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Rund ums Frauenfelder Rüegerholz fehlt mit Sicherheit die Planungssicherheit

Weil ihr Baurechtsvertrag bald ausläuft, haben die Betreiber der Minigolfanlage Mühe, einen Nachfolger zu finden. Die Stadt übt sich in Durchhalteparolen, wenn es um die Arealentwicklung beim Rüegerholz geht.
Samuel Koch
Das Festhüttenareal aus der Vogelperspektive, inklusive Bezeichnung der jeweiligen Eigentumsverhältnisse, vertraglichen Bestimmungen mit der Stadt und Parzellengrösse. (Bild: Donato Caspari/Grafik: Infografik SGT)

Das Festhüttenareal aus der Vogelperspektive, inklusive Bezeichnung der jeweiligen Eigentumsverhältnisse, vertraglichen Bestimmungen mit der Stadt und Parzellengrösse. (Bild: Donato Caspari/Grafik: Infografik SGT)

Ihre Zukunft bleibt ungewiss. Willi und Susanne Mock sitzen in ihrem Fondue-Beizli und blicken hinaus auf die Minigolfanlage, die soeben Saisoneröffnung gefeiert hat. Besucher hat es noch kaum. Langweilig ist es den Mocks aber nicht, denn sie kümmern sich nebst dem Fondue-Beizli auch noch ums Pfadiheim nebenan, in welchem die beiden wohnen. Sie sind nachdenklich. Willi Mock rührt in seinem Kaffee und sagt:

«Wir suchen Nachfolger, finden aber niemanden.»

Er und seine Frau erreichen bald das Pensionsalter, werden aber wohl weiterarbeiten müssen. Denn ihr Baurechtsvertrag mit der Stadt läuft 2026 ab, was potenzielle Nachfolger an konkretem Interesse hindert.

Susanne und Willi Mock auf ihrem Minigolfplatz, den sie seit rund 14 Jahren betreiben. (Bild: Donato Caspari)

Susanne und Willi Mock auf ihrem Minigolfplatz, den sie seit rund 14 Jahren betreiben. (Bild: Donato Caspari)

Das Ehepaar aus dem Appenzellischen übernahm den Baurechtsvertrag der Minigolfanlage vor rund 14 Jahren, welche es schon seit den frühen 70er-Jahren gibt. «Wir waren immer zufrieden», sagt Willi Mock. Die Minigolfanlage ist und bleibt ein beliebtes Freizeitangebot. Und auch das Restaurant läuft, vor allem im Winter mit den Fondue-Angeboten.

«Wir leben gut», sagt Mock. Auf ein Email an die Stadt, wie es mit ihrem Baurechtsvertrag weitergeht, sind die Mocks vertröstet worden, dass wegen der laufenden Erarbeitung einer Liegenschaftenstrategie «vorläufig keine Baurechtsverlängerungen abgeschlossen werden».

Machbarkeitsstudie zur Festhalle 2030 liegt vor

Im Land entlang der Festhüttenstrasse liegt grosses städtebauchliches Potenzial. Das Areal vom Parkplatz bis hinter die rund 100-jährige Rüegerholzhalle umfasst knapp 25000 Quadratmeter und gehört der Stadt. Schon länger ist klar, dass sie plant, die Festhalle im Rahmen des Projekts Stadthalle 2030 möglicherweise an die Militärstrasse an die A7 umzusiedeln. Die Resultate der Machbarkeitsstudie liegen mittlerweile vor, sind aber laut Fabrizio Hugentobler, Leiter Amt für Freizeitanlagen und Sport, noch nicht spruchreif.

Das Drohnenbild ohne Beschriftungen. (Bild: Donato Caspari)

Das Drohnenbild ohne Beschriftungen. (Bild: Donato Caspari)

Die städtischen Parzellen ennet der Festhüttenstrasse erstrecken sich über weitere knapp 6800 Quadratmeter. In dieser Nachbarschaft, bei der Pfadi mit der ehemaligen Jugendherberge und den Pfadibaracken, herrscht eine ähnliche Unsicherheit wie bei Mocks. Markus Kaiser hat das Präsidium des Altpfadfinderverbands (APV) erst kürzlich übernommen und betont, dass sich der APV politisch nicht äussern will. Trotzdem sagt Kaiser:

«Das Einzige, was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass wir nichts mit Sicherheit sagen können.»

Und beim Tennisclub Frauenfeld (TCF) laufen derzeit Vorbereitungen für eine Sanierung seiner fünf Aussenplätze, wovon noch einer im Eigentum der Stadt ist. Die Investition in Höhe von knapp unter 400'000 Franken, welcher die TCF-Mitglieder kürzlich an ihrer Generalversammlung zugestimmt haben, zeigt die langfristige Planung am Standort neben der Rüegerholzhalle. «Wir wollen nicht zügeln», sagt TCF-Präsident Andreas Breitenmoser.

Die Sanierung, welche zu rund einem Zehntel aus dem kantonalen Sportfonds subventioniert wird, soll bis Ende Sommer über die Bühne gehen. Nebst dem einen Tennisplatz führt der TCF zwölf Parkplätze ebenfalls im Baurecht. «Wir möchten uns zur Arealentwicklung bei Bedarf auch immer wieder mit den Verantwortlichen der Stadt austauschen», ergänzt Breitenmoser.

Stadt fokussiert auf Entwicklung rund um Bahnhof

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Stadtpräsident Anders Stokholm zeigt Verständnis für die «teils unangenehme Situation» rund um die Rüegerholzhalle. Es sei aber noch nicht der richtige Zeitpunkt, um über 2026 hinaus Entscheide vorwegzunehmen. Dass dort Baurechtsverträge mit verschiedenen Ablaufdaten versehen sind, vereinfache die Situation nicht. Stokholm meint:

«Aber wir können Verträge nicht anno domini verlängern, ohne exakt über die Entwicklung des Areals im Klaren zu sein.»

Ob einst Werkhof, Stadtbus- oder Feuerwehrdepot ins Gebiet beim Rüegerholz zügeln, sei nur ein mögliches Szenario, ohne dass er genauer darauf eingehen will.

Stokholm: «Stadt entwickelt, was verträglich ist» Der jetzige Hauptfokus der Stadt liege auf der Entwicklung des rund 14000 Quadratmeter grossen Areals Stadtkaserne, das vom Militär per 2023 freigespielt werden soll. Er meint:

«Wir können nicht gleichzeitig zwei so grosse Gebiete entwickeln.»

Einerseits wegen beschränkter Ressourcen. «Andererseits muss der Markt so viel freiwerdenden Platz zuerst verdauen», meint er und betont den aktuellen Leerstand von Gewerberäumen. Zudem zeigten Überbauungen wie beim Schweizerhof oder der Laubgasse, dass es derzeit «vor allem rund um den Bahnhof brummt». Den Vorwurf, die Stadt bremse bei Gebieten mit Entwicklungspotenzial, wehrt Stokholm ab: «Wir entwickeln, was verträglich und notwendig ist.»

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