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Im Thurgau gibt es deutlich weniger neue Schweizer

Die Zahl der Einbürgerungen ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um rund 100 zurückgegangen. Wirft die Erhöhung der Sprachhürde ihren Schatten voraus?
Christian Kamm
Im Thurgau genehmigt der Grosse Rat als letzte Instanz eine Einbürgerung. (Bild: Michel Canonica)

Im Thurgau genehmigt der Grosse Rat als letzte Instanz eine Einbürgerung. (Bild: Michel Canonica)

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Haben 2016 im Kanton Thurgau noch 925 Einbürgerungen stattgefunden, waren es laut den kürzlich veröffentlichten Daten der Dienststelle für Statistik letztes Jahr mit 831 fast 100 weniger − und das entgegen dem nationalen Trend. Denn gesamtschweizerisch hat sich der Anstieg bei den eingebürgerten Personen auch 2017 weiter fortgesetzt. Wieso aber läuft es im Thurgau umgekehrt?

Schweizweit höchste Sprachhürde installiert

Wie Recherchen ergeben haben: Mit den letztes Jahr im Grossen Rat beschlossenen Verschärfungen im Einbürgerungsrecht − vor allem mit der Installierung der schweizweit höchsten Sprachhürde für Neu-Schweizer − hat dieser Krebsgang (noch) nichts zu tun. Diese Verschärfungen wurden erst per 1. Januar 2018 wirksam. Sämtliche Einbürgerungsgesuche, die bis Ende 2017 eingereicht worden waren, werden noch nach bisherigem Recht entschieden. Die Ursachen für den Rückgang müssen demnach anderswo liegen.

Unterdurchschnittliche Einbürgerungsziffer

Die rohe Einbürgerungsziffer im Kanton Thurgau und in der Schweiz von 2000 bis 2017 in Prozent.
Thurgau
Schweiz
2000200120022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620170123

Dieser hat, wie sich herausstellt, rein organisatorische Gründe. «Diese Zahl erstaunt mich nicht», sagt denn auch SP-Kantonsrat Christian Koch (Matzingen), Präsident der Justizkommission des Grossen Rates. Kochs Kommission berät die Einbürgerungsgesuche jeweils paketweise zuhanden des Parlamentes vor. Das hat sie auch im Jahr 2017 wieder getan − allerdings statt wie üblich viermal lediglich dreimal, wie Giacun Valaulta, Chef des kantonalen Amtes für Handelsregister und Zivilstandswesen, auf Anfrage bestätigt. Dies sei auf Wunsch des Büros des Grossen Rates geschehen und habe allein sitzungstechnische Gründe gehabt, erläutert Ricarda Zurbuchen, Leiterin der Thurgauer Kanzleidienste. «Mit der Anzahl Gesuche hatte das hingegen nichts zu tun.» Erst wenn der Grosse Rat als letzte Instanz ein Einbürgerungsgesuch genehmigt hat, gilt das Verfahren aber als formell abgeschlossen und zählt für die Statistik.

Am meisten aus Deutschland

Mehrheitlich wird die Schweizer Staatsangehörigkeit auf dem Weg der ordentlichen Einbürgerung erworben. Letztes Jahr war das im Thurgau in 520 Fällen so. Die erleichterte Einbürgerung betrafen rund 300 Fälle. Die meisten der neuen Schweizer Bürger stammen aus Deutschland (200), gefolgt von Italien (120), Mazedonien (100), Kosovo (60) und der Türkei (50).

Laut der Dienststelle für Statistik wächst im Kanton die Bevölkerung mit Schweizer Pass hauptsächlich durch Einbürgerungen. «Im Jahr 2017 ging im Thurgau etwa die Hälfte des Wachstums der Bevölkerung Schweizer Nationalität auf Einbürgerungen zurück (48 Prozent).» Im Vorjahr war diese Entwicklung mit einem Anteil von 54 Prozent sogar noch ausgeprägter.

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