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Im «Hecht» in Mammern geht eine Ära geht zu Ende

40 Jahre lang wirteten Hans-Rudolf und Brigitte Dietrich im Gasthaus Hecht in Mammern. Ende Oktober gehen sie in den Ruhestand - und auf Europareise.
Rahel Haag
Sie sagen Adieu: Das Wirtepaar Hans-Rudolf und Brigitte Dietrich vor dem Gasthaus Hecht. (Bild: Donato Caspari)

Sie sagen Adieu: Das Wirtepaar Hans-Rudolf und Brigitte Dietrich vor dem Gasthaus Hecht. (Bild: Donato Caspari)

Über der grünen Eingangstür steht in goldenen Lettern: «Seit 1933 Fam. Dietrich». Drinnen sitzen Hans-Rudolf und Brigitte Dietrich an einem Tisch in der Gaststube. Vor 40 Jahren haben sie das Gasthaus Hecht in dritter Generation übernommen. Ende Oktober hören die beiden auf. Altershalber.

Das Gasthaus steht seit einem Jahr für knapp 1,6 Millionen Franken zum Verkauf.

«Für das Dorf würden wir uns wünschen, dass das Restaurant weitergeführt wird»

sagt Brigitte Dietrich. Aber das liege nicht mehr in ihren Händen. Lange hatte es so ausgesehen, als würde im «Hecht» dereinst die vierte Generation das Ruder übernehmen. Sohn Bernhard habe ebenfalls Koch gelernt und die Hotelfachschule absolviert. «Aber er hat keine Partnerin», sagt Brigitte Dietrich, «und alleine schafft man das nicht.»

Endlich Europa bereisen – aber nicht im Camper

Dennoch: Die Freude auf einen neuen Lebensabschnitt überwiegt die Wehmut. «Wir haben geplant, Europa zu bereisen», sagt Hans-Rudolf Dietrich. Bisher hätten sie jeweils im Februar und November Ferien gemacht – nicht die ideale Jahreszeit für Europa.

«Ich war noch nie in Paris»

sagt seine Frau. Diese und weitere Städte wie Berlin oder Hamburg stünden auf ihrer Liste. Sie strahlt ihren Mann an. «Aber nicht im Camper», sagt er. Das sei nichts für ihn. «Allein schon, weil er so gross ist», ergänzt sie.

Zum letzten Mal Risotto

Früher gab es im «Hecht» regelmässig eine Tessiner-Woche. Davon geblieben ist das Risotto alla padovana. Es kann im August jeweils am Freitagabend und im September täglich bestellt werden und ist sehr beliebt. Die Spezialität mit Kalbfleisch und Steinpilzen wird in einem halben Laib Parmesankäse serviert. «Bis Ende September koche ich rund 450 Portionen», sagt Hans-Rudolf Dietrich. Dafür benötige er 17 Kilo Käse. (rha)

Aktuell sieht es aber so aus, als würden Dietrichs doch nicht ganz aufhören. Solange das Gasthaus nicht verkauft sei, wollen sie zumindest das Hotel weiterführen. «Die Küche geht Ende Oktober aber endgültig zu», sagt Hans-Rudolf Dietrich, «zumindest unter meinem Regime.»

«Aber Eier fürs Frühstück kochst du mir schon noch, oder?»

fragt sie mit Schalk in der Stimme. «Sonst musst du dir eben einen Eierkocher kaufen.» Die beiden lachen.

Für das erste Rendezvous gibt’s Schnipo im «Hecht»

Was ihnen fehlen wird, macht Hans-Rudolf Dietrich anhand einer Geschichte deutlich: «Vor kurzem ass ein Paar bei uns zu Abend, um seinen 50. Hochzeitstag zu feiern.» Das Essen an ihrem grossen Tag damals sei ebenfalls im «Hecht», den damals noch sein Vater führte, gewesen.

So sei es häufig abgelaufen bei ihnen. «Zuerst kommen die jungen Paare für das erste Rendezvous zum Schnipo-Essen», sagt Brigitte Dietrich. Später folge das Hochzeitsessen, dann jenes zur Taufe der Kinder und später jenes zu deren Firmung oder Konfirmation.

«Wir haben viele Knirpse aufwachsen sehen»

sagt Hans-Rudolf Dietrich und lächelt. Das sei das Schönste. Beim Verlassen des Gasthauses fällt der Blick wieder auf die Tür. Von Innen steht da: «Auf Wiedersehen».

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