwinken. (Bild: Donato Caspari)

Jan Ullrich kam zu früh: Seit dem Bau des Kreisels kommt es nicht mehr zu Unfällen an der Kreuzung der Mattwiler- mit der Illighauserstrasse in Birwinken. (Bild: Donato Caspari)

Die Kreuzung machte einen harmlosen Eindruck. Sie lag im freien Feld, die Fahrer hatten von allen vier Richtungen gute Sicht. Dennoch gab es innert fünf Jahren 19 Unfälle, mindestens einen mit Todesfolge. Nachdem 2014 der ehemalige Radprofi Jan Ullrich hier einen Autounfall baute, entschieden das kantonale Tiefbauamt und die Gemeinde Birwinken nach Evaluation verschiedener Massnahmen, die Kreuzung der Mattwiler- mit der Illighauserstrasse in einen Kreisel umzubauen.

Kein Unfall mehr seit der Kreisel da ist

«Es ist für mich unverständlich, wie viele Unfälle dort passiert sind», sagt Andreas Schuster, stellvertretender Leiter des kantonalen Tiefbauamts. «Verkehr hat es wenig.» Seit dem Bau des Kreisels habe es keine Unfälle mehr gegeben.

Auch bei anderen Kreiseln im Kanton fragt man sich angesichts des spärlichen Verkehrs, wozu es sie braucht. Beispielsweise der 2017 erstellte Kreisel im Frauenfelder Auenfeld, der von einer rostigen Friedenstaube geziert wird. «Der Kreisel ist sinnvoll, weil das Militär dort ausbaut», sagt Schuster. Ebenso löst der Kreisel Hof an der Amriswilerstrasse in Romanshorn seit 2017 ein Verkehrsproblem, das erst bei einem Ausbau des Industriegebiets auftreten könnte.

Das Tiefbauamt hat weitere fünf Kreisel in Planung

Die ersten drei Kreisel wurden im Thurgau laut Schuster 1990 gebaut. Der erste war der Rösslikreisel in Bürglen; es folgten Remisbergstrasse Kreuzlingen und Kirchbergstrasse Rickenbach. 1994 hatte der Thurgau auf der Thurtalachse und in allen grösseren Orten von Frauenfeld über Kreuzlingen und Arbon bis Amriswil Verkehrskreisel gebaut.

Heute gibt es im Kanton nach Angaben von Andreas Schuster vom Tiefbauamt 110 Kreisel. Im Durchschnitt wurden somit jährlich 4 Kreisel gebaut, wobei es in einigen Jahren auch mehr waren. Derzeit sind 5 weitere in Planung: Weststrasse/Thurstrasse Frauenfeld, Scheidweg Münsterlingen, Stachen Arbon, Bucherstrasse Egnach und ein weiterer Kreisel in Zusammenhang mit dem Planungsgebiet Wil West.

Geld hat es genug

Die Kreisel entstehen im Rahmen des üblichen Unterhalts des Strassennetzes. Dafür stehen dank Mineralöl- und Strassenverkehrssteuer genügend Mittel bereit. Kreisel werden an Knoten gebaut, wenn sie bezüglich Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss Vorteile versprechen.

«Man muss abwägen», sagt Schuster, «ob man Platz hat, und wie man den Langsamverkehr führt.» Manche Kreisel würde man heute anders bauen: Velospuren werden nicht mehr bis zur Einmündung geführt. Auto und Velo sollen nicht gleichzeitig in den Kreisel einfahren.

Tiefbauamt erfüllt nicht jeden Kreiselwunsch

Es gebe keinen Plan, alle Kreuzungen in Kreisel umzuwandeln, sagt Schuster. Manchmal lehnt es der Kanton auch ab, einen Kreisel zu bauen; so bei Weingarten auf der Raserstrecke Märwil-Mettlen. Das Tiefbauamt und die Gemeinde Bussnang sind sich nicht einig, wie gefährlich die Stelle ist.

Schuster weist daraufhin, dass es auch in Kreiseln zu Unfällen kommt. Gefährlich wird es, wenn ein Fahrer nur bremst, damit er ohne quietschende Pneus durchkommt. Möglicherweise ist er dann zu schnell, wenn ihm ein von links kommendes Auto in die Quere kommt.

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