Im Heilsarmee-Brocki in Frauenfeld gibt's gute Ware fürs kleine Portemonnaie

Fräuli & Leuli: Frauenfelds grösstes Brockenhaus ist wieder offen. Die Kunden stöbern nach Kleidern, kaufen englischsprachige Bücher und decken sich mit Haushaltsgeräten ein.

Andreas Taverner
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Familie Freites aus Stammheim: Vater Paulo, Tochter Diana und Mutter Carla.

Familie Freites aus Stammheim: Vater Paulo, Tochter Diana und Mutter Carla.

(Bild: Andreas Taverner)

Ein Kommen und Gehen ist am Samstagvormittag im Brockenhaus am Allmendweg. Melanie Guhl (Aadorf) besucht mit ihrer Kollegin Sina Lukas (Frauenfeld) das Brocki der Heilsarmee, da sie neue Sommermode braucht. «Indem ich hier meine Kleider einkaufe, die gut und günstig sind, schone ich gleichzeitig die Umwelt», erklärt sie. «Als Schülerin sind unsere finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt», sagt Sina Lukas.

«Es ist eine gute Alternative für uns.»
Melanie Guhl und Sina Lukas.

Melanie Guhl und Sina Lukas.

(Bild: Andreas Taverner)

Kees den Toom aus Frauenfeld, ursprünglich aus den Niederlanden, schaut sich nach englischsprachigen und religiösen Büchern um. Als Lehrer beider Fächer findet er hier immer wieder gute Literatur. «Bücher dienen mir nicht nur zur Entspannung, sie erweitern auch den Horizont», sagt er. «Aber eigentlich sind wir ins Brocki, um unserer Tochter einen Gefallen zu machen.» Für Sohn Simeon den Toom bietet sich damit die Gelegenheit, ehemals teure DVDs zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen. Stolz zeigt er seinen Fund. Nebst «Iron Man» hat er auch noch diverse Star-Trek-DVDs gefunden. Während Vater und Sohn den Toom das Gesuchte rasch gefunden haben, stöbert Familie Freites aus Stammheim bei den Haushaltsgeräten und Kleidern. Die achtjährige Diana schlendert mit ihrem Vater Paulo durch das Brocki, während Mutter Carla versucht, für den Haushalt etwas zu finden.

«Ich schaue mich um, damit ich weiss, was ich gerne hätte.»
Kees den Toom mit Sohn Simeon.

Kees den Toom mit Sohn Simeon.

(Bild: Andreas Taverner)

Das sagt sie voller Eifer und mit einem Lachen im Gesicht. «Mich interessieren vor allem die Kleider», sagt ihr Mann und lobt, dass auf zwei Etagen, was etwa 1800 Quadratmetern entspricht, eine grosse und schöne Auswahl feilgeboten wird. Unterdessen hat Tochter Carla die Kleider durchgesehen. «Wir kamen extra von Stammheim nach Frauenfeld, weil es hierhin nicht nur ein kürzerer Weg ist, sondern weil es auch weniger Leute in den Läden hat». So liesse sich das Risiko, dass sich die Familie mit dem Coronavirus infiziere, minimieren, erklärt Paulo Freites. Anschliessend wollen sie noch im den nahen Einkaufszentrum einkaufen gehen.

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