Im Süden nichts Neues: Zahlenspiele zu den Hinterthurgauer Kantonsratslisten

Welche Partei im Bezirk Münchwilen stellt die ältesten Kantonsratskandidaten? Welche Liste weist den grössten Frauenanteil aus? Eine kleine Statistik zu den Grossratswahlen.

Olaf Kühne
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Blick auf Münchwilen und Sirnach. Bei den Hinterthurgauer Vertretern im Grossen Rat zeichnen sich kaum grössere Veränderungen ab.

Blick auf Münchwilen und Sirnach. Bei den Hinterthurgauer Vertretern im Grossen Rat zeichnen sich kaum grössere Veränderungen ab.

(Bild: Olaf Kühne)

Auf grosse Umwälzungen wird sich die Hinterthurgauer Delegation im Thurgauer Grossen Rat wohl kaum einstellen müssen. Treten doch zu den Gesamterneuerungswahlen vom 15. März fast alle Bisherigen wieder an. Und die drei, die nicht mehr mit von der Partie sind, haben ihre Geschichte: Kurt Egger (Grüne) wurde vergangenen Herbst in den Nationalrat gewählt, für ihn steht nun Bernhard Braun als quasi neuer Bisheriger auf der Kandidatenliste.

Cornel Inauen (SVP) trägt ebenfalls das Prädikat «bisher», wird die Wahl aber ablehnen müssen, weil er im Januar an das Obergericht gewählt wurde und als Kantonsangestellter nicht im Kantonsrat sitzen darf. Bei der FDP ist Guido Grütter 2017 für den in den Nationalrat nachgerückten Hansjörg Brunner in das Kantonsparlament nachgerutscht. Nach seinem vorzeitigen Rücktritt als Münchwiler Gemeindepräsident verzichtet Grütter auch auf eine Kandidatur für den Grossen Rat.

Nur drei Frauen unter den Bisherigen

So ist denn der noch 20-köpfige Pulk der Bisherigen aus dem Süden des Thurgaus, was er schon vor vier Jahren war: männlich und eher gesetzteren Alters. Mit Cornelia Hasler (FDP), Barbara Müller (SP) und Sabina Peter Köstli (CVP) politisierten in der auslaufenden Legislatur nur drei Hinterthurgauer Frauen im Kantonsrat. Und: Die Bisherigen sind durchschnittlich 58,6 Jahren alt.

Das Durchschnittsalter aller Kandidierenden liegt deutlich tiefer. Blendet man die Jungparteien aus, tritt im Bezirk Münchwilen die FDP mit der jüngsten Liste an: Der oder die durchschnittliche Freisinnige ist 42 Jahre alt. Dicht dahinter folgen SP (42,4 Jahre) und SVP (43,8 Jahre). Am anderen Ende der «Altersskala» rangieren die Grünen mit 53,4 Jahren und die CVP (51,4 Jahre).

Bezüglich weiblicher Kandidaturen tun sich die EVP und die Grünen hervor – mit exakt 50 Prozent Frauen auf ihrer Liste. Das Schlusslicht tragen diesbezüglich die Grünliberalen mit 25 Prozent.

Weitere Zahlenspielereien gefällig? Der durchschnittliche Hinterthurgauer Kantonsrat ist auch ein Gemeindevertreter. Unter den Bisherigen finden sich immerhin neun amtierende oder ehemalige Gemeindepräsidenten, Schulpräsidenten und Gemeinderäte, weitere 18 unter den Neuen. Auf einer diesbezüglichen Rangliste belegen just die rechtsbürgerlichen Parteien FDP und SVP die Plätze eins und zwei.

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Die Thurgauer Bevölkerung wählt am 15. März ihr 130-köpfiges Parlament für die nächsten vier Jahre. Welche Politik verfolgten die Parteien? Wer konnte Erfolge verbuchen? Wer hat Chancen, Mandate zuzulegen?
Larissa Flammer, Sebastian Keller, Silvan Meile, Thomas Wunderlin