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Im Thurgau werden Igelspuren gesucht

Noch bis Ende Jahr können Meldungen über Säugetiere für einen neuen Verbreitungsatlas eingereicht werden. Im Thurgau wurde bis heute das Eichhörnchen am häufigsten beobachtet. Der aktuelle Aufruf gilt dem Igel.
Larissa Flammer
Ein Igel im Wald. (Bild: Fotolia)

Ein Igel im Wald. (Bild: Fotolia)

Der heutige Verbreitungsatlas zu Säugetieren in der Schweiz ist über 20 Jahre alt, vergriffen und nicht mehr aktuell. «Der Thurgau war ein weisser Fleck», sagte Hannes Geisser, Direktor des Thurgauer Naturmuseums, im Februar gegenüber unserer Zeitung. Mit Hilfe der Bevölkerung will die Gesellschaft für Wildtierbiologie das Vorkommen wilder Säugetiere dokumentieren und einen neuen Atlas herausgeben.

Das Naturmuseum ist bei diesem Projekt Anlaufstelle für die Thurgauer Bevölkerung. Im März des vergangenen Jahres haben die Verantwortlichen die Bevölkerung aufgerufen, Hinweise zu melden. Die Informationen werden dann den zuständigen Stellen weitergeleitet.

Direktor Hannes Geisser im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Direktor Hannes Geisser im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Janine Mazenauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum, bewertet Fotos und Spuren und nimmt auch tote Tiere entgegen. Die Kadaver werden präzise bestimmt, was bei Arten wie Mäusen nicht immer einfach ist, wie das Naturmuseum mitteilt. Oft braucht es dazu eine genetische Analyse des Kadavers. Dafür nimmt die Expertin Gewebeproben und sendet diese zur anschliessenden Auswertung an ein Fachlabor weiter.

Gibt es noch Igel im Siedlungsgebiet?

Der Aufruf des Naturmuseums und die weitere Öffentlichkeitsarbeit machen sich bezahlt: Mittlerweile gibt es bald 800 Meldungen auf Thurgauer Boden. Mit über 200 Meldungen ist das Eichhörnchen Spitzenreiter, gefolgt vom Rotfuchs (120 Meldungen) und dem Reh mit knapp 100 Meldungen. Zu den weiteren häufig gemeldeten Arten zählen der Dachs, der Feldhase, der Siebenschläfer und das Wildschwein. Hannes Geisser betonte im Februar:

«Jede Beobachtung ist wichtig.»

Auch das 500. Reh. Denn jede zusätzliche Meldung macht das Bild präziser. In diesem Jahr gilt dem Igel ein besonderes Interesse. Denn gemäss Mitteilung des Museums weisen aktuelle Forschungen darauf hin, dass heute weit weniger Igel in Schweizer Siedlungsgebieten leben als vor 20 Jahren.

Ein Spurentunnel mit Pfotenabdrücken von kleinen Säugetieren. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Spurentunnel mit Pfotenabdrücken von kleinen Säugetieren. (Bild: Andrea Stalder)

Dem kleinen Tier kann man mit einem sogenannten Spurentunnel nachspüren. Auch Private können einen solchen aus Holz oder einem 1-Liter-Tetra-Pack selber bauen. Die Idee: Kleine Säugetiere – beim Tetra-Pack sind es vor allem Mäuse und Mauswiesel – laufen darin über ein Tintenkissen und hinterlassen perfekte Pfotenabdrücke auf ausgelegtem Papier. Direktor Hannes Geisser sagte:

«Dreckige Füsse ist das Schlimmste, was ihnen dabei passiert.»

Das Naturmuseum stellt auf seiner Webseite eine Bauanleitung und Tipps zur Verfügung. Gesucht sind zudem Freiwillige, die während einer Woche zehn Spurentunnel in einem Quadratkilometer im Thurgau aufstellen und betreuen. Noch bis Ende Jahr können Beobachtungen gemeldet werden. Entweder direkt beim Naturmuseum oder selber auf der Plattform des Säugetieratlas.

Hinweis: www.säugetieratlas.wildenachbarn.ch / www.naturmuseum.tg.ch

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