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Im Thurgau müssen wegen der Trockenheit weitere Fische umgesiedelt werden

Aus der Murg oder der Thur darf weiterhin kein Wasser entnommen werden. Die Trockenheit hat sich weiter zugespitzt, weshalb auch in der Lauche und anderen Bächen Fische umgesiedelt werden mussten. Zu einer temporären Entspannung der Situation dürfte es am Wochenende kommen.
Sebastian Keller
In der Murg bei Frauenfeld sucht die Bevölkerung - trotz niedrigem Wasserstand - Abkühlung. (Bild: Sebastian Keller)

In der Murg bei Frauenfeld sucht die Bevölkerung - trotz niedrigem Wasserstand - Abkühlung. (Bild: Sebastian Keller)

Seit Freitag vor einer Woche ist die Wasserentnahme verboten. Bauern dürfen ihre Kulturen nicht mehr mit Wasser aus der Thur oder der Murg bewässern. «Die Lage hat sich nicht entspannt», sagt Ulrich Göttelmann von der Abteilung Wasserbau und Hydrometrie im kantonalen Amt für Umwelt. Ein Verbot für den Bodensee oder den Rhein müsse derzeit nicht erwogen werden.

«Der Bodensee geht zwar in Richtung der tiefen Pegelstände von 2003», sagt Göttelmann. Jener Sommer brannte sich als Hitzesommer ins kollektive Gedächtnis ein. «Glücklicherweise ist der Wasserkörper des Bodensees aber sehr gross.» Auch der Spiegel des Grundwassers im Thurtal sinke, doch auch diese Reserve sei gross. «Aber», sagt Göttelmann, «wir müssen Wasser auch nicht vergeuden.»

Deshalb kann er die Empfehlung, die beispielsweise die Gemeinde Herdern auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, unterschreiben. Dort heisst es: Den Garten nicht während der heissen Tageszeit bewässern, weil dadurch viel Wasser verdunstet. Zudem soll auf unnötigen Wasserverbrauch verzichtet werden – etwa für das Autowaschen.

Weitere Fische müssen umgesiedelt werden

Die Trockenheit ist für Fische lebensbedrohlich. Deshalb sind die Fischereiaufseher im Thurgau laufend daran, sie umzusiedeln. «Die Situation hat sich weiter verschärft», sagt Roman Kistler, Chef der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung. In den vergangenen Tagen mussten Fische in der Lauche bei Affeltrangen, dem Giessen in Weinfelden oder dem Chemebach in Alterswilen umgesiedelt werden.

«Zuerst wird versucht», erklärt Kistler, «die Fische im selben Fliessgewässer umzusiedeln.» Ist aber die Situation im gesamten Bach oder Fluss prekär, werden sie in ein anderes Gewässer transportiert. «Das kam diesen Sommer auch schon vor», sagt Kistler. Ein Massensterben von Fischen konnte bislang verhindert werden. Das soll so bleiben. Deshalb ruft Kistler die Bevölkerung auf, «ein Auge darauf zu haben». Wenn jemand feststellt, dass Fische feststecken, weil das Wasser nicht mehr fliesst, soll dies dem zuständigen Fischereiaufseher gemeldet werden.

Feuerverbot am Nationafeiertag? Entscheid sollte am Montag fallen

Seit Ende Juni tagt immer montags der Fachstab Trockenheit. Dieser setzt sich derzeit aus Vertretern von neun kantonalen Ämtern zusammen. Der Montag ist kein Zufall. Michel Sennhauser, Leiter Abteilung Bevölkerungsschutz beim Kanton, erklärt: Damit ein Verbot – wie das Wasserentnahmeverbot – rechtzeitig im Amtsblatt publiziert werden kann, muss ein Erlass direkt nach dem Lage­rapport der Regierung unterbreitet werden.

Wann wird der Entscheid bezüglich eines Feuerverbotes am 1. August gefällt? «Am nächsten Montag thematisieren wir das», sagt Sennhauser. Aktuell herrscht – ebenfalls wegen der Trockenheit – eine erhebliche Waldbrandgefahr.

Am Wochenende könnte sich die Situation entspannen - vorübergehend

Die sonst unbeliebten Wolken in der Wetterprognose gewinnen wegen ihrer Rarität an Beliebtheit. Denn: Wolken bringen Regen – und dieser wird vermisst wie eine Freundin im mehrmonatigen Auslandaufenthalt. Ein Hoffnungsschimmer vermittelt ein Anruf bei MeteoSchweiz. «Ab Freitagmittag ist mit Gewittern über dem Thurgau zu rechnen», sagt Meteorologin Denise Praloran. Verbunden mit intensivem Regen. Doch Gewitter seien lokal und nur von kurzer Dauer. In der Nacht auf Samstag und während des ersten Wochenendtages ist mit weiteren Schauern zu rechnen. «Mengenmässig dürfte durchaus etwas zusammenkommen», sagt die Meteorologin. Der Samstag bringe wohl am meisten Regen. Bezüglich Trockenheit am Boden könnte es dadurch «vorübergehend zu einer Entspannung» kommen.

Nur: Ab Montag kommt der Regenschirm wohl nur noch zu Kurzeinsätzen; der Himmel über dem Thurgau dürfte nächste Woche kaum weinen. «Sonnig und warm, gegen dreissig Grad», sagt Praloran. «Mit vereinzelt Gewittern in den Abendstunden.»

Aktuelle Lageberichte und Pegelstände von Gewässern in den Kantonen Thurgau und Schaffhausen unter: http://hydrodaten.tg.ch

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