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Zu wenig Regen: Im Thurgau wird das Wasser knapp

Die aktuellen Niederschlagsmengen gleichen jenen des Hitzesommers 2003. Falls es nicht bald lange regnet, werden Wasserentnahmen und Feuer im Wald verboten.
Silvan Meile
Der Furtbach in Oberbussnang führt wenig Wasser. Bild: Reto Martin

Der Furtbach in Oberbussnang führt wenig Wasser. Bild: Reto Martin

Im Thurgau ist es seit Monaten zu trocken. «Die Situation verschärft sich», schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Deshalb habe das Amt für Bevölkerungsschutz und Armee beschlossen, den «Fachstab Trockenheit» einzusetzen. Gemäss dessen Einschätzung sei das Trockenheitsrisiko überall im Kanton gross. Die Niederschlagsmengen des aktuellen Jahres würden sich jenen aus dem Jahr 2003 mit extremen Trockenheitswerten annähern. «In den letzten Wochen gingen zwar in einigen Regionen des Kantons heftige Gewitterregen nieder, doch sie vermochten das Niederschlagsdefizit nicht nachhaltig zu verbessern», heisst es in der Mitteilung. In mehreren Gewässern herrsche eine Niedrigwassersituation.

Einige Bäche mussten bereits abgefischt werden, «da sie kurz vor dem Austrocknen waren und somit der Fischbestand gefährdet war». Eine Gefahr bahnt sich auch für die Äschen im Rhein an, weil dort die Wassertemperatur bereits bei rund 21 Grad liegt. Ausserdem sinkt der Pegel des Bodensees derzeit täglich zwischen drei bis fünf Zentimeter und liegt etwa 30 Zentimeter unter dem langjährigen Schnitt.

Den Pool nicht unnötig füllen

Eine Entspannung dieser Situation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: In den nächsten Tagen dürfte es nochmals heisser werden und trocken bleiben. Meteo Schweiz rechnet für das Wochenende und den Start in die kommende Woche mit Temperaturen über 30 Grad und höchstens mit lokalen Platzregen oder Gewittern. Derzeit sei der Grenzwert noch nicht unterschritten, sagt Robert Holzschuh von der Abteilung Wasserbau und Hydrometrie beim Kanton. Bleibe das Wetter aber weiterhin sehr trocken, müsste ein Entnahmeverbot von Wasser aus Fliessgewässern in Betracht gezogen werden. Ein solches Verbot sprach der Kanton Thurgau letztmals im Jahr 2015 aus. Noch ist es aber nicht so weit. Der Kanton weist derzeit Landwirte lediglich an, die Gewässer weiterhin schonend zu nutzen. Und an Private appellieren die Verantwortlichen des Kantons, nicht unnötigerweise Pools mit Wasser zu füllen, Autos zu waschen oder Rasen und Gärten zu bewässern, wie es in einem Dokument des Amtes für Umwelt heisst. Auch könnte der Kanton ein Verbot von offenen Feuern im Wald erlassen, wenn sich die Situation weiter verschärft. Noch gilt aber für den ganzen Kanton lediglich eine mässige Waldbrandgefahr. Das ist die zweite von fünf Stufen.

Ein Effekt des Klimawandels

Für Robert Holzschuh ist die aktuelle Trockenheit im Vergleich zu früher zwar aussergewöhnlich, doch sie sei eben ein Effekt des Klimawandels. Gemäss Wissenschafter seien die Werte des aussergewöhnlich heissen und trockenen Sommers des Jahres 2003 bereits in einigen Jahrzehnten jene eines durchschnittlichen Sommers. «Wir bewegen uns dorthin», sagt Holzschuh.

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