Im Casino Frauenfeld machen 450 Besucher eine Reise in die Jodler-Vergangenheit

Jubiläen prägten die Unterhaltung des Frauenfelder Jodel-Doppelquartetts am Samstagabend.

Andreas Taverner
Drucken
Teilen
Das Jodel-Doppelquartett auf der Casinobühne.

Das Jodel-Doppelquartett auf der Casinobühne.

(Bild: Andreas Taverner)

Dem Corona-Virus zum Trotz erschienen 450 Besucher am Samstag zum Jodlerabend des Frauenfelder Jodel-Doppelquartetts im Casino. Das Programm trug den Titel «Weisch no?». Zu überzeugen vermochten aber auch die Frauenfelder Jodlerküken unter der Leitung von Christine Tschanz.

«Wir lassen uns von der Hysterie nicht verrückt machen.»

Das sagte eine Besucherin und schüttelte die Hand eines Kollegen. Einige fanden es schade, dass Anlässe wie die Basler Fasnacht nun nicht durchgeführt werden können. In seiner Begrüssung hob Beni Buchter, Präsident des Jodel-Doppelquartetts, die Jubiläen von Kurt Schweizer und Ernst Müller hervor. Beide sind seit 50 Jahren Mitglieder der Formation. Ausserdem hat Schweizer seit 25 Jahren das Dirigentenamt inne. Weitere Jubilare mit 25Jahren Vereinszugehörigkeit sind Fritz Eicher und Gery Grossenbacher.

«Ein Jubiläum, das sehr selten vorkommt.»

Das sagte Buchter. Er verwies auf das nächste Jahr. 2021 wird das Jodel-Doppelquartett sein 75-jähriges Bestehen feiern können.

Blick ins Publikum.

Blick ins Publikum.

(Bild: Andreas Taverner)

Der Erste von drei Programmblöcken begann mit dem Lied «Chum mit mer!». Im Lied wird nebst der Unbeschwertheit und den Bergen auch die Sehnsucht und Hoffnung besungen, dass man noch viele Male zusammen sein kann.

Musik schon in die Wiege gelegt

Dann kam die Überraschung. In einer Videobotschaft erinnerten sich die Jubilare an vergangene Zeiten. So erfuhren die Zuschauer, dass die Jodler schon daheim Hause mit dem Jodel-Virus in Kontakt kamen. Zum Beispiel Kurt Schweizer, der als 15-Jähriger dem Jodel-­Doppelquartett Frauenfeld beitrat. Ihm wurde das Singen in die Wiege gelegt. Das gemeinsame Jodeln mit der Mutter im Stall war für den jungen Kurt wohl genauso prägend wie das aktive Jodelklubleben seines Vaters. Oder Ernst Müller: Der 84-Jährige erinnerte sich im Interview an so manche Anekdote. Speziell lobte er den Dirigenten.

«Er bringt uns die Lieder so gut bei, dass sie leben.»

Ein Anliegen Müllers ist, dass das Liedgut an die nächste Generation weitergegeben wird. Kurz nach 23 Uhr endet der musikalische Teil mit dem Lied «Bärgandacht».

Die Frauenfelder Jodelküken in Aktion.

Die Frauenfelder Jodelküken in Aktion.

(Bild: Andreas Taverner)
Mehr zum Thema:

Jodeln nährt in Frauenfeld die Seele

Rund 400 Besucher erschienen am Samstag zum traditionellen Jodlerobig des Frauenfelder Jodel-Doppelquartetts. Das Programm trug den Titel «Viehschau». Als Gastformation überzeugte das Schmittechörli Necker.
Andreas Taverner