Im Kultreiseführer «Lonely Planet» erwähnt und die ungebremste Erfolgsgeschichte des Bubble-Hotels: Thurgau Tourismus blickt auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück

Thurgau Tourismus blickt auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück und wartet mit neuen Ideen fürs Jahr 2020 auf.

Kurt Peter
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Rolf Müller von Thurgau Tourismus am Hafen von Romanshorn

Rolf Müller von Thurgau Tourismus am Hafen von Romanshorn

Bild: Donato Caspari

Thurgau Tourismus feierte im zu Ende gehenden Jahr das 100-jährige Bestehen und machte mit speziellen Aktionen auf sich aufmerksam. In Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein war die MS Thurgau während der Sommersaison im «Thurgau-Tourismus-Gewand» auf dem Wasser unterwegs. «Wir konnten damit fast 75'000 Gäste erreichen», sagt Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Am Wettbewerb nahmen 974 Passagiere teil.

Den Zweck, Aufmerksamkeit zu erreichen, habe die Aktion «Bianca unterwegs» erreicht. Das «zugegebenermassen nicht hübscheste Fräulein» war zehn Tage im Thurgau unterwegs. Die Reise der lebensgrossen Puppe konnte im Internet mitverfolgt werden. 18'000 Seitenaufrufe wurde registriert. Positive wie kritische Reaktionen waren das Resultat.

Aussergewöhnlich übernachten

Das Thurgauer Bubble-Hotel sei auch im vergangenen Jahr eine Erfolgsgeschichte gewesen, sagt Rolf Müller. Mit 1953 Logiernächten erreichte es eine Auslastung von 97 Prozent und generierte 243'000 Franken Umsatz. An fünf Standorten im Kanton konnten Gäste im durchsichtigen Kugelzelt unter dem Sternenhimmel nächtigen. Dank einer Erwähnung im «Lonely Planet» unter den «Best new places for travellers to stay in 2019» konnten neben 60 Prozent Gästen aus der Schweiz und 20 Prozent aus Deutschland auch Besucher aus Südafrika, Indien und Australien verbucht werden. «Derzeit prüfen wir neue Standorte für das nächste Jahr, dies in Zusammenarbeit mit dem Amt für Raumentwicklung». Denn die Optik des Gastes sei nicht immer die Optik der Raumplanung.

Das Bubble-Hotel ist beliebt. Die Auslastung betrug 2019 97 Prozent.

Das Bubble-Hotel ist beliebt. Die Auslastung betrug 2019 97 Prozent.

Bild: Reto Martin

Es seien neue Aktivitäten für das neue Jahr geplant, blickt der Geschäftsführer voraus. Spannend dürfte das Projekt «Zero Real Estate Ostschweiz» werden. Dabei handelt es sich um eine Adaption des Kunstwerkes «Null Sterne Hotel» von Frank und Patrik Riklin. Der Clou: ein mobiles Hotelzimmer ohne Wände und ohne Dach.

Auch der 2019 initiierte Testbetrieb «Thurgauer Veloflotte» werde 2020 fortgesetzt und ausgebaut. Ausleihstationen stehen in Arbon, Romanshorn, Kartause Ittingen, Tägerwilen, Wasserschloss Hagenwil und in Schaffhausen bereit. Ab Frühling 2020 entstehe im Oberthurgau zudem «eine genussreiche Schatzsuche, bei der Thurgauer Spezialitäten verköstigt werden können», erklärt Rolf Müller. Das Angebot nennt er «Food-Trail Thurgau». Attraktiv sei dies für Gruppen bis neun Personen. Der Trail kann ohne Voranmeldung absolviert werden.

Noch nicht zufriedenstellend

Thurgau Tourismus setzt grosse Hoffnungen in zwei grosse Projekte, die kurz bis mittelfristig umgesetzt werden können. Die Neueröffnung des Bad Horn Hotel & Spa im September 2020. Damit werde «ein Haus an unvergleichlicher Lage und einem hochstehenden Angebot» geschaffen. Andererseits hofft Müller auf Reka-Feriendorf in Kreuzlingen. Die Anlage, die sich das Thema «Wasser» auf die Fahne schreiben wird, soll 70 Wohneinheiten umfassen. Die Eröffnung ist 2023 geplant.

Ein wichtiger Prozess für Thurgau Tourismus sei die Weiterentwicklung zur Destination Management Organisation (DMO). Das bestehende Modell «DMO light» habe gezeigt, dass die Situation mit mehreren touristischen Organisationen auf lokaler und regionaler Ebene noch nicht zufriedenstellend sei und zu Parallelstrukturen führe. «Mit dem Pilotprojekt im Oberthurgau bringen wir die DMO 2023 auf den Weg», sagt Rolf Müller.

Diese Entwicklung sei in enger Abstimmung mit dem Kanton lanciert worden und entspreche der kantonalen Tourismusstrategie. «Ziel ist die Etablierung und Stärkung leistungsfähiger, zukunftsfähiger und marktgerechter Strukturen», sagt der Geschäftsführer. Nach der Pilotregion Oberthurgau sollen die Regionen Kreuzlingen und Untersee integriert werden. «Damit können wir die nötige Trennung zwischen einem Auftrag im Bereich Service Public vom Auftrag der Tourismusförderung klar trennen», sagt Rolf Müller.

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