Fragen & Antworten
Was gilt denn nun im Thurgau? Neun Antworten im Dschungel der Coronaregeln

Die neuen Coronaregeln überschlagen sich. Eine Bestandesaufnahme der gültigen Vorgaben am 23. Oktober 2020. In Thurgauer Schulen gelten ab Montag ebenfalls neue Regeln.

Sebastian Keller
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Eine Maskenpflicht gilt auch für Mitarbeiterinne in der Gastronomie.

Eine Maskenpflicht gilt auch für Mitarbeiterinne in der Gastronomie.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Am Freitag vor einer Woche beschloss der Regierungsrat neue Coronamassnahmen. Diese traten aber nie in Kraft, weil der Bundesrat zwei Tage später schweizweite Massnahmen erliess. Deshalb stellt sich die Frage: Welche Regeln sind derzeit zu beachten? Im Grundsatz gilt – man kennt es vom Rauchverbot: Im Minimum gelten die Vorgaben des Bundes; gehen allerdings die kantonalen Regeln weiter, sind diese zu befolgen.

Wo gilt aktuell im Thurgau die Maskenpflicht?

In allen öffentlich zugänglichen Innenräumen muss eine Maske getragen werden. Dazu zählen beispielsweise der Bioladen, der Supermarkt, das Restaurant und das Café, die Bibliothek und das Museum. Auch im Kino, im Spital, in der Kirche sowie beim Besuch des Steueramtes müssen Mund und Nase bedeckt werden. Eine Maskenpflicht gilt überdies an Bahn- und Bushaltestellen sowie weiterhin in Bussen und Zügen. Auch gilt eine Maskenpflicht an privaten Veranstaltungen, wenn mehr als 15 Personen teilnehmen. Zudem darf bei Geburtstagsfeiern oder WG-Partys nur sitzend gegessen und getrunken werden – selbstverständlich ohne Maske.

Und wenn man in einer Bar einen Cocktail einnimmt?

Dann darf die Maske abgenommen werden. Jedoch: Trinken und Essen ist in Bars, Clubs und Restaurants nur sitzend erlaubt – drinnen wie draussen.

Und an den Schulen?

Ab Montag gelten an Thurgauer Schulen neue Coronaregeln. In Volksschulhäusern müssen alle Erwachsenen eine Maske tragen. Eine Ausnahme sind die Unterrichtsräume. Schüler dürften freiwillig eine Maske tragen. An Berufsschulen und Kantis muss von allen Personen in allen öffentlichen Innenräumen eine Maske getragen werden. Büroräume und Schulzimmer bilden Ausnahmen. «Die Schülerinnen und Schüler haben in jeder Situation beim Eintreten bis sie sitzen und beim Verlassen der Unterrichtsräume eine Maske zu tragen», heisst es im Entscheid des Erziehungsdepartementes.

Gilt die Pflicht zur Registrierung der Kontaktdaten in Bars weiterhin?

Ja, seit dem 11. August gilt dies für Bars und Clubs im Thurgau. Die Kontaktdaten müssen vor dem Betreten der Lokalität erhoben und mittels eines amtlichen Ausweises kontrolliert werden. Sie dienen als Basis für ein allfälliges Contact-Tracing. Diese Regel hat weiterhin Gültigkeit, wie der kantonale Informationsdienst auf Anfrage bestätigt. Vorerst bis Ende November.

Bislang mussten Veranstalter von Anlässen mit mehr als 30 Personen gegenüber dem Kanton das Vorhandensein eines Schutzkonzepts bestätigen. Was gilt jetzt?

Neu gilt: Nur noch Organisatoren von öffentlichen und privaten Anlässen mit mehr als 100 Personen müssen ein Schutzkonzept beim Kanton einreichen. Und zwar spätestens 14 Tage zuvor. Seit Freitag ist ein Formular auf der Website aufgeschaltet. Veranstalter von öffentlichen Anlässen mit 16 bis 100 Teilnehmern müssen ebenfalls Schutzkonzepte erarbeiten und umsetzen. Bei Privatanlässen dieser Grössenordnung gelten Hygieneregeln sowie eine Pflicht zur Kontaktdatenerfassung.

Wer kontrolliert das?

Dazu macht das druckfrische Amtsblatt Aussagen. Die Fachstelle Covid-19 des Kantons und die Gemeinden sind für die Kontrolle der Umsetzung der Schutzkonzepte von Veranstaltungen zuständig, heisst es da. «Sie stimmen ihre Kontrolltätigkeit untereinander ab.»

Und wer ist für Grossveranstaltungen zuständig?

Das Departement für Justiz und Sicherheit ist für die Bewilligung von Anlässen ab 1000 Personen zuständig. Bislang wurde eine solche Veranstaltung genehmigt, wie der Informationsdienst mitteilt. Weitere Gesuche seien nicht eingegangen.

Wer kontrolliert die Gastronomie?

Gemäss Amtsblatt sind das die Gemeinden. Das sei aber nicht neu, teilt der Informationsdienst auf Anfrage mit. «Denn die Gemeinden sind bereits seit Rückkehr von der ausserordentlichen in die besondere Lage wieder für den Vollzug der Gastgewerbegesetzgebung zuständig.»

Wo fliessen die Informationen zusammen?

Die Gemeinden, Schulgemeinden und Kirchgemeinden melden der kantonalen Fachstelle Covid-19 wöchentlich bis am Montagabend die durchgeführten Kontrollen und die ergriffenen Massnahmen.

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